Die letzten beiden Radeltage

Nach einem leckeren Frühstück und dem Besuch des Doms in Osnabrück radeln wir zurück zum Bahnhof – ja es geht schon wieder mit der Bahn weiter 😉. Keine lange Strecke mehr, aber das 9€-Ticket will genutzt werden und wir brauchen noch einen sinnvollen Startpunkt für die letzten beiden Radeltage bevor wir in Emmerich-Elten sein müssen. Somit fahren wir noch mit dem Zug nach Bad Bentheim. Dort angekommen machen wir einen kurzen Abstecher in die Stadt, deren Mittelpunkt im Wesentlichen aus einer auf dem Berg gelegenen Burg besteht.
Also ‚mal eben‘ mit vollem Gepäck den steilen Kopfsteinpflasterweg hoch… Da hilft auch keine so oft geschätzte automatische Gangschaltung bei Anjas Rad, wenn die Trittfrequenz zu spät erhöht wird. Sie rackert sich ab, aber die letzten Meter müssen geschoben werden – Dank Schiebehilfe ist das machbar! Jörg hat wie immer schneller geschaltet (im wahrsten Sinne des Wortes 😉) und kommt mit letzter Kraft radelnd oben an! Die Umhergehenden staunen nicht schlecht. Meist ältere Semester applaudieren uns 😀. Leider werden wir nicht wie erhofft von oben mit einen schönen Blick über die Gegend belohnt – der hohe Baumbewuchs steht dem entgegen. Vielleicht von ganz oben von der Burg?! Aber nur um das zu erfahren wollen wir nicht extra Eintritt bezahlen. So entscheiden wir uns, uns auf den Weg in Richtung Heimat zu machen. Es geht über Wiesen und Felder – wir folgen im Wesentlichen den ausgeschilderten Radwegen, da Anja und der Garmin (Fahrrad-Navi) heute mal wieder auf Kriegsfuß miteinander stehen und er (oder sie?!) die Arbeit eingestellt hat.
Aber es geht auch so recht gut. Es ist mal wieder landschaftlich anders als hinterm Deich wie so oft in den letzten Wochen, aber ansonsten ein unspektakulärer Weg. Kleine Orte ohne bemerkenswerte Situationen oder Sehenswürdigkeiten.
Unser Hotel für die letzte Nacht der Tour liegt im kleinen Dörfchen Ammeloe, ein Ortsteil von Vreden kurz vor der Niederländischen Grenze. Nach dem Checkin tragen wir alle Taschen ins zugewiesene Zimmer Nr. 6. Aber was ist das? Das Bett nicht gemacht? Das Bad nicht geputzt?! Wer hat aus meinem Becherchin getrunken?!? Große Fragezeichen auch in dem Gesicht des Menschen an der Rezeption. Zum Glück gibt es noch ein anderes freies Zimmer, das wir für die eine Nacht beziehen können, denn eine Hausdame gibt es um die Uhrzeit natürlich nicht mehr.
Das nun zugewiesene Zimmer Nr. 4 liegt zwar direkt zur Kirche hin, aber die stellt wohl das Läuten zwischen 22 und 7 Uhr ein; die Ohrenstöpsel können also eingepackt bleiben!

Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück geht es auf die letzten offiziellen Kilometer unseres Sabbaticals in Richtung Niederlande. Nach etwa 10 km überqueren wir die Grenze und radeln wieder entspannt über die dort typischen gut ausgebauten Radwege.
Das Navi hat seinen Dienst wieder aufgenommen, aber die Strecke wird zwischenzeitlich nochmal von Anja überarbeitet, wollen wir doch nicht so viel an der Straße entlang fahren. Anfangs ist der neue Weg super, aber dann wird er leider zur Sandpiste. Zwar schon weitgehend fester Sand, aber doch immer mal wieder mit weichen Sandlöchern – man muss höllisch aufpassen und es ist doch recht anstrengend zu fahren so voll beladen… Und dann stellt Jörg fest, dass er seine Armmanschette für den Tennisellenbogen nicht mehr hat 😞. Im Hotel liegen geblieben? Unterwegs verloren?
Im Hotel erreichen wir telefonisch erst am nächsten Tag jemanden, aber dort wurde sie nicht gefunden. Auch in allen Radtaschen ist sie nicht auffindbar. Mist – leistete sie doch oft gute Dienste als Vorbeugung gegen die Schmerzen bei einer Überbelastung des Armes.

Dann wird der Weg wieder besser und wir radeln über gut ausgebaute und asphaltierte Wege dem Ende unserer Tour entgegen. Einerseits beschwingt fast 1700 km gefahren zu sein, so viel erlebt und gesehen zu haben und andererseits auch etwas wehmütig und traurig, da die schöne Zeit sich definitiv dem Ende neigt.
Der Wind begleitet uns auch den Großteil des letzten Tages von vorne (auch ohne dass Wasser in der Nähe ist) und wir treten nochmal kräftig in die Pedalen! Vor allem haben wir den letzten Anstieg in Elten vor Augen zum Haus von Anne, welches an der Straße in Richtung Elten-Berg liegt – der Name ist sozusagen Programm. Bei der Abfahrt von dort war es lustig mit so viel Schwung abwärts in die Tour zu starten, aber am Ende des Tages und der Tour, nach einem Tag mit viel Gegenwind noch den Berg hoch?!?! Das Navi hat mit uns ein Einsehen! Der Weg führt Stückchen für Stücken immer etwas höher, so dass wir gar nicht durch den Ort unten hereinkommen, sondern schon auf halber Höhe! Somit sind dann die letzten Höhenmeter kein Problem mehr und wir werden von den Enkelkindern sowie von Anne und Gerrit mit lauten Trara und Tröten begrüßt! Was für ein schöner Empfang, was für ein Ende der Tour. 😏

24.8.22: Die anschließenden Tage seit unserer Rückkehr am 19.8.22 haben wir es uns hier gut gehen lassen, aufs Haus aufpassen sowie Hund und Meerschweinchen bespaßt bzw. umsorgt bis die vier von ihrem Städtetrip zurück sind.

Danke, dass ihr uns so lange begleitet habt und an unseren Erlebnissen teilgenommen habt! Diese enden nun an dieser Stelle. Wir sind dankbar, dass wir diese Zeit so erleben durften, wenn auch anders als ursprünglich geplant! Wir für uns sind nicht traurig oder enttäuscht, dass es nicht wie anfangs geplant 6 Monate am Stück geworden sind, sondern es sich über drei Jahre gestreckt hat – es wird komisch sein, nächstes Jahr nur ’normalen‘ Sommerurlaub von 2-3 Wochen zu machen und mit 30 Urlaubstagen übers Jahr kommen zu müssen 😉.
Wir danken auch allen, die es im Hintergrund überhaupt für diese langen Zeiten möglich gemacht haben mit gutem Gewissen unterwegs sein zu können und alles gut versorgt zu wissen!

