Von Mainz den Main entlang

(AR) Unser nächstes Ziel war, dass wir uns Mainz ansehen wollten, und so querten wir am nächsten Tag nach rund 20 km  mal wieder den Rhein – ich weiß nicht zum inzwischen wievielten Male auf unserer Reise.

Nach dem Weg am Rhein entlang zur Innenstadt, schlossen wir unsere Räder direkt zwischen Dom und dem Gutenberg-Museum an und machten unsere Entdeckungstour wie üblich zu Fuß.  Der äußerlich imposante Dom war „aufgrund der aktuellen Situation“ nur von Donnerstag bis Sonntag geöffnet – also waren wir mal wieder einen Tag zu früh. Wir schlenderten weiter durch die Fußgängerzone, ersetzten in diesem Zuge jeder seine Outdoorschuhe durch ein Paar neue und schauten uns die teilweise sehr schönen alten Häuser an. Zwischendurch noch einen Imbiss und die Zeit verging wie im Flug. Später am Nachmittag schwangen wir uns wieder auf die Räder, querten zum vorerst letzten Mal den Rhein wieder nach Hessen und bahnten uns unseren Weg zum Main, denn wir hatten noch eine Verabredung! Es ging am Main entlang bis zum Schwarzbach und dann den Schwarzbach hinauf ins Lorsbachtal bis zum Ort Lorsbach. Dort wohnt u.a. ein Cousin meines Vaters und auch dessen Sohn Stefan, von dem ich damals mein erstes Auto, meinen heiß geliebten knallroten Käfer Cicero, gekauft habe (Anfangs scheinbar zum Leidwesen meiner Eltern bis ich meinen Vater mal Freunden gegenüber sagen hörte, dass ich ja jetzt einen Käfer fahren würde. Sein erstes Auto wäre ja auch ein Käfer gewesen und der sei unverwüstlich 😉 ). So hatte ich also am Tag zuvor Kontakt mit Stefan per WhatsApp aufgenommen, er freute sich uns zu sehen und lud uns spontan ein, eine Nacht bei ihm und seiner Lebensgefährtin Deborah zu verbringen. Gesagt, getan – denn so hatten wir mehr Zeit zum Quasseln, da wir uns lange nicht gesehen hatten. Wie lange war ich nicht mehr hier gewesen?!? Zuletzt hatte ich Stefan und seine damalige Frau Uli ca. im Herbst 2016 gesehen als ich dienstlich zu einer Normungssitzung in Frankfurt gewesen war. Früher als Kind / Jugendliche kann ich mich erinnern, dass ich mit meinen Eltern öfter mal bei Hilde und Wolfgang und ihrem Sohn Stefan gewesen bin. Wir hatten dann oft auch den einen oder die beiden weiteren Cousins meines Vaters und deren Familien getroffen. Zu Wolfgang, Hilde und Stefan sowie zu Oma Ließchen war der Kontakt aber irgendwie immer am engsten gewesen. Es war immer sehr herzlich, es wurde viel getrunken und gegessen. Stefan und Deborah haben sich das scheinbar auch zu eigen gemacht, so dass wir uns sehr schnell willkommen fühlten, obwohl wir uns schon so lange nicht gesehen hatten bzw. Stefan Jörg und wir Deborah noch nicht kannten. Es war eine tolle Zeit, die auch viele schöne Erinnerungen hervorbrachte.

Wir haben ja inzwischen schon viele Übernachtungen machen dürfen und Jörg hat es sich zum Hobby gemacht für Hotels und Campingplätze dazu in der Regel Rezensionen bei Google zu schreiben. Im Falle von Stefan und Deborah wäre ganz sicher das „Betthupferl“ in Form der „längsten Praline der Welt“ als Specialeffect erwähnt worden. Aber auch das umfangreiche Frühstück und die zusätzliche Wegverpflegung, die mich wie gesagt sehr an die früheren Besuche bei Hilde und Wolfgang erinnert haben. Herzlichen Dank an der Stelle auch nochmal an euch, Stefan und Deborah, für die Spontanität, den herzlichen Empfang und die tolle Zeit! Wir revanchieren uns gerne in Berlin oder Duisburg.

Dann ging es über die Altstadt von Frankfurt-Höchst (sollte man nicht glauben, aber die kann man sich wirklich anschauen) wieder zurück zum Main und diesen weiter aufwärts. Man merkte bereits morgens, dass es wie angekündigt sehr warm werden würde, was sich später auch mit über 30°C so einstellte. Wir genossen den Luftzug beim Radeln und entschieden uns gegen einen Besuch von Mainhatten – wie Frankfurts Innenstadt auch genannt wird – und ließen die Skyline nur vom Main aus auf uns wirken.

Unsere Tagesetappe endete in Kehl am Main, wo wir das erste Mal für die  bevorstehende Nacht die bayrische Landesgrenze überradelten. Wir hatten einen Platz auf einem Campingplatz am See ergattert und freuten uns darauf – aber was uns da erwartete, brauchte etwas Zeit um es zu verdauen. Ein schöner See ohne Frage, aber auch Menschen über Menschen, da viele Tagesgäste auf den Zeltplatz gelassen werden…

Die Zeltwiese bzw. der Zeltstrand war recht abschüssig zum See gelegen und so dauerte es etwas, bis wir ein passendes Plätzchen fanden. Das was wir fanden, lag dann allerdings im wohltuenden Schatten. Wir bauten das Zelt auf, aßen noch eine Kleinigkeit und nach und nach verließen die Tagesgäste den See, so dass es erfreulich und fast unerwartet ruhig auf dem Platz wurde. Wir kühlten uns noch im See ab, bevor wir für die Nacht ins Zelt krabbelten und sehr gut schliefen – bis morgens um 6 Uhr.  Die auch dort wohnenden Wildgänse hatten sich scheinbar zum Weckeinsatz verabredet und machten ca. 10 – 15 Minuten lautes Gegacker und Geschrei – dann war alles wieder ruhig. Echt etwas spooky! Wir schlummerten nochmal etwas ein und genossen die morgendliche Kühle, da auch dieser Tag wieder heiß werden sollte.

