Schlafstrandkorb

Der Weg weg von St. Peter-Ording führte uns zuerst über Westerheversand und an dem wohl bekanntesten Leuchtturm Deutschlands vorbei. Warum so bekannt? Wer kennt schon Westerherversand? Das Brauhaus Jever macht mit diesem Leuchtturm seit den 1970er  Jahren Werbung. Was eine Freundin von Anja bei einem versendeten Bild aus Jever veranlasste, auch ein Bild von DEM Leuchtturm zu schicken… Jever liegt aber ja gar nicht direkt an der Küste! Inzwischen wurde das Bild vom Leuchtturm natürlich nachgereicht 😉.

Anschließend geht es mal wieder immer hinter oder vor dem Deich entlang an Wiesen und Feldern und Schafen. Der Wind kommt von vorne,  aber was nicht kommt, ist ein nettes Hofcafé oder auch nur irgendeine kleine Kaffee- oder Fischbude am Wegesrand. Selbst an besagtem Leuchtturm gibt es zwar eine kleine  Ausstellung zum Wattenmeer, aber keinen Kaffee, geschweige denn einen Cappuccino oder sonst etwas trinkbares. Die Kilometer ziehen sich, der Wind kommt weiter von vorne und es gibt keinerlei Ablenkung. Es wird etwas zäh und vielleicht wisst ihr noch, was mit Männern passiert, wenn die Hunger haben oder keinen Kaffee bekommen 😉?!
Aber im Ernst: bei Jörg geht es ja manchmal sehr schnell, dass der Blutzucker innerhalb kürzester Zeit so absackt, dass nichts mehr geht und das von jetzt auf gleich ohne viel Vorankündigung 😞. Aus diesem Grund haben wir auch seit ein paar Jahren immer ein paar Müsliriegel im Gepäck, die auch an diesem Tag hilfreich sind!
Kurz darauf kommen wir dann aber doch noch am ‚Roten Haubarg‘ vorbei. Als Haubarg wird ein sehr großes Bauernhaus auf der Halbinsel Eiderstedt in Friesland bezeichnet, deren Bauweise im späten 16. Jahrhundert aus den Niederlanden auf die Insel Eiderstedt gebracht wurde. In diesem Haubarg lebten Mensch und Tier unter einem Dach, zudem wurde der Bereich unter dem Dach gleichzeitig als Heulager und Lagerstätte für allerlei für die Landwirtschaft nützliche Dinge genutzt. Im Fall des ‚Roten Hauberg‘ ist es inzwischen ein Restaurant mit einem unter dem Dach eingerichteten, kostenlos zu besichtigenden Museum, das eben gerade über die Geschichte dieses Haubargs berichtet. Schon allein die riesige Dachstuhlkostruktion und die Befestigungen des Reetdaches von innen zu bestaunen war sehr interessant. Jörg schaute sich dann besonders den alten Lanz-Bulldog Trecker genauer an, den er schon von Treckertreffen kannte, für die er sich in früheren Zeiten mal interessiert hat.
Dort erholen wir uns von den Kilometern gegen den Wind und essen sehr lecker, wenn auch gar nicht mal so preisgünstig 😉.
Anschließend geht es noch ein paar Kilometer weiter bis zu unserem Campingplatz kurz vor Husum. Allerdings wird der kleine, grüne Gugelhupf dieses Mal nicht ausgepackt, sondern wir haben uns in einem Schlafstrandkorb eingemietet. Anja hat das ausfindig gemacht und wir wollen das mal ausprobieren – auch wenn wir etwas unsicher sind, wie das werden wird!

Natürlich wäre es schöner gewesen,  wenn der Strandkorb direkt mit Blick auf’s Meer stehen würde, aber das ist hier nicht so – der Deich mit den Schafen ist dazwischen. Dennoch ist der Bereich mit Dünengras bepflanzt und nebenan ist noch eine bunte Blumen-Bienen-Wiese – insofern ist der Bereich deutlich anders gestaltet als der Rest des Platzes. Es sind insgesamt vier Schlafstrandkörbe, von denen aber nur unser als einziger belegt ist. Die Organisation unserer Sachen/Fahrradtaschen ist anders als im Zelt und somit ungewohnt, aber schließlich können wir uns gemütlich in den Strandkorb kuscheln und die Abendsonne genießen… Doch dann wird es schnell feucht, so dass wir den Korb schließen.

Wir schlafen super und endlich mal wieder auf gleicher Höhe seitdem Jörgs Isomatte durch die Luftmatratze ersetzt werden musste. Auch wenn unser Frühstück wie üblich lecker ist, könnten sie gerne noch einen Frühstücksservice anbieten 😀. Auf dem Platz gibt es auch einen sehr hübsch angelegten Schwimmteich den wir ausprobieren. Das Wasser scheint allerdings deutlich kühler als in der Nordsee zu sein. Schlussendlich gefallen uns die beiden geplanten Nächte im Schlafstrandkorb so gut,  dass wir noch eine dritte Nacht anhängen 😉 – danach sind allerdings alle Körbe besetzt, so dass wir weiterziehen ‚müssen‘.

Veröffentlicht von radreiseanjajoerg

Wir sind ein nicht ganz ‚normales‘ Paar, welches aber doch viele Gemeinsamkeiten hat und eine Beziehung nicht als Selbstläufer bzw. Selbstverständlichkeit sieht.

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