
Jörg
Mein Name ist Jörg, ich bin mittlerweile 60 Jahre alt, lebe in Duisburg und arbeite als Angestellter im öffentlichen Dienst. Mein Arbeitsfeld liegt irgendwo im Bereich der Anwenderbetreuung als Bindeglied zwischen den Informatikern und den Anwendern.
Nicht, dass ich mich als besonders sportlich bezeichnen würde, aber ich bin gerne Ski und Motorrad gefahren, habe früher leidlich Volleyball gespielt und zeitweise habe ich mich durch joggen fit gehalten. Seit ich mit Anja zusammen bin, steht möglichst zumindest jedes zweite Jahr eine Radreise auf der Urlaubsliste ganz oben und wir haben mittlerweile schon einige Kilometer hinter uns gelassen und ganz viele unvergessliche Eindrücke erlebt.
Bedingt durch meine Herzerkrankung versuche ich JETZT zu leben und nichts mehr auf irgendwann später zu verschieben. Ich bin unendlich dankbar für mein, aus meiner Sicht neu geschenktes Leben, und versuche, dies auch nach all meinen Möglichkeiten zu leben. Das mit und durch meine Familie und Freunde erleben und teilen zu dürfen, empfinde ich noch als zusätzliches ‚Schmankerl‘.
Anja
Mein Name ist Anja, ich habe noch keine 5 vorne im Alter und arbeite genau wie Jörg auch im öffentlichen Dienst – allerdings in Berlin, wo ich auch die meiste Zeit des Jahres verbringe.
Sportliche Bewegung hat schon immer in meinem Leben eine wichtige Rolle gespielt. Nicht, dass ich besonders aktiv bei irgendwelchen Wettkämpfen gewesen wäre, aber ich habe im Kindes- und Jugendalter mit Leichtathletik angefangen, aber auch etwas Volleyball gespielt, bin zeitweise gern laufen gegangen und bis heute hat sich die Liebe zu den Pferden gehalten. Letztes nimmt auch heute noch den größten Zeitanteil in meiner Freizeit ein – insbesondere seit vor 10 Jahren meine Stute Mary in mein Leben getreten ist!
Wie Jörg schon geschrieben hat, hat es sich eingebürgert, dass wir alle zwei Jahre Urlaub auf und mit dem Rad machen. Wir genießen diese Entschleunigung, anhalten zu können, wo es schön ist und wo es Interessantes zu sehen gibt, und wo man mit dem Auto oft viel zu schnell vorbei ist…
Als Jörg mir vor vielen Jahren von seiner Idee erzählte, war ich gleich sehr angetan, auch wenn bei mir im Kopf sich schnell die Frage stellte, ob und wie so etwas wohl mit dem Job realisierbar sein könnte… aber dazu gibt es ja einen anderen Beitrag.
Wir…
… sind uns irgendwann vor nunmehr schon 10 Jahren über den Weg gelaufen. Schnell haben wir festgestellt, dass wir in vielerlei Hinsicht ähnlich ticken, aber die Umstände in der ersten Zeit standen weder in unseren Köpfen, noch was die persönlichen Umstände anbelangt auf ‚gemeinsame Beziehung‘. Aber wie es so oft im Leben ist, nicht alles läuft wie man es für sich vorher ausgedacht, geplant und arrangiert hat. Wir sind zusammengekommen und jeder hat sowohl die Heimat, als auch die dazugehörigen Familien der/des anderen ins Herz gefasst. 540 Kilometer Entfernung und eine Beziehung ohne ständiges Zusammensein sind für uns seit langem Alltag und wir leben ganz gut damit. Immer wieder thematisieren wir das und wenn es mal kritisch werden sollte für einen Teil, dann müssen wir Lösungen suchen.
Wir sind, was das radeln anbelangt, eher von der ‚gemütlichen’ Fraktion. Kilometerfressen ist also nicht unbedingt unser Ziel, sondern wir stoppen schon mal für einen nächsten Cappuccino (Jörg) oder Tee (Anja & Jörg) oder für eine schöne Kirche etc.. Der Weg ist das Ziel – und das hat Anja immer ganz gut im Blick. Sie plant für ihr Leben gerne und sehr verlässlich.
Für die 6 Monate Sabbatical gibt es keinen festen Plan – irgendwie an irgendwelchen Radwegen entlang, spontan und auf das Wetter reagierend – und abhängig vom persönlichen Gusto. Sich an den Gedanken ‚ohne Plan‘ zu gewöhnen war für Anja echt schwer, aber sie versucht es – ganz tapfer, wobei sicherlich viele ‚offene Möglichkeiten‘ im Hinterkopf festgehalten sind.
Mittlerweile steht der, wegen des Corona-Virus um 3 Monate verschobene Start hinsichtlich Zeit und Ort fest: es geht am 29. Juni 2020 in WOLFSBURG los.