Zurück nach Bremerhaven – jetzt vollständig

Nachdem uns so viele erzählt und vorgeschwärmt haben vom Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven wollten wir, wenn es sich ergibt, nochmal dorthin.
Nun sind wir auf dem Rückweg und müssen aus Zeitgründen sowieso Teilstrecken mit der Bahn zurücklegen – warum dann nicht auch über Bremerhaven!?! Somit fahren wir also vom Bahnhof Kutenholz direkt nach Bremerhaven und übernachteten dort.
Am nächsten Morgen geht es dann gleich morgens ins Deutsche Auswandererhaus. Ganz ehrlich: es hat sich wirklich gelohnt! Wir sind begeistert! Es ist eine wirklich toll gemachte Ausstellung mit wahnsinnig viel Inhalt, der bis in aktuelle politische Themen reicht. Man bekommt an der Kasse quasi eine neue Identität und wandert dann mit dieser Person selbst aus. Es handelt sich bei allen Identitäten, die man dort erhalten kann, um ‚echte‘ Auswanderer und deren Leben, die irgendwann Deutschland den Rücken gekehrt haben und in ein neues Leben, in die Ungewissheit aufgebrochen sind. Anja war 1939 im heutigen Polen geboren, zum Ende des Krieges nach Deutschland und dann 1960 nach Amerika ausgewandert. Jörg hingegen war bereits 1845 geboren und 1868 nach Puerto Rico ausgewandert. Es ist mit den vielen Zeitzeugenberichten in Bild und Ton und vor allem mit der ’neuen‘ Identität wirklich eine spannende und sehr lebendige Ausstellung.
Der große Inhalt ist allerdings irgendwie auch wieder etwas viel für einen einmaligen Besuch. Wir hörten auch schon von anderen, dass sie Wiederholungstäter geworden sind 😉. So wird es uns vermutlich auch gehen!
Zumindest werden wir sicher nochmal einen entsprechenden Abstecher machen, wenn wir im dichteren Umfeld sind!

Auf dem Schiff bei der Auswanderung

Eigentlich hatten wir auch noch als zweiten Besuch das Klimahaus in Bremerhaven auf dem Plan – allerdings nur wenn es zeitlich und Kapazitätsmäßig reicht…
Die Kapazität reicht nicht. Der Kopf ist voll mit so vielen Eindrücke und damit beschäftigt alles zu sortieren, einzuordnen und abzugleichen. Da macht es keinen Sinn noch mehr Input ganz anderer Qualität zusätzlich in den Kopf zu holen. Da kommt das große Hafenfest vor der Museumstüre gerade recht und das Klimahaus muss auf einen nächsten Besuch warten!
Also spazieren wir nochmal den Hafen entlang, wo im Gegensatz zu vor ein paar Wochen viele große und kleine Segelschiffe liegen. Es sind vor allem viele Holzboote, die zum Fest eingelaufen sind. Manche Boote kann man (als besonders Goody zum Fest) auch kostenfrei besichtigen wie z. B. das Schulschiff Deutschland, ein Dreimastsegler, der als Museumsschiff hier liegt. Das tun wir dann auch. Und irgendwie passt das auch gut nochmal zur Ausstellung, in der es auch viel um das Transortmittel Schiff für die Auswanderer ging.
Dahinter ist während unserer Besichtigung ein größeres altes Holzschiff aus Schweden eingelaufen, das für ‚Fluch der Karibik‘ als Vorlage gedient haben könnte! Das Festmachen im Hafen ist für Zuschauer immer ein tolles Erlebnis. Die Mannschaft klettert in die Seile hoch in die Masten und vertäuen die letzten Segel. Und befestigen irgendetwas ganz oben an den Rahen. Plötzlich fängt einer ganz oben am Ausguck an zu singen und andere, die an der Reling Aufstellung genommen haben stimmen mit ein (ziemlich schief allerdings 😉) und ganz zum Schluss lassen sie lange blaue und gelbe Fahnenbänder herab. Das ist anscheinend ein Begrüßungsritual, was fester Bestandteil beim Festmachen in den Häfen ist, denn so ein Schiff wird wohl überall bestaunt und es ist wirklich unterhaltsam anzusehen – besonders das flinke Klettern in die Masten die Seile hoch!

Wir schlendern noch etwas weiter um auch Durst und Appetit zu stillen. Und der Himmel zieht sich dunkel zu. Das Regenradar sagt, es kann durchaus Regen geben oder er zieht knapp vorbei. Das Klimahaus hat einen großen runden Dachüberstand unter dem wir zwei Strandkörbe entdecken. Leer!! Der Wind frischt auf und es wird immer dunkler. Als wir beide einen Crèpes in der Hand haben, gehen wir zielgerichtet und zügig auf diese beiden Strandkörbe zu. Entspannt sitzen und essen kann nichts schaden. Wir sitzen noch nicht lange, da fängt es an zu regen und zu stürmen, aber vom Feinsten! Die Menschen rennen weg vom Hafenfest und viele suchen auch Schutz unterm großen Dach des Klimahauses; sind aber bis dahin oft vermutlich bis auf die Unterbuxe nass. Schnell bilden sich große Pfützen, ein an anderer Stelle dem Wind ausgesetzter Strandkorb (ohne Personen!) fällt um – aber wir sitzen trocken in unserem Strandkorb und beobachten alles aus der ersten Reihe. Manchmal muss man auch Glück haben!

Unseren angedachten Zug lassen wir fahren, sonst wären auch wir klitschnass bis zum Bahnhof. Der Zug fährt jede Stunde; dann wird es eben abends etwas später bis wir im Hotel sind. So fahren wir schlussendlich eine Stunde später als gedacht, dafür aber trocken, einen großen Schlag bis nach Osnabrück. Gegen 20 Uhr erreichen wir die Unterkunft mitten in der Stadt und starten noch zu einem kleinen Rundgang zu Fuß. Osnabrück hat eine wirklich große Fußgängerzone und lädt an der einen oder anderen Stelle auch in nette kleine Cafés, Kneipen und Restaurants ein. Uns gefällt was wir sehen und wollen am nächsten Morgen bevor es dann weitergehen soll, zumindest noch einen kurzen Blick in den Dom werfen.

Die Rückreise beginnt

Am Montag, den 15.8.2022 kehren wir Sylt den Rücken und machen uns auf den Rückweg, denn schon am 19.8 wollen wir wieder zurück in Elten sein wo unsere Reise dieses Jahr begann und wo wir noch ein paar Tage Haus, Hund und Meerschweinchen hüten. Somit werden dieser und die nächsten Berichte mit etwas Verzögerung nachgereicht.

Montagvormittag geht es also mit dem 9€-Ticket für uns und Tages-Fahhradkarten für die Räder zum Bahnhof. Wir sind gespannt, wie das so mit den vollbepackten Räder klappen wird. Ob wir wohl mit der ersten Bahn mitkommen? Wie chaotisch und voll wird es werden?
Der Bahnsteig ist rammelvoll obwohl fast alle 30 Minuten ein Zug die Insel verlässt – alle fahren die gleiche Strecke, aber mit unterschiedlichen Endbahnhöfen.
Viele Menschen teils mit großen Koffern, mehrere Räder, aber nur unsere so umfangreich bepackt. Der Zug fährt ein und erstmal müssen alle raus und dann wird es spannend.
Grundsätzlich stehen wir an der richtigen Stelle am Bahnsteig, wo ein Waggon mit Fahrradabteil hält. Aber wenn man glaubt, die Bahn würde komplette Fahrradwaggons nach Sylt anhängen, hat man sich getäuscht – zumindest an unserem Zug war keiner dran. Schlussendlich haben wir Glück: gemeinsam mit uns will nur ein anderes Pärchen mit wenig Gepäck und ihren Rädern in dieses Abteil und das passt soweit auch ganz gut. Wir nehmen nur zwei Radtaschen ab, damit diese den Gang nicht so versperren. Und dann geht es auch schon los!
Der Zug ist voll, aber nicht überfüllt und es gibt auch noch vereinzelt freie Sitzplätze. Die Luft im Zug ist bei 28°C und Sonnenschein draußen nicht die beste, aber nach einem Personalwechsel auf der Hälfte der Strecke öffnet der neue Schaffner die kleinen Fenster in jedem Waggon, die nur durch ihn öffenbar sind. Wenigstens ein kleiner Luftzug!

