Auf Fehmarn gibt es auch Sonne!

(AR) Wir hatten ja schon fast nicht mehr damit gerechnet, aber für den Samstag änderte die Wetter-App auch nicht kurzfristig das Programm. Es sollte wirklich trocken bleiben und recht sonnig werden! Aber um uns nicht zu sehr zu verwöhnen, wurde es mit einer ordentlichen steifen Briese garniert. Aber das störte uns nicht so sehr, waren wir doch froh, dass es trocken war.

Der Wind fing bereits am Abend an und bei maximal vorausgesagten 13°C in der Nacht – ich glaube es war noch kühler – war es zum ersten Mal recht frisch, so dass wir die Schlafsäcke wirklich bis über die Köpfe zogen. Eigentlich sollen diese eine Wohlfühltemperatur bis zu -5°C haben. Jörg, der in der Windeinflugschneise lag und für mich den Windschutz darstellte, zog es vor sich nachts etwas Langes im Schlafsack anzuziehen. Und dass, wo er sonst immer derjenige von uns ist, der es nachts weniger warm braucht. Eigentlich war uns der Schlafsack vom Verkäufer empfohlen worden, weil es Frauen ja immer etwas wärmer mögen…

Nach dem Frühstück sattelten wir unsere bisher (toi toi toi) verlässlichen Drahtesel, um nun endlich am dritten Tag die Insel im etwas größeren Radius zu erkunden. Ein weiteres Mal war ich froh, dass wir mit den E-Bikes unterwegs waren und somit dem Wind etwas entgegen zu setzen hatten. Sobald wie möglich entfernten wir uns von der Hauptstraße und fuhren durch die kleineren Orte. Wir radelten quasi im Uhrzeigersinn über die Insel und das erste Etappenziel war Orth. Auf dem Weg dorthin kamen wir an der ersten Mühle auf unserer Reise vorbei, obwohl wir auch schon vorher zeitweise an der Mühlenstraße entlanggeradelt waren. Das dazugehörige Museum war wegen Corona zurzeit geschlossen. Dennoch gab es auch draußen das eine oder andere zu sehen.

Dann erreichten wir nach ein paar weiteren Kilometern, kurz vor Orth, wieder die Küste. An diesem Bereich war der Wind besonders heftig und so gab es dort eine Unmenge an Kitesurfern zu sehen, wie sie über das Wasser schnellten und lange Sprünge in der Luft vollführten. Der Wind war eben des einen Leid und des anderen Freud‘. Es war toll anzusehen – auch wenn wir, trotz der Sonne, dick in unsere Windjacken eingepackt waren.

Nachdem wir das Schauspiel einige Zeit beobachtet hatten, fuhren wir weiter in Richtung Függe zum Leuchtturm. Diesen hätte man als einzigen Leuchtturm auf Fehmarn besichtigen können, was jedoch aufgrund der aktuellen Situation zu langen Wartezeiten führte, so dass wir darauf verzichteten. Stattdessen ließen wir uns in dem windstillen Garten zu Kaffee und Eis nieder.

Danach ging es über den Jimi Hendrix Gedenkstein – ja, so etwas gibt es anlässlich eines Festivals von 1970 – über ein paar kleinere Dörfer im Norden der Insel zum Niobe-Denkmal (zum Gedenken derer die vor langer Zeit mit Mann und Maus mit dem Schulschiff Niobe im Meer versunken sind) und zum Fährhafen Puttgarden, wo natürlich nicht viel zu sehen ist.

Inzwischen fuhren wir mit dem uns von vielen von Euch gewünschten Rückenwind, so dass es nicht mehr ganz so anstrengend war und wir die Gegend genießen konnten. Insgesamt waren es 80 km und ein sehr schöner, sonniger Tag, der uns mit dem Wetter auf Fehmarn doch einigermaßen wieder versöhnt hat. Zum Abschluss sind wir für einen letzten Kaffee in ein kleines Hofcafé mit Hofladen eingekehrt, wo wir noch ein paar Kleinigkeiten fürs Abendessen besorgt haben.

Allerdings war nach dem Abendessen die Hausarbeit noch nicht erledigt, da wir unbedingt noch die Möglichkeit des Wäschewaschens auf dem Campingplatz inkl. Trockner nutzen wollten. Das zog sich dann zwar noch etwas länger in den Abend hinein, war aber andererseits garniert mit etwas Livemusik, die auf dem Platz zum Besten gegeben wurde und am Strand verabschiedete sich der Tag mit herrlich farbigen kleinen Wolken…

Update: Sonntag 13:47 Uhr

Wir sitzen in der Bahn erstmal nach Lübeck. Wieder Wolken, Wind und Nieselregen – wir haben die Nase voll vom Norden, zumal Freunde aus dem Urlaub am Chiemsee nur über bestes Wetter und tollen Radtouren berichten. All den Verwandten, die wir eigentlich im Bereich um Bremen noch besuchen wollten – sorry, aber das muss warten. Wohin wir jetzt letztendlich fahren werden wissen wir selber nicht, der Plan wird sich aus den Möglichkeiten entwickeln. (Anm. Jörg) Die ‚Reiseleitung’ arbeitet schon wieder mit Hochdruck an der bestmöglichen und effizientesten Möglichkeit des Weiterkommens. 😉

Veröffentlicht von radreiseanjajoerg

Wir sind ein nicht ganz ‚normales‘ Paar, welches aber doch viele Gemeinsamkeiten hat und eine Beziehung nicht als Selbstläufer bzw. Selbstverständlichkeit sieht.

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