Zwischen Pfälzer Wald und Odenwald

(AR) Am nächsten Morgen begrüßte uns wieder die Sonne und die Regenwolken hatten sich verzogen. Nach einem leckeren Frühstück vom Hotelbufett sattelten wie die Drahtesel und ritten vom Parkplatz. Wir machten einen kleinen Bogen nach Süden über Heppenheim bevor es uns in Richtung Mainz zog, um anschließend, so die grobe Überlegung, in den kommenden Tagen den Main ein Stück hinauf zu fahren.

Heppenheim hat eine sehr schöne kleine Altstadt mit Fachwerkhäusern und kleinen Gassen. Insgesamt ist der Bereich nicht allzu groß, so dass man sich entspannt Zeit lassen kann, um durch alle Gassen zu schlendern und die Kirche am Berg anzusehen. Wenn man sich für Fabelgeschichten der Umgebung interessiert, kann man diese an den Laternen der Altstadt nachlesen, wo kleine Schilder mit Scherenschnitten zu den Geschichten befestigt sind, die abends auch noch illuminiert werden, was sicherlich nett aussieht. An ausgewählten Abenden finden dazu wohl kostümierte Führungen statt, bei denen ausgewählte Fabeln zum Besten gegeben werden. An so etwas habe ich ja immer viel Spaß und Jörg steht dem auch sehr offen gegenüber. Da solche eine Führung allerdings nicht zufällig an diesem Abend stattfinden sollte (dann wären wir vielleicht sogar noch eine Nacht geblieben), beließen wir es beim Lesen der ein oder anderen Fabel und amüsierten uns.

Seit wir tags zuvor die Ausläufer des Pfälzer Waldes verlassen hatten und damit die Weinberge im Westen liegen ließen, kamen wir wieder in die Rheinebene, die auf der östlichen Seite vom Odenwald begrenzt wurde. In diesem Bereich auf beiden Seiten des Rheins wird in erster Linie Gemüse auf den Feldern angebaut: Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren, Kürbisse, Petersilie, Schnittlauch…. Jörg hat das eine oder andere an diesem Tag für den abendlichen Eigenbedarf auf den Feldern „erbeutet“ und ich habe quasi „Schmiere gestanden“. Zwischen den geernteten Kartoffeln, Zwiebeln, der Petersilie und dem Schnittlauch – alles andere war noch nicht reif – lagen immer ein paar Kilometer, damit die „Last“ für unseren kleinen Mundraub auf mehrere Bauern verteilt wurde. Am späten Nachmittag haben wir in einem Supermarkt auf dem Weg zum Zeltplatz in Groß-Gerau gekauft, was die Natur nicht hergab, so dass es Kartoffeln mit Käuterquark, Lachscheiben und etwas Salat zum Abendessen gab – schmeckt gleich viel besser, wenn man selbst geerntet hat!

Ansonsten hatte Jörg für diesen Tag für mich eine kleine Schikane eingebaut: er hatte sich abends um das Laden der Akkus im Hotel gekümmert, aber meiner war leider nicht richtig geladen worden… Ich weiß nicht, was ich davon halten soll – ich hatte eigentlich nicht den Eindruck, dass es am Tag zuvor irgendwie schlechte Stimmung gegeben hatte. Oder hatte ich etwas nicht mitbekommen? Er versicherte mir, dass zwischenmenschlich alles in Ordnung sei, und dass beide Akkus eigentlich geblinkt hatten zum Aufladen. Es könnte aber sein, dass er vielleicht dann doch nochmal ans Kabel gekommen sein könnte und sich der Stecker dabei etwas gelöst hat. Na ja, etwas Saft hatte ich noch (der Akku war ca. halbvoll), die Strecke war nicht mehr so hügelig und wir hatten ja schon eine komplette Übungsetappe fast ohne Motor gemacht – wenn auch ohne Gepäck. Auf der Strecke blies zeitweise der Wind recht ordentlich, so wie man sich das immer in der Norddeutschen Tiefebene vorstellt, dennoch probierte ich weite Strecken ohne zu fahren und Jörg bot mir zum Ausgleich seinen Windschatten an – schien also keine gewollte Schikane gewesen zu sein!

Der Zeltplatz in Groß Gerau, der als Nachtlager dienen sollte, war eher von der Kategorie „Augen zu und durch“. Die Zeltwiese glich mehr einem festen Acker, auf dem eine halbwegs ebene Fläche schwer zu finden war, und es war durch die dichte Lage an der A67 natürlich nicht so ruhig. Das hatten wir zwar vorher schon vermutet, aber es gab keinen alternativen Campingplatz in der Nähe und aufgrund des leergefahrenen Akkus war es auch keine Alternative „außerhalb“ zu übernachten. Aber für eine Nacht geht ja vieles und unser leckeres Abendessen entschädigte alles! Den Ausklang bildetet ein leckeres Fläschchen Rotwein (immer gut bei fehlender Kühlmöglichkeit) und zur Feier des Tages und als absolute Ausnahme eine Tüte Chips.

Wir kehren Lambsheim den Rücken…

(Ju) Wie bereits geschrieben, haben wir die letzten Tage in der Pfalz und bei unseren Bekannten genossen und genutzt, um neue Eindrücke zu sammeln. Aber alles hat irgendwann ein Ende und wir wollten weder die Gastfreundschaft über die Maße beanspruchen noch wollten wir unseren ‚Plan‘ völlig aus dem Blick verlieren. Da kam es uns auch gelegen, dass Kerstin und Uwe ab Montag den Weg zurück in den beruflichen ‚Regelbetrieb‘ einleiten mussten. Unser regelmäßiger Alltag sieht ja zurzeit etwas anderes aus, aber wir haben uns beide auch wieder aufs Radeln gefreut.