Nach 3 Stunden endet für uns die Fahrt in Hamburg-Altona. Da wir schon zu früheren Zeiten sowohl alleine als auch gemeinsam in Hamburg gewesen sind, steht uns der Sinn nicht nach einer Sightseeingtour in der Stadt und wir schwingen uns auf die Räder und radeln direkt in Richtung Elbe, Elbstrand und Blankenese, wo wir dann mit der Fähre nach Finkenwerder übersetzen.
Da nichts anderes angeschlagen ist und es bis auf den Kapitän kein Personal an Bord gibt, gehen wir davon aus, dass das 9€-Ticket auch hierfür gilt und die Radkarten sind sowieso für den kompletten Nahverkehr für Schleswig-Holstein und Hamburg gültig – und falls doch nicht, hatten wir Glück nicht erwischt zu werden 😉.

Dann geht es durch Finkenwerder und am riesigen Airbus-Gelände vorbei in Richtung ‚Altes Land‘. An einer Kreuzungen werden wir (mal wieder) von einem anderen Radfahrer angesprochen, der gerade Feierabend gemacht hat. Da es sehr warm ist und sich unsere Wasservorräte dem Ende neigen, suchen wir eine Möglichkeit zur Einkehr oder zumindest einen Supermarkt. Es läge auf seinem Weg und er könne uns gerne den Weg zeigen. Gesagt, getan. Wir sind dankbar uns ausnahmsweise einfach mal dranhängen zu können. Das angedachte Gasthaus hat Ruhetag – klar, es ist Montag! Und so geht’s dann doch zum nächsten Supermarkt. Dort verabschiedet er sich, aber nicht ohne uns noch einen guten Tipp für unsere weitere Radroute ungefragt mit auf den Weg zu geben. Eine wirklich freundliche und unkomplizierte Begenung mit einem Süddeutschen, den es zu Airbus in den hohen Norden verschlagen hat!

Nach dem Auffüllen unserer Wasservorräte und einem kleinen Imbiss geht’s weiter in Richtung Tagesziel, immer mal wieder den Blick gegen den immer dunkler werdenden Hinmel gerichtet… Wir fahren durch große Obst-Plantagen und sind fast ein wenig entsetzt ob der vielen Sprenger, die – soweit das Auge reicht – Wasser in großen Mengen über die Apfelplantagen verteilen!
Berlin-Brandenburg versandet und viele Flüsse und Seen in weiten Bereichen Deutschlands haben deutlich zu wenig Wasser, so dass die Schifffahrt eingeschränkt ist, und hier bietet sich dieses Bild. Das erscheint schon etwas wie aus einer anderen Welt.
Nichtsdestotrotz gefällt es uns landschaftlich sehr und auch die großen Hallenhäuser sind toll! Nach einer nicht allzulangen Etappe endet der Tag mit einer Nacht im Hotel in Buxtehude – allerdings nicht bei Tante Trude (falls jemand den Film kennt 😉), sondern eher bei Hase & Igel, deren Märchen in Buxtehude spielt und die dort Stadtmaskotchen geworden sind. Insbesondere die Aktstadt von Buxtehude ist sehr hübsch mit ihren gepflegten alten Fachwerkhäusern, kleinen Fleten und einer Fußgängerzone, die zum Schlendern einlädt.

Am nächsten Tag führt uns der Weg weiter durchs ‚Alte Land‘ quer durch kleine Dörfer und durch Obst-Plantagen. Die Äpfel sind schon reif und lecker, die Birnen etwas fest und die Pflaumen leider noch nicht reif – wir machen direkt die Testung vom Baum.
Nach einer ganzen Weile führt uns der Weg in Richtung Stade wieder an die Elbe…. Und kaum am Wasser angekommen, ist er auch schon wieder da und wie üblich von vorne – unser Freund der Wind 😀. Na ja, wir nehmen es mit Humor – die Kilometer sind abzusehen!
Angekommen in Stade stellen wir fest, dass auch das ein hübsches, kleines Städtchen ist, dass durchaus etwas zum Verweilen einlädt. So machen wir also einen kleinen Stadtbummel bevor es dann noch bis zum Bahnhof nach Kutenholz geht,von wo wir unsere nächste Bahnetappe beginnen werden.
Auf der Suche nach dem richtigen Radweg wird uns von einem Mann mit Hund Unterstützung angeboten. Wir kommen ins Gespräch und er beklagt sich ein wenig, dass inzwischen so vieles zugebaut wird vom einst riesigen Heidegebiet.
Als wir besagte Stelle erreichen, wissen wir was er meint. Allerdings ist es so wie in vielen Gemeinden, dass in Außenbereichen komplett neue Wohnquartiere einschließlich neuer Infrastruktur wie Einkaufsmöglichkeiten, Kitas und Schulen gebaut werden. Für die einen sicherlich unschön und für die anderen notwendig – damit wird es wohl kein ‚richtig oder falsch‘ geben.
Trotz des Neubaugebiets fahren wir auch durch schöne Bereiche mit Wiesen und Wäldern und erreichen den Bahnsteig Kutenholz 10 Minuten vor Abfahrt der stündlich fahrenden Bahn – gutes Timing!

Sylt erleben…

Wir genießen unsere 6 Tage auf Sylt mit einer gesunden Mischung aus relaxen, erforderlichen Haushaltsdingen, Sightseeing sowie Sand unter den Füßen und Nordseewasser an der Haut. An einem Tag machen wir nur den Weg zum Baumarkt um eine neue Gaskartusche für den Campingkocher zu besorgen und noch etwas zu Essen einzukaufen – ansonsten lesen, rätseln, schlafen oder essen wir. Klar, wir hätten den Tag durchaus auch noch zum Strand fahren können, aber wir sind beide nicht ausreichend motiviert bei der Wärme.
Einen anderen Tag radeln wir in das sehr hübsche Dörfchen Keitum, in dem noch viele alte, aber auch neuere Friesenhäuser zu sehen sind. Durchweg alle sehen sehr hübsch und gepflegt aus. Eins der ältesten Häuser ist als Museum ausgebaut, was wir uns natürlich auch von innen ansehen. Alte Holzvertäfelungen, der Ofen in der Küche mit seinen vielen Schächten, in die die Glut eingebracht wird um die gute Stube zu heizen, das Brot zu backen, den Herd zu erwärmen oder die Suppe über dem Feuer zu köcheln. Aber auch die kleinen Schlafkojen sowie ein paar Kleidungsstücke sind zu bestaunen.