Anja hat mich ja völlig im Glauben gelassen, dass wir ad hoc entscheiden wie und wohin es weiter geht, aber ich denke sie hat sich schon vorher zumindest gedanklich einen Plan im Kopf zurechtgelegt welche Ziele angefahren werden (könnten). So haben wir uns schon am Abend zuvor von Uwe verabschiedet; von Kerstin erst am Morgen denn sie fing etwas später an zu arbeiten. Dann haben wir in Ruhe die letzten Sachen gepackt und die Türe hinter uns zugezogen.

Der erste Weg führte uns zur Post, denn ich hatte die Zeit genutzt um nicht benötigten bzw. überschüssigen Kram auszusortieren und in einem Paket unterzubringen, welches ich zu mir nach Hause schicken wollte. Zu unserem Erstaunen standen dann 5,5 kg auf der Waage. Dieses Gewicht stört die nächsten Wochen schon mal nicht mehr. Aber irgendwie hoffe ich auch darauf, dass ich nicht doch noch irgendetwas davon neu kaufen muss, da irgendwann der Fall der Fälle eintritt, wo man etwas benötigt, was jetzt in dem Paket schlummert.

Nach einem guten Frühstück in der Lambsheimer Bäckerei, übrigens auch gleichzeitig im Augenblick die einzige vor Ort, ging es dann los in Richtung Worms, die geschichtsträchtige Stadt mit ihrem Dom, vielen Kirchen und der Nibelungenbrücke. Es waren ‚nur‘ 25 km, aber wir merkten auch noch unser Debüt der Tagesetappe „(fast) ganz ohne Motorunterstützung“ vom Vortag, wo ja mal wieder einige Höhenmeter vorgekommen sind. Gedanklich wuchs nochmal der Respekt für die Leistung von Kerstin und Uwe, die ja gänzlich ‚ohne’ unterwegs waren (auch auf dem steilsten Stück, wo Anja und auch ich ohne ‚motorische’ Hilfe völlig aufgegeben hätten). Wie es denen und deren Oberschenkeln wohl zurzeit ergeht, wenn selbst wir, als schon einigermaßen Geübte, noch schwere Beine haben?!?

In Worms haben wir die Räder wie üblich ‚geparkt‘ und erstmal den Dom besichtigt, der übrigens nicht in West-/Ostachse ausgerichtet ist wie alle bisher besichtigten Kirchen, oder mein Kompass in der Uhr war völlig verpeilt. Ein Modell der früher mal bestehenden Kirche und der umliegenden Gebäude machte deutlich, wie wenig der ehemaligen Bausubstanz überhaupt noch erhalten ist. Zudem hat man wohl zwischendurch um Erhaltung und Pflege der ehemaligen Optik nicht viel gegeben und neuere, damals als modern geltende Bauten, sehr nah im Umfeld angebaut, sodass der Dom einem recht eingezwängt ins Stadtbild vorkommt. Ansonsten wirkte alles auf uns recht unspektakulär, obwohl viele Hinweise auf die Nibelungensage und auf Martin Luther zu finden waren, wir aber nicht unbedingt auf einen Besuch im Museum aus waren. Wir machten uns auf zum Rhein denn den mussten wir auf dem Weg nach Lorsch eh überqueren. Lorsch deshalb, weil wir uns dort die Überreste des alten Klosters ansehen wollten. Und dann fährst du nicht nur über den Rhein, sondern durch das Tor des Nibelungenturm hindurch, welches genau betrachtet auch eines der vielen Tore und Türmchen der Zauberschule Hogwarts aus ‚Harry Potter‘ hätte sein können.

Das Kloster Lorsch ist Weltkulturerbe – da stellt man sich ja schon was ganz besonderes vor, was sich für mich nicht unbedingt auf den ersten Blick so darstellt. Die Umrisse der nicht mehr vorhandenen Gebäude sind auf der Rasenfläche dargestellt und ich mache mir eher Gedanken darüber wie man das Gras so schön gemäht bekommt, und ob die wohl hier einen eigenen Green-Keeper wie auf dem Golfplatz beschäftigen. Ja, nennt mich ruhig Kulturbanause, aber ich kann nichts für meine Gedankengänge. Sehen kann man genau genommen dann die vier einfach gehaltenen Außenwände der ehemaligen Klosterkirche, eine Scheune und die Königshalle. Leider war Montag, so dass keine Führungen angeboten wurden, die sicherlich viel Interessantes beinhaltet hätten. Also machten wir uns auf eigene Erkundungstour soweit dies möglich war bis langsam dunklere Wolken am Himmel aufzogen. Das über das Handy abgefragte Regenradar wies für den Abend und die Nacht dann Dauerregen aus, so dass wir uns für ein Hotel entschieden… und das war auch gut so! Ein tolles und befriedigendes Gefühl, wenn es draußen langanhaltend regnet und man sicher sein kann, am nächsten Morgen kein nasses Zelt einpacken zu müssen… wir hatten – mal wieder – alles richtig gemacht!

Unsere letzten Tage in der Pfalz

(AR) Auch wenn wir jetzt ein paar Tage mit dem Schreiben des Blogs Pause gemacht haben, sind wir natürlich keinem bösen Tier o.ä. in unserer zweiten Nacht im Weinberg zum Opfer gefallen – auch wenn der eine oder andere schon etwas besorgt nachgefragt hat, da wir so lange nichts geschrieben haben. Das hat allerdings andere Gründe, aber der Reihe nach.

An diesem Morgen im Weinberg wurden wir nicht durch einen Traktor aufgeschreckt. Ich war allerdings trotzdem um 6 Uhr wach und meine Ohren waren die ganze Zeit außerhalb der Zeltwand auf der Lauer nach irgendwelchen seltsamen Geräuschen bis Jörg endlich gegen 7 Uhr erwacht ist. In der Nacht hatte ich alkerdings tief und fest auch ohne Ohrstöpsel geschlafen und mir keine weiteren Gedanken über komische Geräusche gemacht. Wir warteten nun aber nicht lange, sondern machten uns frisch in unserem kleinen Bad (der aufgehängte Wasserkanister gibt einem sogar das luxuriöse Gefühl von fließend Wasser) am Weinberg, packten anschließend alles zusammen und machten uns auf den Weg nach Bad Dürkheim.