Im Anschluss geht es weiter nach Wenningstedt. Dort kehren wir bei DER Fischalternative zu dem allgegenwärtigen GOSCH auf Sylt ein: beim Fischladen Blum. Wie wir von Julia im Nachgang erfahren eine sehr gute Wahl, da es dort vermeintlich den frischesten und besten Fisch auf der Insel gäbe und auch das Restaurant ‚Sansibar‘ von dort den Fisch bezieht. Also: mal wieder alles richtig gemacht 😉! Der Fischladen Blum in Wenningstedt ist zwar mehr ein Selbstbedienungsrestaurant, aber Geschmack, Preis und Portionen stimmen.
Wenningstedt an sich ist auch ganz schön, wenn auch deutlich vom Tourismus geprägt. Beim Treiben am Strand würde man es auch glauben wenn jemand sagt, wir sind an der Costa Brava – kann man haben, muss man aber nicht 😉. Wir machen dennoch einen Spaziergang am Wasser entlang und später oben auf den Holzstegen über die Dünen wieder zurück. Die Dünen sind hier, aber auch an vielen anderen Stellen auf der Insel ungewohnt hoch. Wenn man am Strand etwas weiter als nur an den typischen Touristenmetropolen weiter entlang läuft, dann wird der Strand auch hier leerer.
In Wenningstedt sind uns zum ersten Mal die Skulpturen „Alltagsmenschen“ aufgefallen, die uns immer wieder an verschiedenen Orten verteilt auf der Insel begegnen. Sie stammen von zwei Künstlerinnen aus Witten, womit für Jörg eine Brücke in seine Heimat, ins Ruhrgebiet geschlagen ist. Natürlich haben auch wir ein paar davon auf Bildern festgehalten!

Die Nordspitze der Insel mit dem Ort List und dessen Umgebung sehen wir uns natürlich auch an. Der gut ausgebaute, asphaltierte Radweg führt uns deutlich abseits der Straße durch riesige Gebiete der Heide-Dünenlandschaft und an der einen oder anderen kleinen Wanderdüne vorbei. Das gefällt uns landschaftlich wirklich sehr gut!
In List angekommen, besteht der Ort für uns im Wesentlichen aus dem Hafen, an dem auch die Fähren von und nach der dänischen Insel Rømø fahren. Essenstechnisch ist der Hafen von GOSCH dominiert – vom Fischbrötchen bis Edelfingerfood vom Stand, über einen Shop mit Frischfrisch und GOSCH-Souveniers bis zu einem Restaurant in sehr großen Ausmaß. Das ist wirklich etwas krass für uns – nicht unbedingt einladend. Alternativ gibt es nur eine italienische Eisdiele und eine Bierkneipe… zumindest haben wir nichts anderes wahrgenommen 😉. Ob der fehlenden Alternativen gibt es hier unser erstes und gleichzeitig letztes Fischbrötchen von GOSCH – was uns nicht wirklich überzeugt hat. Ein kleines Brötchen, ein mickriges Heringsfilet, ein Salatblättchen – das war’s. Das hatten wir schon wesentlich umfangreicher und optisch schöner angerichtet für weniger Euronen an anderer Stelle auf Sylt 🥴. Aber wir haben eine sehr imposante Fischplatte mit Hummer und Muscheln gesehen, die sicher einiges gekostet hat – aber nicht uns. 😃
Hier in List hat ja wohl das GOSCH-Imperium mit dem Verkauf von geräuchertem Aal seinen Lauf genommen, von daher ist die Dominanz in diesem Hafen dann irgendwie auch wieder verständlich.
Erwähnenswert ist auch das ‚Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt‘ in List. Diese Austellung gliedert sich in die Themenschwerpunkte ‚Klima, Wetter, Klimaforschung‘, ‚Leben mit Naturgewalten‘ sowie ‚Kräfte der Nordsee‘. Uns war beispielsweise nicht bewusst, dass auf Sylt jedes Jahr aktiv im Frühjahr/Frühsommer Sand von weit draußen aus dem Meer mit Schiffen geholt wird, der dann über Rohrleitungen auf den Strand gespült wird, um so den jährlichen Sandabtrag durch die Herbst- und Winterstürme auszugleichen. Jedes Jahr werden 1 – 1,5 Millionen Kubikmeter Sand im Rahmen der Sandvorspülung bewegt! Das kostet jährlich wohl rund 6 Millionen Euro – und alles damit Sylt weiterhin wie Sylt aussieht und sich nicht wesentlich verändert. Das Museum ist mit Hör- und Ausprobierstationen sowie vielen Informationen sehr interessant gemacht und durchaus einen Besuch wert. Im angeschlossen Café haben wir dann noch ein Stück Friesenkuchen gegessen, der im Gegensatz zur Friesentorte durchaus unserem Geschmack entspricht! Ein Bleckuchen mit Streuseln, Quark und Pflaumenmus – sehr lecker! Nicht nur um die Kalorien wieder abzufahren, radeln wir natürlich auch noch zum Ellenbogen und dem nördlichsten Punkt Deutschlands. Letzterer ist gar nicht ganz so einfach zu finden, da der Strandaufgang nicht besonders gekennzeichnet ist 😉. Aber Dank Google Maps und ein paar mal vor- und zurückfahren haben wir ihn endlich erreicht! Dort, recht abgelegen und ruhig, haben wir dann auch lebende und große Quallen und Krebse gesehen.

Das Kampen der ‚Reichen und Schönen‘ haben wir natürlich auch angesehen – und es hat uns irgendwie nicht beeindruckt. Vielleicht haben wir auch nicht wirklich den ‚richtigen‘ Ortskern zum Flanieren und Verweilen gefunden. Bis auf dass dort noch teurere Automodelle gefahren werden und eine bestimmte Klientel, immer ein wenig eleganter oder gar overdressed gekleidet, immer etwas zu viel ‚Lametta‘ an der Figur (man zeigt was man hat), anzutreffen ist (die gibt es aber auch im schönen Keitum), konnten wir nichts besonderes feststellen. Auch haben wir keinen Promi der A- bis Z- Klasse gesehen oder erkannt 😉, obwohl der eine oder andere Privatjet bzw. das eine oder andere kleinere landende Flugzeug das hätte vermuten lassen. Na ja, vielleicht sind die Eingeflogenen direkt zur Sansibar durchgestartet.

Fehlt noch Westerland, der größte Ort der Insel! In Westerland kommen wir fast jeden Tag irgendwie vorbei, da es an Tinnum grenzt, wo der Campingplatz liegt. Westerland ist groß, hat eine recht große Fußgängerzone und viele Gebäude aus 1970er Jahre… Der Ort ist also auch schon etwas in die Jahre gekommen. Das ansehnlichste Gebäude ist wohl das Rathaus, wo auf der Wiese davor die Punks gerade ein Protestcamp aufgebaut haben. Man kann sie immer mal wieder im Stadtbild sehen, aber im Grunde unauffällig – zumindest wenn man das Bild als Großstädter sowieso gewohnt ist. Sie kühlen sich im Brunnen der Fußgängerzone ab, denn für den Strand müssten sie ja Kurtaxe bezahlen. Am Camp vor dem Rathaus hängen Plakate u.a. mit ‚Bezahlbarer Wohnraum für alle‘ und ‚Menschenzoo! Füttern erwünscht!‘. Sie fragen wie üblich auch mal um Geld oder nehmen Pfandgut gerne entgegen oder lassen sich für einen kleinen Obolus vor ihren Plakaten oder Zelten fotografieren. Ein buntes, aber friedliches Völkchen.
Die Strandpromenade ist weder sonderlich attraktiv noch lang und lädt uns nicht zum Verweilen ein. Somit fahren wir oft eigentlich nur durch Westerland durch um von A nach B zu kommen.