Der Weg führte uns weiter durch die Weinberge, durch mehr oder weniger belebte Orte und es wurde recht warm. Wir erreichten das hübsche Bad Dürkheim am Rande des Pfälzer Waldes (liebe Grüße an Thea an dieser Stelle!). Direkt vor dem Bahnhof, umringt von Bäumen und Sitzgelegenheiten, trafen wir auf den Wurstmarktbrunnen, der mit seinen Darstellungen thematisch das größte Weinfest der Welt (Angabe aus Wikipedia) aufgreift und das in Bad Dürkheim stattfindet. Das ist so vielfältig dargestellt, dass man schon eine Weile dort verweilen kann, um alles auf sich wirken zu lassen und um sich so recht kurzweilig die Zeit zu vertreiben. Von dort aus waren es dann nur wenige Meter bis zur Fußgängerzone, wo es auch das eine oder andere Café gab, so dass auch der Mann glücklich zu stellen war. Allerdings machten wir erst einen kleinen Stadtrundgang und ließen uns dann im Schatten nieder, um etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Die schön gestrichenen Häuser, die kleinen Cafés, überall große Kübel mit Olenander und Palmen in der strahlenden Sonne… bei diesem Anblick waren wir uns schon fast nicht sicher, ob wir vielleicht doch in Frankreich, Italien oder Spanien gelandet waren. Nach der Stärkung fuhren wir noch an dem riesigen Weinfass mit einem Fassungsvermögen von rund 1,3 Millionen Litern (mit heute innen untergebrachter Gastronomie) sowie der großen Saline von Bad Dürkheim vorbei. Insbesondere die große Saline war schon sehr beeindruckend und wirkte mit dem daneben verlaufenden Bach und der geschmackvollen Bepflanzung richtig einladend, wenn man den riesigen Parkplatz zwischen diesen beiden Sehenswürdigkeiten ausblenden kann. Auf diesem Parkplatz findet übrigens der „richtige“ Wurstmarkt (Erklärung siehe oben) statt. Aufgrund der inzwischen doch recht hohen Temperaturen, aber auch da wir ja über Nacht die Akkus der Räder nicht aufgeladen hatten, haben wir davon angesehen noch weitere Sehenswürdigkeiten im Umkreis anzusehen und sind ohne Umwege bis zum Etappenziel Lambsheim gefahren.

Somit trafen wir dann – etwas zeitiger als erwartet – am frühen Nachmittag in Lambsheim bei unseren Bekannten ein, deren Einladung wir gerne gefolgt waren. Mit großem Hallo, da wir uns bereits einige Zeit nicht mehr gesehen hatten, wurden wir von Kerstin begrüßt, aber kurze Zeit später kam auch ihr Mann Uwe dazu, der vorher noch beruflich eingebunden war.

Wir konnten die nachfolgenden heißen Tage in der Pfalz bei und mit ihnen verbringen und waren ganz froh in dieser Hitze keine Kilometer schrubben „zu müssen“. Stattdessen legten wir zu viert am Freitag einen Tag am See ein, besuchten – es war wirklich mal wieder an der Zeit! – einen Fahrradladen (um Fett für die neu erworbenen Paralle-Sattelstütze zu kaufen) und saßen abends gemütlich beim Grillen zusammen. Dabei erzählten sie von ihrem Plan, für den Innenhof eine Doppelliege aus Paletten selbst bauen zu wollen, aber das sie bisher noch nicht dazu gekommen seien. Also vereinbarten wir kurzer Hand für den nächsten Tag das Projekt gemeinsam anzugehen. Kerstin und Uwe besorgten morgens im Baumarkt alle erforderlichen Utensilien nachdem wir beim Frühstück gemeinsam nochmal über ihre Vorstellungen und die sinnvollste Konstruktion gesprochen hatten.

Die drei haben dann fleißig gesägt, gebohrt und geschraubt und die Bauingenieurin zwischendurch nochmal um eine vermeintlich qualifizierte Meinung gefragt. Ich habe die Truppe zwischenzeitlich mit einem kleinen Imbiss verpflegt und mich um die Pflege der Oleander gekümmert. Wir hatten viel Spaß! Mit so vielen Händen und den sich während des ‚Projekts’ entwickelnden guten Ideen, war die Arbeit am frühen Abend abgeschlossen und konnte „abgenommen“ werden! Die beiden haben sich riesig gefreut, dass ihr Gedankenprojekt mit unserer Hilfe nun doch etwas schneller vor ihnen stand als erwartet – und wir hatten das Gefühl uns damit auch etwas für ihre Gastfreundschaft revanchiert zu haben. Außerdem kam das unseren Vorstellungen von ‚sich nützlich machen für eine Unterkunft‘ schon nah, auch wenn es den Kern nicht hundertprozentig traf.

Am Sonntag war es endlich nicht mehr ganz so warm, aber der angekündigte Regen blieb dennoch aus, so dass wir uns bei angenehmen Temperaturen zu einer gemeinsamen Radtour aufmachten. Es sollte noch einmal etwas weiter in Richtung des Pfälzer Walds gehen, nämlich zum Eiswoog, einem großen Stausee mit wunderschönem Wandergebiet. Da unsere beiden Gastgeber bisher Verfechter von nicht elektrisch unterstützten Rädern sind, versuchten wir die Strecke nicht ganz so intensiv hinsichtlich der zu bewältigenden Höhenmeter zu gestalten, so dass wir alle die Strecke ohne Motorisierung bewältigen konnten – zumindest so weit wie möglich. Und so mühten auch Jörg und ich uns fast die gesamte Strecke ohne die Akkus in Aktion zu nehmen – mit Ausnahme an einem sehr steilen Stück. Kerstin ackerte sich an dieser Stelle bis nach oben – unseren absoluten Respekt an dieser Stelle nochmals! -, wir nutzten unseren Motor und hätten aber ansonsten wie Uwe das letzte Stück schieben müssen. Uwe war überrascht, wie gut sich ein E-Bike auch als ‚normales’ Fahrrad bewegen lässt und ehrlich gesagt war es auch uns selber bis zu diesem Zeitpunkt nicht so bewusst, da uns der direkte Vergleich einfach fehlte. Zumindest ich hatte allerdings zwischenzeitlich das Gefühl meine Oberschenkel hätten das doppelte Volumen angenommen, um die Höhenmeter zu schaffen.

Als wir am See ankamen und einen Imbiss zu uns nahmen, klärten wir die Frage, ob auch alles wieder zurückgeradelt werden sollte oder ob wir vom nächsten Ort den direkten Zug zurücknehmen sollten. Wir entschieden uns für letzteres – auch um nicht am nächsten Tag völlig platt zu sein. Zurück in Lambsheim ließen wir den Tag bei einer Weinschorle aus den typisch pfälzischen Dubbegläser ausklingen. Bei den Dubbegläser handelt es sich um welche, mit runden Vertiefungen übers gesamte Glas, um beim teilweise etwas fetthaltigen Pfälzer Essen, nicht den Halt am Glas zu verlieren.

Aufgrund der vielfältigen und erlebnisreichen Zeit bei Uwe und Kerstin sind wir weder zum Schreiben des Blogs noch zum Bilder machen gekommen wie wir festgestellt haben – daher ein Bericht nur mit bildlichen Eindrücken aus Bad Dürkheim.

Am Rande der Legalität…

(Ju) Die Grillen zirpen, eine Heerschar von Fliegen und anderem Getier hat sich zwischen unserem Schlafzelt und dem Außenzelt verirrt und das Geschwirr hört sich an wie das sanfte prasseln von Regentropfen. Zudem raschelt es mal hier, krabbelt es mal dort und relativ nah am Zelt scheint irgendein Nager sich genüsslich über irgendwelche Gräser herzumachen. Hört sich fast so an wie schnell hintereinander Salzstangen aufzuknabbern. Etwas weiter weg hat eine Gruppe Jugendlicher wohl ein Treffen anberaumt – sie ‚chillen‘ wahrscheinlich, wie man das neudeutsch jetzt nennt, dies aber relativ lautstark. Wir haben uns heute einfach mal ganz unvorschriftsmäßig wild campend wieder in einen Weinberg gestellt. Na ja, wir wollten ja auch ein wenig Abenteurer sein und dazu gehört doch auch, mal was ‚völlig verwegen unerlaubtes‘ zu tun, oder? 😏

Unser Tag begann mit einem Frühstück auf dem Hotelzimmer, bei frischem Tee und Kaffee aus einer Nespresso-Maschine. Viel besser kann ein Tag nicht beginnen. Wir schafften es bis 11 Uhr aus dem Zimmer zu sein und zum x-ten Mal kämpfte Anja mit unserem Garmin-GPS-Navigationsgerät, auf das wir immer die vorher über Komoot geplanten Touren übertragen. In den letzten Tagen traten aber immer wieder extreme Probleme damit auf, Anja hätte das Teil glaube ich schon so manches Mal gerne irgendwo auf den Asphalt getackert. Das Internet sagt dazu, dass Garmin wohl einem Cyber-Angriff zum Opfer gefallen ist und erpresst wird, weshalb das gesamte System mehr oder weniger völlig offline ist. Also fahren wir heute aus der Stadt nur via Handy – leider sieht man bei der prallen Sonne und der dunklen Sonnenbrille fast gar nichts. Stopp und Go – immer mal vergewissern, der Weg passt ungefähr. Nur am Rande, weil ich mir so lebhaft vorstellen kann, was vor allem der älteren Generation der (Mit-)Leser durch den Kopf geht: Wir wissen um die Vorzüge von Kartenmaterial in Papierform bei GPS-, Internet- oder Stromausfall und könnten damit auch noch umgehen, aber das wird erst dann unsere letzte Anschaffung werden, wenn technisch nichts mehr machbar ist. Wäre doch auch gelacht, wo wir soviel Knete für den kleinen Schlaubi am Lenker ausgegeben haben. Außerdem sind wir ja zurzeit auf dem grundsätzlich gut ausgeschilderten Radweg „Deutsche Weinstraße“ unterwegs.

Wir fahren erstmal zurück nach Siebeldingen, um da wieder den Einstieg in die von Anja präferierte Route zu finden. Ganz komisch – meine ‚Reiseleiterin‘ fährt hinter mir her, mein Rad ist heute das schlaue, trägt das Navi am Lenker. Und tatsächlich ist es ein schöner Weg heraus aus der Stadt, viel am Bach entlang unter Bäumen, angenehm im Schatten. Ab Siebeldingen folgen wir den offiziellen Radwegen – zumindest so grob. Manchmal denke ich mir, was reitet die Leute einen Radweg genauso und nicht anders zu führen?! Du kommst durch jedes Kuhdorf, leider aber immer nur so halb, denn an den Kaffebuden, Kuchen- und Gebäckregalen oder sonstigen Leckerlis kurven die immer drumherum. Anfangs hatte ich ja Anja in Verdacht, sie ist ja (zum Glück und mit Recht) auch immer etwas auf unsere Figuren bedacht, aber seit ich auch selber plane ist mir bewusst – sie ist da völlig unschuldig. Dann führen die Wege von einem Dorf zum anderen natürlich nicht die Straße entlang (was ich ja grundsätzlich verstehe und gut finde), aber muß es immer in einem riesigen Bogen möglichst bergauf, dann aber gefühlt nur einen Bruchteil des mühsam erkletterten Terrains wieder bergab zum nächsten Dorf gehen, wo es dann wieder keinen Kaffee gibt?! Aber wir haben ja vorgesorgt, immer ein wenig zu essen dabei und so machten wir irgendwann Pause um Pfefferbeißer zu essen (das Brot ließen wir wegen der vielen Kohlenhydrate weg) und ’nen ordentlichen Schluck aus unseren Wasserflaschen zu nehmen. War ein richtig idyllisches und lauschiges Plätzchen mit wenig Publikumsverkehr, direkt auf den Bänken an der Kapelle des örtlichen Friedhofes. Manchmal muss man einfach auch ungewöhnliche Gelegenheiten wahrnehmen.