An unserem letzten Tag auf Sylt fahren wir noch nach Morsum und zum Morsumer Kliff. Also ‚Kliff‘ hört sich ja schon imposant an…. Was wir schlussendlich sehen verdient diese Bezeichnung unserer Meinung nach nicht unbeding. Aber nun gut – jedem das Seine 😉. Anschließend fahren wir noch ins Dorf bzw. zu einem im Sommer regelmäßig stattfindenden ‚Friesischen Ringreitwettbewerb‘. Ehrlich gesagt hatte wir auch das etwas größer erwartet, aber es fand – gefühlt – auf einer Wiese im Garten eines Restaurants statt. In Summe vermutlich so knapp 15 Reiterinnen auf ihrem Pferd mit einer lanzenartigen Stange. Es wird auf einer kurzen geraden Strecke galoppiert und versucht den Ring mit 24 – 36 mm Durchmesser (abhängig vom jeweiligen Schweregrad der Kategorie) von einem gespannten Seil auf die Lanze zu stechen. Wir sehen uns das eine Weile an und stärken uns währenddessen etwas bevor es dann wieder zurück auf den Campingplatz geht.

Insgesamt hat uns Sylt gut gefallen, es ist nicht so elitär, wie man vielleicht manchmal vermuten mag aufgrund der Berichte in den Medien über die ‚Reichen & Schönen‘, so dass wir einen erneuten Besuch nicht ausschließen.

Ankunft auf Sylt

Von Amrum geht es mit der Expressfähre in gut 45 Minuten bei tollem Wetter übers Wasser auf die Insel Sylt! Und das ‚Express‘ kann man wirklich wörtlich nehmen. 🙃
Die Überfahrt ist mit rund 73€ zwar deutlich teurer als die Anreise über das Festland mit dem 9€-Ticket der Bahn, aber wir müssen ja so oder so auch gleichzeitig erstmal über eine Fähre Amrum wieder verlassen. Von daher haben wor uns für diese Variante entschieden. Es handelt sich um eine reine Personenfähre, auf der man auch Fahrräder/E-Bikes kostenpflichtig mitnehmen darf. Als wir voll bepackt an Bord rollen meint einer der Crew :“Na, die sind ja schon fast so schwer wie ein Auto!“ Also soooo schlimm ist das ja nun alles doch nicht. 😏 Immerhin hatten wir Glück keinen Gewichtszuschlag zahlen zu müssen!
Die Fahrt geht nochmal am gesamten langen Sandstrand von Amrum vorbei und dann können wir Voraus auch schon bald Sylt erkennen. Im Wasser sehen wir in einiger Entfernung zwei Kegelrobben oder Seehunde – sie waren zu weit weg um es genau einschätzen zu können! Aber bis wir das wirklich wahrnehmen, sind sie auch schon wieder abgetaucht, so dass es kein Foto von den beiden gibt.

Dann betreten wir in Hörnum am Hafen Sylt – und damit ist unser diesjähriges Hauptziel eigentlich auch geschafft!! Der Plan war die gesamte Nordseeküste bis nach Sylt zu fahren! Und das ist nun erreicht – und mit Ausnahme der Fährkilometer haben wir uns den gesamten Weg erradelt. Das ist schon ein tolles Gefühl!

Von Hörnum geht es dann in Richtung Norden über Rantum nach Tinnum auf unseren Campingplatz. Gebucht haben wir wie üblich vorerst zwei Übernachtungen. Vermutlich werden wir aber verlängern, da für die kommenden Tage richtig gutes Sommerwetter angesagt ist! Es geht wie auf Armum durch Heide-Dünenlandschaft und rechts und links des Weges ist immer mal wieder ein Blick auf die Nordsee zu erhaschen. Der Radweg ist gut ausgebaut und so fahren wir beschwingt in Richtung Campingplatz. Der Platz hat eine angenehme mittlere Größe und macht einen guten sauberen Eindruck – schlussendlich bleiben wir 6 Tage.

An zwei Tagen treffen wir uns mit der Tochter einer lieben Bekannten, Simone, von der Anja damals 2010 Mary gekauft hat. Ihre Tochter Julia lebt seit ein paar Jahren mit ihrem Mann und den beiden Jungs auf Sylt und hat sich sehr gefreut, uns mal wieder zu sehen. Am Nachmittag unserer Ankunft holt sie uns auch gleich ab und zeigt uns „ihren Lieblingsstrand“ von Sylt. Wir sind, bis auf drei oder vier andere Besucher, die aber ziemlich weit weg sind von uns, quasi alleine an dem tollen Strand. Die Jungs toben lange im Wasser und Ares, der Border Collie freut sich, dass noch mehr „Ballwerf-Personal“ mit dabei ist 😉. Wir machen ein kleines Picknick und bekommen Tipps, was wir uns bevorzugt ansehen sollten und worauf man ggf. auch verzichten kann. Es ist ein wirklich schöner erster Abend auf Sylt, der Lust auf die nächsten Tage macht!

Arschiologie oder ‚Ich habe Rücken und Popo!‘

Wie versprochen versuche ich mal was zum Thema Sattel, Sattelstütze und dem was so drumherum Einfluss auf den Sitzkomfort haben kann zu schreiben.

Unsere Räder waren von Anfang an mit einer Teleskop- bzw. Federsattelstütze ausgerüstet, bei der entgegen der früher traditionell verwendeten starren ‚Sattelkerze‘, die Stöße über eine innenliegende Feder abgefangen und die Übertragung auf den Rücken somit wenigstens leidlich abgefangen wird. Leider hatte ich trotzdem bei unseren Touren immer mehr oder weniger Probleme mit dem Rücken, obwohl die anderen wichtigen Parameter wie z.B. die Einstellung der richtigen Sattelhöhe, der Abstand vom Sattel zum Lenker und somit der Neigungswinkel der Wirbelsäule während der Fahrt etc. berücksichtigt waren. Da man ja in solchen Fällen viel nachhört wie es anderen ergeht und was sie ggf. dagegen gefunden haben, es zudem die weite Welt des Internet gibt, musste man zwangsläufig auf zwei Dinge treffen – eine Parallelogramm-Sattelstütze und den eigentlich schon vom Prinzip her uralten Ledersattel, entweder mit oder ohne zusätzliche Federung.

Im ersten Jahr war es die Parallel-Sattelstütze, die ich mir gegönnt habe, besser gesagt meinem Rücken. Und siehe da, es war viel besser als vorher. Auch diese Sattelstütze wird gedämpft über eine Feder, aber diese fängt die Unebenheiten nicht nur durch eine auf und ab Bewegung ab, sondern schwingt zusätzlich nach hinten weg, was eher eine gleitende Dämpfungsbewegung ergibt. Seit ich dieses Teil am Rad habe, ist das mit den Rückenschmerzen nicht gänzlich weg, aber immerhin wesentlich seltener geworden. Und wenn, dann schiebe ich sie gerne auf die für Männer meines Alters eher ungewöhnliche sehr bodennahe Übernachtungsweise im Zelt zu. Mit 62 Jahren ist man halt kein junger Hüpfer mehr. 🫣


Andererseits bin ich ja auch jemand, der gerne alle Möglichkeiten in Erwägung zieht und sich auch gerne zu Dingen hinreißen lässt, folglich…

Ein Ledersattel der Firma Brooks war schon länger Teil dieser weitern Erwägungen und des Begehrens und so war der Kauf quasi unumgänglich. 😏
Aus der zur Verfügung stehenden Auswahl entschied ich mich für das etwas breitere Modell B67, welches noch eine eigene Federung besitzt. Erstens finde ich ihn optisch gesehen einfach schön und dann waren die Erfahrungen von denen, die so ein Teil am Rad hatten und die ich darauf angesprochen habe so positiv, dass man bzw. ich das nicht einfach ignorieren konnte. So ‚federe’ ich sozusagen ‚doppelt gemoppelt‘ durch die Sattelstütze und den Sattel meines Weges.
Einer der von mir befragten erzählte vom dritten Rad, aber immer noch dem ersten Brooks-Sattel, den er auf keinen Fall abgeben würde und der wohl auch das nächste Fahrrad noch zieren würde. Davon musste ich direkt mal ein Bild machen.

Erster Brooks, drittes Rad – perfekt ‚eingeritten‘.

Aber so ein Teil hat auch Nachteile. Da es sich um das Naturmaterial Leder handelt muss ein solcher Sattel ‚eingefahren‘ werden. Wer mal echte, langlebige Lederschuhe gekauft hat, der kennt das Problem. Auch die sitzen nicht auf Anhieb wie ein Pantoffel, da das Leder erst weicher und geschmeidiger werden muss. Aber je öfter und länger man sie trägt, desto bequemer werden sie. Auch die Witterungsverhältnisse hinterlassen ähnliche Spuren am Sattel wie bei schlecht gepflegten Lederschuhen. Wird er nass und trocknet zu schnell, wir das Leder schnell rissig, zu viel Lederfett, was natürlich gut gegen eindringende Nässe schützt, macht das Leder weich und es dehnt sich übermäßig, sodass der Sattel schnell seine Spannkraft verliert.

Wie auch immer – ich habe meinen Sattel jetzt über 1500 Kilometer gefahren und mein Hinterteil, mit dem ich vorher zusätzlich zum Rücken nach dreißig bis vierzig Kilometern Probleme bekam und nur noch hin und her gerutscht bin, meckert selbst bei Strecken über 60 Kilometer am Stück nicht (mehr). Auch eine Pause nach 40 oder 50 Kilometern führt beim Aufsteigen danach nicht mehr zu unliebsamen Schmerzen. Im Laufe der Zeit haben sich Sitzknochen und Sitzfläche einander angeglichen oder wenigstens angenähert. 😏
Allerdings waren die Angaben aus dem Internet über eine Einfahrphase von dreihundert bis vierhundert Kilometern absolut unrealistisch. Es braucht also schon eine ganze Weile, bevor man einen Brooks als ‚mein Sattel‘ bezeichnen kann.

Aber man darf nicht außer Acht lassen, dass zwei verschiedene Materialien wie Leder als Sitzfläche und Metall als Sattelgerüst sich auch aneinander reiben, was zu knarzenden und quietschenden Geräuschen führen kann. Das kann schon sehr nervig sein und man ist versucht mit Fett oder irgendwelchen Ölen dagegen zu arbeiten, was aber auch wieder, wie bereits erwähnt, zu übermäßiger Dehnung führt. Der Sattel verfügt über eine Spannschraube, mit der man diese Dehnung beseitigen kann, allerdings kann man das auch nicht unendlich tun, denn irgendwann ist das Ende des Schraubgewindes erreicht und somit quasi auch das nahende Ende des Sattels. Manchmal soll ‚aushalten‘ helfen. In der Phase bin ich gerade angelangt, aber es fällt zugegebenermaßen extrem schwer. Jedes Nebengeräusch an meinem oder Anjas Rad wird von mir normalerweise möglichst umgehend eliminiert. In den Packtaschen wird (z.B. bei unserem gesamten Kücheninventar) jedes mögliche Klappern durch Filzeinleger oder Tücher schon im Vorfeld abgefangen. Aber ich versuche es trotzdem weiter – einfach aussitzen sozusagen. 😬

Als Fazit würde ich behaupten, die zusätzlichen Ausgaben haben sich (für mich) rentiert, haben mir die Zeit auf dem Rad wirklich erleichtert, denn ein unwohles Körpergefühl jeglicher Art kann einem den Spaß am Radeln schnell verleiden.

Noch fast wie neu… – mein Sattel 😏


Allerdings möchte ich auch nicht andere, sicherlich günstigere Lösungen abtun. Auch mit einem Lidl-Sattel für unter 10 Euro, wie er vor nicht allzu langer Zeit (sogar von einem deutschen Traditionsunternemen gefertigt) angeboten wurde, mag der eine oder andere auch viele Kilometer ohne Schmerz und Tadel bequem fahren können. Zudem gibt es bestimmt Radler, die diese (meine) Meinung für totalen Humbug halten, völlig überflüssig und fern jeder wissenschaftlich belegbaren Erkenntnisse. So wie bei vielen ‚richtiges’ radeln erst bei 150 Tageskilometern anfängt und natürlich ohne Motor stattfindet. Bei denen unsere Tagesetappen von möglichst maximal 70 Kilometern vielleicht auch eher zur Warmfahrphase nach dem Frühstück gehören – jeder so wie er möchte, jedem seine eigene Philosophie, alles hat irgendwie seine Berechtigung.

So, jetzt weiterhin für alle entspanntes strampeln, egal wie gefedert, mit oder ohne Motor. Wir sehen uns, denn der Weg ist das Ziel. 🙋🏼‍♂️

Amrum

Für die nächsten drei Nächte bleiben wir auf Amrum. Die Insel ist ja nur etwas mehr als 10 km lang und an die 2,5 km breit. Allein der Sandstrandbereich ist 12 km lang und knapp bis zu einem Kilometer breit! Diese zusammenhängende Fläche ist einfach unglaublich! Es ist wohl die größte zusammenhängende Fläche in Europa. Im Verhältnis dazu sind es nur sehr wenige Menschen, die auf der Insel wohnen, arbeiten oder Urlaub machen – man findet also immer ein Plätzchen für sich ohne einem anderen auf dem Handtuch zu liegen. Aber man läuft andererseits auch unendlich weit – wirklich weit!! – , bis man dann mal das Wasser erreicht 😉! Es hat somit alles immer Vor- und Nachteile. Es kommen einem immer wieder Worte wie „unendliche Weiten…“ in den Sinn.
Bei Anja darf natürlich auch ein Bad in der Nordsee nicht fehlen, wenn wir schon den weiten Weg auf uns nehmen.

Aufgrund der Inselgröße radeln wir am ersten Tag per Rad alle Orte wie Wittdün, Süddorf, Nebel und Norddorf ab. Am zweiten Tag lassen wir die Räder stehen und machen einen ausgedehnten Strandspaziergang, der uns auf dem Rückweg durch Wald und wunderschöne mit Heide bewachsene Dünenlandschaft führt. Die viele Heide, die jetzt im August anfängt zu blühen, hatten wir so nicht erwartet!
Es geht hier insgesamt sehr ruhig und gemütlich zu; sehr beschaulich.
Auf dem Friedhof in Nebel gibt es sogenannte „erzählende oder sprechenden Steine“. Dabei handelt es sich in erster Linie um Grabsteine aus Sandstein, auf denen das Leben der Toten beschrieben ist. Da die Schrift teilweise schlecht zu lesen ist, sind neben den Grabsteinen kleine QR-Codes angebracht, so dass man es darüber lesen kann. Solche Grabsteine haben wir in dem Ausmaß so auch noch nicht gesehen. Das Foto und weitere Erklärungen findet man auch auf der Website http://www.andreas-doelz.de.