Über viele wirklich schöne, oft aber sehr verschlafen wirkende Örtchen ging es nach Neustadt an der Weinstrasse. Hier fand wieder Leben statt – reichlich und viel lauter als wir es von unseren letzten Stunden gewohnt waren. Wir schlenderten durch die verschiedenen Straßen der Fußgängerzone und blieben dann recht weit außerhalb in einer ganz kleinen Gasse an einem Café „Schwarzer Kater“ hängen. Kaffee mit Chili und Schokopulver für mich, für Anja Wasser mit Zitronen- und Minzsirup und einmal Pflaumenkuchen mit zweifach Werkzeug (erwähnte ich schon das Thema Kohlenhydrate?) – absolut zu empfehlen. Die Pausenzeit haben wir natürlich nicht einfach vertrödelt, sondern aktiv nach Übernachtungsmöglichkeiten gesucht. Die örtliche 1nitetent-Varinante sagte uns leider ab, da sie erst zu spät zu Hause sei. Zur Erinnerung: „1nitetent“ ist ja eine Internetseite, auf der Leute ihren Garten, ihre Obstplantage oder ähnliches für eine Übernachtung kostenfrei anbieten (liebe Grüße an der Stelle nochmal an Michael in Celle!). Leider sind diese Möglichkeiten auf unserem Weg per Rad leider doch nicht so vielfältig gesät, wie wir uns anfangs erhofft hatten.

Schnell war aber klar, das wird eine Nacht im Zelt – ohne Strom und sanitäre Anlagen. Wir sind daher erstmal zum Rad zurück, haben unseren Wasserkanister geholt und uns nach der nicht erfolgreichen Suche nach einem öffentlich zugänglichen Wasseranschluss, für die Variante ‚wir fragen einfach im Restaurant nach’ entschieden – und das sogar auf Anhieb mit Erfolg. Da hatten wir anderenorts doch schon weniger Entgegenkommen hinnehmen müssen. Egal – wir werden heute nicht verdursten und können uns morgens vernünftig waschen – wir haben dazugelernt. Und wir werden auch keine Probleme mit den Akkus bekommen, denn trotz der vielen Steigungen sind diese noch relativ gut gefüllt und sollten uns morgen bis nach Lambsheim, unserem nächsten Etappenziel, bringen. Ja, so ist das, denn wir versuchen jetzt immer möglichst viele Kilometer mit möglichst wenig maschineller Unterstützung zurückzulegen, was sicher von Tag zu Tag leichter fallen wird (so hoffen wir wenigstens).

P.S.: Mittlerweile ist es stockdunkel, die chilligen Jugendlichen haben sich beruhigt und man hört fast nichts mehr von ihnen. Dafür nehmen die tierischen Nahgeräusche rundum zu. Geht man jetzt noch zum Pullern vor‘s Zelt, oder kann das warten bis es hell wird? Das Vieh am Zelt macht mich kirre, was mag das wohl sein? Hört sich schon größer an – wie gut, das es keine ‚Problembären’ oder sonstige wilde Tiere oder hier in der Gegend gibt. Allerdings will auch niemand nachts auf ’nen kampfeslustigen Igel treffen, der sich einfach gestört fühlt. Egal – ich muss tapfer sein – bis morgen früh warten ist keine Option. Wir lesen uns hoffentlich noch… 😏

Rückblick auf die letzten Tage…

(AR) Wir liegen mal wieder im Bett eines kleinen Hotels. Inzwischen sind wir in Landau in der Pfalz angekommen, daher ein kurzer Rückblick.

Den letzten richtigen Tag im Schwarzwald haben wir am Sonntag mit einer Radtour nach Kehl am Rhein verbracht. In der Nacht hatte es etwas geregnet, morgens war es leicht bewölkt, aber es sollte dann aufklaren und so ließen wir uns etwas Zeit bis zum Start. Den ganzen Tag über blieb es bewölkt, aber bei angenehmen Temperaturen.

Unser Besuch in Kehl galt in erster Linie der „Passerelle des Deux Rives“ – einer Brücke über den Rhein, die mich aus konstruktiver und architektonischer Sicht interessierte. Es ist schon ein interessantes Bauwerk, das „nur“ für Radler und Fußgänger gebaut worden ist! In zweiter Linie liegt, einen Katzensprung entfernt, auf der anderen Seite des Rheins in Frankreich Straßburg. Unsere Überlegungen, ob wir in die Innenstadt von Straßburg fahren sollten, erübrigten sich in dem Moment, als wir auf der Mitte der Brücke waren und die Konstruktion bestaunten. Es fing ein kräftiger Schauer an und wir flohen – mangels unserer Regenbekleidung – in das nächstbeste Lokal. Aufgrund des eine Zeitlang anhaltenden Regens und der fortgeschrittenen Zeit entschieden wir, Straßburg eher zu irgendeinem anderen, späteren Zeitpunkt einen Besuch abzustatten. Insgesamt gefiehl es uns auf der Fahrt sehr, nochmal durch die vielen Obstplantagen zu fahren und die eine oder andere Pflaume direkt vom Baum zu futtern…