In einem kleinen Café in Nebel gibt es mal wieder einen Friesentee und eine Friesentorte im Angebot. Die Friesentorte muss probiert werden. Es ist eine Sahnetorte aus Blätterteig mit Pflaumenmus. Sie schmeckt nicht schlecht, aber da wir beide eigentlich keine großen Freunde von Sahnetorten sind, wird dies wohl die erste und einzige sein, die wir essen 😉.

Nach ein paar wirklich schönen Tagen auf Amrum, führt uns der Weg früh am nächsten Morgen wieder zum Fähranleger, von wo aus wir auf die nächste Insel hüpfen wollen!

Ab auf die Insel

Nach unseren Tagen in Husum geht es weiter in Richtung Norden und es steht die Entscheidung an, ob wir weiterhin dem Küstenradweg folgen oder über die Nordfriesischen Inseln weiter in Richtung nördliche Deutsche Grenze fahren. Schlussendlich entscheiden wir uns noch 50 km weiter auf dem Festland bis nach Dagebühl zu radeln und von dort mit der Fähre nach Amrum überzusetzen. Föhr scheidet aus, da wir dort keinen Zeltplatz ausfindig machen konnten. Es gibt nur einen Wohnmobilplatz und ein Zeltlager für Jugendliche. Eine feste Unterkunft für eine Nacht zu finden ist jetzt in der Hochsaison auch nicht möglich. Also fällt die Wahl auf Amrum, wo wir beide noch nicht waren.

Die Fahrt nach Dagebühl zieht sich mal wieder – und ja, wir haben ewig Gegenwind. Mal wieder richtig. Und wir haben Zeitdruck, wollen wir doch die Fähre um 14:30 Uhr bekommen. Es gibt auch noch eine spätere, aber dann wird es auf dem Zeltplatz so spät. Also strampeln gegen den Wind… Jörg fällt es heute aus nicht erklärlichen Gründen besonders schwer, irgendwie ist die Luft raus. Da hilft auch ein E-Bike wenig, wenn man nicht abschätzen kann, wieviel man bis zur Fähre an Akkuladung verbraucht und daher vorsichtshalber nur die minimal möglichste Unterstützung nutzt. Denn je höher die Unterstützung desto schneller ist natürlich auch der Akku leer. Also hart gegen den Wind! Inzwischen sind wir aber auch soweit, dass wir nicht auf Leben und Tod die angedachte Fähre nehmen wollen. Gegebenenfalls rufen wir beim Campingplatz an und geben Bescheid, dass es bei uns später wird. Rund 6 km vor dem Fähranleger treffen wir eine Familie mit zwei kleinen Mädchen (ca. 5 und 8 Jahre alt). Alle ohne E-Bikes, die wohl auch schon 10 km unterwegs sind und auch besagte Fähre bekommen wollen. Wir sollen doch bitte die Fähre ‚einfach etwas aufhalten‘. Gesagt, getan. Wie durch ein Wunder sind wir 10 Minuten vor Abfahrt an der Fähre – eigentlich reichlich Zeit denkt man. Beim Fahrscheinkauf – keiner stand vor uns – bekommen wir dann aber die Ansage, ob wir nicht wüssten, dass Radfahrer mindestens 15 Minuten vor Abfahrt da sein sollen! Schon, aber der Gegenwind… Egal, wir dürfen mit den Rädern an Bord rollen! Geschafft!! Und die Familie mit den Kindern?!? Die Fähre muss auf Passagiere aus einem Zug der Deutschen Bahn warten und wie bekannt, ist fast immer Verlass auf deren Verspätung 😀 – so auch in diesem Fall und so fährt auch diese Familie noch gemeinsam mit uns nach Amrum!

Der Campingplatz auf Amrum liegt schon voll in den Dünen und wir haben vorab entsprechend längere Zeltheringe, sogenannte Sandheringe besorgt. Man bekommt keinen Platz zugewiesen, sondern darf sich einen passenden suchen. Schön, aber auch anstrengend durch den tiefen Sand und das bei einem so großen Gelände! Also, Räder im Eingangsbereich zum Platz an der Sammelstelle stehenlassen, erstmal nur zu Fuß los und mit dem mitgeschleppten Zelt den Standplatz sichern, nachdem der potentielle ‚Nachbar’ uns eine Anschlussmöglichkeit für Strom zugesichert hat. Dann im Nachgang alle Taschen mit einer Schubkarre holen, die leidlich ausreichend zur Verfügung stehen. Nun steht also der grüne Gugelhupf endlich mal richtig in den Dünen – wenn auch der eigentliche Strand nochmal einen deutlichen Fußmarsch bedurfte! Als alles aufgebaut und ‚eingerichtet‘ ist, fahren wir nochmal los um beim ortsansässigen Italiener im Hafen den Abend ausklingen zu lassen.

Ausflüge vom Schlafstrandkorb

Von unserem Schlafstrandkorb aus machen wir uns nach der ersten Nacht auf zu einem Ausflug mit dem Rad über das Dörfchen Witzwort (das heißt wirklich so 😀) nach Friedrichstadt. Witzwort ist insofern erwähnenswert, als dass die liebe Siggi gebürtig aus diesem Ort kommt. Siggi kümmert sich zurzeit so zuverlässig und liebevoll gemeinsam mit Thea um die Mary, so dass Anja überhaupt so lange entspannt unterwegs sein kann. Vielen Dank an dieser Stelle an Siggi und Thea – ihr seid die Besten! Es geht vorbei am Roten Haubarg, durch Witzwort und weiter über Wiesen und Felder. Auf einmal verliert sich die Ausschliederung des Radweges und stattdessen stehen wir vor einem Schild ‚Privatweg – Durchfahrt verboten‘. Mmhh, das gibt es schon mal und dann ist es für Radfahrer doch so vorgesehen (so war es uns zumindest auch am Kransburger See gegangen); also weiter – nicht beirren lassen. Eine Frau im Auto fährt von hinten an uns ran und fragte, was wir auf diesem Weg wollen. Wir erklären unser Problem und sie uns den richtigen Weg. Freundlich, aber sachlich auch etwas genervt, da wir wohl nicht die einzigen sind, denen das so geht. Ich hätte ja an ihrer Stelle schon etwas unternommen, dass der Radweg ordentlich ausgeschildert wird – oder einfach selbst an passender Stelle einen entsprechenden Pfeil angebracht 😉.