Am nächsten Morgen packten wir dann alles zusammen und nahmen zum letzten Mal den Vorzug der Konus-Karte war. Mit dem Zug ging es von Achern bis nach Karlsruhe zurück, von wo aus wir in Richtung Pfalz zur Deutschen Weinstraße radelen wollten. Es waren 30°C und nur der Fahrtwind kühlte etwas. Die Strecke durch die Stadt und bis hinter Wörth am Rhein war nicht so erbaulich und zog sich ziemlich hin. Erst danach wurde es wieder ländlicher und eine längere Strecke führte durch ein schattiges Waldstück. Die Etappe bis Bad Bergzabern über die ersten Hügel der Weinberge der Südpfalz ließen uns später als erwartet dort ankommen und uns unsere Beinmuskulatur spüren. Es gab einen Ausblick auf das, was uns die nächsten Tage „bergfahrtechnisch“ erwarten würde. Ich weiß nicht, ob von euch schon einmal jemand in diesem gar nicht mal so schönen Ort war? Er ist etwas größer, aber die Stadt ist irgendwie tot und trotzdem rufen sie für die Unterkünfte ganz ordentliche Preise auf. Es gibt zwar ein kleines Schloss im Ort, eine kleine Fußgängerzone und das war es dann auch. Vieles ist geschlossen und leicht verfallen. Wir fuhren eine Weile kreuz und quer durch den Ort und hatten Schwierigkeiten außer einer Dönerbude noch etwas anderes zu finden, wo wir etwas essen konnten. Als wir dann doch ein Gasthaus fanden, konnte man den Eindruck haben, dass ALLE aus diesem Ort dort saßen – aber das Essen war wenigstens lecker.

Der nächste Campingplatz war nochmal ein Stück entfernt und lag nicht auf der eigentlichen Strecke, aber wie schon angedeutet, die Preise für die noch verfügbaren Unterkünfte im Ort oder etwas außerhalb, waren wir nicht bereit zu zahlen. Also doch los zum Campingplatz, der circa 10 km weiter des Weges liegen und dessen Rezeption eigentlich nicht mehr besetzt sein sollte, aber man wollte uns die notwendigen Informationen und die Zugangskarte für die Sanitäranlagen im Umschlag an die Türe kleben.

Auf ungefähr halber Strecke  – es ging wieder durch die Weinberge – kamen wir an einem schönen Ausblick an, wo eine Bank in Form eines kleinen Weinfasses stand – quasi ein Pfälzer Strandkorb. Wir hielten kurz an und stellten fest, dass ein gemähter Seitenstreifen des Weinbergs zum Zelten einlud… Wildcampen ist ja in Deutschland verboten bzw. man muss den Eigentümer fragen. Gesagt getan: am Rebstock hing ein Schild des Winzers, wo ich kurzer Hand (es war inzwischen gegen 20 Uhr) anrief und unsere Situation schilderte – und wir durften bleiben! „Wenn Sie auf dem Stück bleiben, wo unsere Weinreben gekennzeichnet sind, ist das kein Problem. Da passiert Ihnen nichts.“ Ich habe mich überschwenglich bedankt und wir fuhren nochmal eben zum Discounter zurück, an dem wir 10 Min  vorher vorbeigekommen waren, um in erster Linie noch Wasser (insbesondere für die morgendliche Wäsche) zu kaufen. Anschließend schnell das Zelt wieder aufgeschlagen und uns mit den hiesigen Geräuschen vertraut machen….Das Zelt stand vom Weg durch eine Hecke getrennt, wodurch es nicht so leicht einsehbar war und dahinter war auch ein kleiner Parkplatz,  da von dort auch Wanderwege durch die Weinberge starten. Es war ein ganz idyllisches Plätzchen und irgendwann krabbelten wir ins Zelt zum Schlafen.

Am nächsten Morgen wurden wir um 6:30 Uhr vom Trecker geweckt, der ein paar Rebstöcke weiter durch die Reihen fuhr und das Laub der Weinstöcke einkürzte… ob der das immer so früh machte?!? Da wir unsicher waren, ob er auch bei uns vorbei musste oder nicht, begannen wir in Windeseile alles wieder einzupacken, denn wir wollten den Betrieb nicht aufhalten… Er war jedoch scheinbar nicht für den Bereich „unseres“ Winzers zuständig und drehte dann bevor er bei uns ankam um.

Was für eine Eile am frühen Morgen! Nun packten wir in Ruhe den Rest ein und machten uns fertig. Da wir erstaunlicher Weise am Weinberg keine Ladestation für die E-bike-Akkus gefunden hatten, mussten wir uns etwas überlegen. Also gingen wir zwei Orte weiter in einem Hotel frühstücken, das ausdrücklich mit einer „Ladestation für E-bikes“ warb. Normale, kleine Bäckereien hatten wir auf dem Weg dorthin aber auch nicht gesehen. Also frühstückten wir im Hotel ausgiebig und etwas länger, bis die Akkus wieder Kraft für ein paar Kilometer getankt hatten. Denn ohne wollten wir uns voll beladen nicht auf die nächste Etappe durch die Weinberge machen.

Dies stellte sich hinterher auch als gute Entscheidung heraus, denn auch dieses Mal war „bergauf“ wieder Programm. Es war zwar etwas bewölkt und nicht ganz so warm, dafür blies der Wind recht ordentlich… Trotz der recht kurzen Nacht und der Anstrengung genossen wir die sich immer wieder ergebenden neuen Ausblicke, wenn wir die nächste Kuppe erreicht hatten. Auch viele der kleineren Örtchen waren nett anzusehen und viele Winzer luden zu einer Weinprobe mit Schildern ein – allerdings sah es dann doch eher geschlossen aus.