Nach knapp 20 km Fahrt erreichen wir Friedrichstadt. Friedrichstadt wurde von Herzog Friedrich III nach dem Vorbild Amsterdams gegründet, liegt zwischen den Flüssen Treene und der Eider und ist durch einige Grachten durchzogen. Auch die Häuser sind denen in Amsterdam nachempfunden und sehr hübsch anzusehen. Bei einem Cappuccino und einer Saftschorle in einem kleinen hübschen Café schaut Anja nochmal nach einer Option für eine Grachtenfahrt. In 15 Minuten soll es noch eine Fahrt geben. Da die Getränke bereits ausgetrunken sind, bezahlen wir kurzfristig und machen uns auf den Weg zum Anleger. Wir sehen von Weitem schon alle einsteigen und legen noch einen Schritt zu – geschafft! Wir kommen mit der letzten Fahrt für diesen Tag mit und erhalten so noch ein paar interessante Einblicke und Infos zu diesem hübschen Städtchen.
Auch ein interessantes Thema sind die sogenannten ‚Hausmarken‘ an den Häusern. Diese sind farbige Reliefs über der Eingangstür und geben in der Regel Auskunft über den Beruf des Erbauers des Hauses. Wir können nicht alle Hausmarken zuordnen, aber es ist interessant sich damit zu beschäftigen.

Auf dem Rückweg treten wir mal wieder kräftiger in die Pedale, da es sich zugezogen hat, noch etwas Regen angesagt ist und die ‚richtige‘ Regeschutzplane nicht über dem Strandkorb gezogen ist… Also los, den gleichen Weg zurück! Wir kommen trocken an, auch wenn es etwas kühler geworden ist und machen alles regendicht! Doch der Regen bleibt aus – na ja, besser so, als ein nasses Bett 😉!
So bleibt noch Zeit für ein Bad in der Nordsee – wobei Jörg dankend ablehnt 😀. Das Wetter ist zwar nicht so warm, dafür erscheint die Nordsee umso wärmer! Herrlich!

Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug ins nahegelegene Husum, wo gerade für ein paar Tage Hafenfest und gleichzeitig am Schloss Handwerkermarkt ist. Auf dem Markt kaufen wir ein sehr leckeres Brot, dass uns die nächsten Tage begleitet und auch dann immer noch schmeckt – mmh!
Beim Hafenfest sind zeitweise ziemlich viele Menschen unterwegs, so dass wir uns im Getümmel nicht so lange aufhalten, sondern lieber durch die kleineren Gassen und in das Haus ‚Markt Nr.1‘ gehen, in dem sich ein kleiner Laden mit schönen Dingen sowie eine kleine Ausstellung über die Stadtgeschichte befindet. Für das Theodor-Storm-Haus sind wir dann etwas spät dran, haben aber dennoch einen schönen Eindruck von Husum bekommen, bevor es dann am nächsten Tag wieder ein paar Kilometer weiter gehen soll.

Schlafstrandkorb

Der Weg weg von St. Peter-Ording führte uns zuerst über Westerheversand und an dem wohl bekanntesten Leuchtturm Deutschlands vorbei. Warum so bekannt? Wer kennt schon Westerherversand? Das Brauhaus Jever macht mit diesem Leuchtturm seit den 1970er  Jahren Werbung. Was eine Freundin von Anja bei einem versendeten Bild aus Jever veranlasste, auch ein Bild von DEM Leuchtturm zu schicken… Jever liegt aber ja gar nicht direkt an der Küste! Inzwischen wurde das Bild vom Leuchtturm natürlich nachgereicht 😉.

Anschließend geht es mal wieder immer hinter oder vor dem Deich entlang an Wiesen und Feldern und Schafen. Der Wind kommt von vorne,  aber was nicht kommt, ist ein nettes Hofcafé oder auch nur irgendeine kleine Kaffee- oder Fischbude am Wegesrand. Selbst an besagtem Leuchtturm gibt es zwar eine kleine  Ausstellung zum Wattenmeer, aber keinen Kaffee, geschweige denn einen Cappuccino oder sonst etwas trinkbares. Die Kilometer ziehen sich, der Wind kommt weiter von vorne und es gibt keinerlei Ablenkung. Es wird etwas zäh und vielleicht wisst ihr noch, was mit Männern passiert, wenn die Hunger haben oder keinen Kaffee bekommen 😉?!
Aber im Ernst: bei Jörg geht es ja manchmal sehr schnell, dass der Blutzucker innerhalb kürzester Zeit so absackt, dass nichts mehr geht und das von jetzt auf gleich ohne viel Vorankündigung 😞. Aus diesem Grund haben wir auch seit ein paar Jahren immer ein paar Müsliriegel im Gepäck, die auch an diesem Tag hilfreich sind!
Kurz darauf kommen wir dann aber doch noch am ‚Roten Haubarg‘ vorbei. Als Haubarg wird ein sehr großes Bauernhaus auf der Halbinsel Eiderstedt in Friesland bezeichnet, deren Bauweise im späten 16. Jahrhundert aus den Niederlanden auf die Insel Eiderstedt gebracht wurde. In diesem Haubarg lebten Mensch und Tier unter einem Dach, zudem wurde der Bereich unter dem Dach gleichzeitig als Heulager und Lagerstätte für allerlei für die Landwirtschaft nützliche Dinge genutzt. Im Fall des ‚Roten Hauberg‘ ist es inzwischen ein Restaurant mit einem unter dem Dach eingerichteten, kostenlos zu besichtigenden Museum, das eben gerade über die Geschichte dieses Haubargs berichtet. Schon allein die riesige Dachstuhlkostruktion und die Befestigungen des Reetdaches von innen zu bestaunen war sehr interessant. Jörg schaute sich dann besonders den alten Lanz-Bulldog Trecker genauer an, den er schon von Treckertreffen kannte, für die er sich in früheren Zeiten mal interessiert hat.
Dort erholen wir uns von den Kilometern gegen den Wind und essen sehr lecker, wenn auch gar nicht mal so preisgünstig 😉.
Anschließend geht es noch ein paar Kilometer weiter bis zu unserem Campingplatz kurz vor Husum. Allerdings wird der kleine, grüne Gugelhupf dieses Mal nicht ausgepackt, sondern wir haben uns in einem Schlafstrandkorb eingemietet. Anja hat das ausfindig gemacht und wir wollen das mal ausprobieren – auch wenn wir etwas unsicher sind, wie das werden wird!

Natürlich wäre es schöner gewesen,  wenn der Strandkorb direkt mit Blick auf’s Meer stehen würde, aber das ist hier nicht so – der Deich mit den Schafen ist dazwischen. Dennoch ist der Bereich mit Dünengras bepflanzt und nebenan ist noch eine bunte Blumen-Bienen-Wiese – insofern ist der Bereich deutlich anders gestaltet als der Rest des Platzes. Es sind insgesamt vier Schlafstrandkörbe, von denen aber nur unser als einziger belegt ist. Die Organisation unserer Sachen/Fahrradtaschen ist anders als im Zelt und somit ungewohnt, aber schließlich können wir uns gemütlich in den Strandkorb kuscheln und die Abendsonne genießen… Doch dann wird es schnell feucht, so dass wir den Korb schließen.

Wir schlafen super und endlich mal wieder auf gleicher Höhe seitdem Jörgs Isomatte durch die Luftmatratze ersetzt werden musste. Auch wenn unser Frühstück wie üblich lecker ist, könnten sie gerne noch einen Frühstücksservice anbieten 😀. Auf dem Platz gibt es auch einen sehr hübsch angelegten Schwimmteich den wir ausprobieren. Das Wasser scheint allerdings deutlich kühler als in der Nordsee zu sein. Schlussendlich gefallen uns die beiden geplanten Nächte im Schlafstrandkorb so gut,  dass wir noch eine dritte Nacht anhängen 😉 – danach sind allerdings alle Körbe besetzt, so dass wir weiterziehen ‚müssen‘.