Gegen 14 Uhr entschieden wir uns für heute Schluss zu machen und uns in Landau, wo wir gerade waren,  ein Zimmer zu suchen. Das fanden wir auch und konnten es zeitnah beziehen. Kaputt von der recht kurzen Nacht am Weinberg und der Radeletappe, machten wir nach einer ausgiebigen Dusche ein Schläfchen und erkundeten anschließend bei einem kleinen Abendspaziergang die Stadt. Man muss schon sagen, Dienstagabend, wenn alle Haushalte und Geschäfte ihren kompletten Müll draußen abstellen, weil am nächsten Morgen scheinbar die Müllabfuhr kommt, ist das alles nur ein mäßig schöner Anblick…

Wir genossen mal wieder das „richtige“ Bett, um heute mit frischen Kräften wieder in Richtung Neustadt und Bad Dürkheim starten zu können. Mal sehen wie weit wir heute mit den teilweise ganz ordentlichen Hügeln kommen…

Mit Rad und Bahn nach Freiburg

(AR) Am Samstag haben wir uns mit dem Rad zum Bahnhof in Achern begeben, um von dort mit der bereits erwähnten Konus-Karte kostenfrei bis nach Freiburg zu fahren. Mit Umsteigezeit sollten wir 1,5 Stunden unterwegs sein und wir waren uns sicher, dass wir für diese Entfernung auf jeden Fall Fahrradkarten für den Nahverkehr brauchen würden. „Noi, für’s Radl brauchen’s ka‘ Ticket, des is de gånze Tåg koschtenfrei.“ Ganz ehrlich, dass macht es wirklich einfach und gilt übrigens auch unabhängig von der Konus-Karte. Sobald man ein Ticket (in welcher Art und Weise auch immer) hat, kann man das Rad mitnehmen. In jedem Wagon gibt es größere und kleinere Bereiche, die für Räder u.ä. ausgewiesen sind, und wir haben es bisher noch nicht überfüllt erlebt!

Also fuhren wir, einschließlich unserer Räder, kostenfrei nach Freiburg, stellten wie üblich die Räder ab und schlenderten zu Fuß durch die Stadt. Auch wenn es nur sonnige 26°C waren, war die Stadt doch recht aufgeheizt und voll. Zusätzlich die Straßenbahnen in den breiten Straßen – gefühlt sind wir so viel Rummel nicht mehr gewöhnt ;-). Aber wir fanden auch schöne kleine Gassen und man wird auch fast überall vom „Bächle“ begleitet; einem kleinen flachen Kanal, in dem etwas Wasser fließt und in den viele ihre Füße zum Abkühlen bei einer Pause halten.

Das Freiburger Münster ist groß und innen ungewöhnlich dunkel für eine Kirche, was in erster Linie durch die roten Steine und die mit Buntglas (teilweise jedoch in recht dunklen Farben) bestückten Fenster unterstützt wird. Das Münster ist, wie es in der Regel wohl bei allen Kirchen der Fall ist, in Ost-West-Richtung ausgerichtet. Dies hatten wir bei unserer Führung in St. Marien in Lübeck gehört, was uns aber bis dahin nicht bewusst war (und wofür es natürlich auch eine Begründung gibt).

Wir gingen auch zum Fuße des Schlossbergs von Freiburg, da die Aussicht von oben sehr schön sein soll. Es war jedoch wirklich inzwischen so warm, dass wir von einer Besteigung zu Fuß Abstand nahmen. Auch von der alternativen Möglichkeit die Bahn zu nehmen, die trotz Corona scheinbar recht voll war, wollten wir dann keinen Gebrauch machen.

Insgesamt hat uns Freiburg zwar ganz gut gefallen, aber andererseits auch nicht völlig in seinen Bann gezogen. Wir verließen die Stadt zum frühen Abend wieder mit der Bahn nachdem wir im Studentenviertel noch etwas gegessen hatten.

Da wir in Offenburg 45 Min Umstiegszeit hatten, radelten wir auch hier noch in die nahe gelegene Innenstadt. Die hübschen Häuschen gefielen uns gut und Jörg zeigte mir noch wo er mit seinen Doppelkopf-Jungs Kaffee getrunken und gefrühstückt hatte, bevor wir dann wieder zum Bahnhof fuhren, um die Bahn nach Achern zu bekommen.

Mal ein ganz anderes Thema am Rande… Liebe Deutsche Bahn, warum ist es eigentlich so unterschiedlich, wie man mit Rädern & Co auf oder vom Bahnsteig kommen kann?!? In der Regel gibt es Aufzüge, die jedoch mal kleiner und größer sind. In Wolfsburg passte kaum das Rad an sich rein und mit Gepäck war es trotz abgenommen Taschen sehr mühsam. In Lübeck passten wir sogar mit zwei Rädern inklusive aller Gepäcktaschen am Rad in einen Aufzug! Im Bahnhof im kleinen Achern gibt es neben einer Treppe zusätzlich eine lange Rampe, die auch neben Rädern mit Rollstuhl und Kinderwagen bequem zu nutzen ist (einen Aufzug gibt es zusätzlich nicht). Aber gerade im großen Freiburg, wo viel Rad gefahren wird, gibt es nur ganz am äußersten Ende des Bahnsteigs einen sehr kleinen Aufzug, der dann auch nicht für Räder gedacht ist, sondern nur von Rollstuhlfahrern und Personen genutzt werden darf! Liebe DB, diese unterschiedlichen Arten, aber insbesondere die Situation in Freiburg, sind nicht zu verstehen! Somit waren wir auch äußerst froh, nicht mit unserem sämtlichen Gepäck nach Freiburg angereist zu sein!

FreiTag – wörtlich genommen…

Frühstücken – Faulenzen – Dösen – Blog schreiben – Lesen – 1,5 km bergauf nach Sasbachwalden mit dem Rad – Kaffeetrinken, Kuchen essen – wieder bergab mit dem Rad zum Campingplatz – Faulenzen – Forelle essen beim Gasthaus gegenüber – Karten spielen – müde ins Bett fallen.

..war auch mal sehr schön! 😅

Unsere erste Bergetappe

(AR) Nach unserer Radtour ins Städtchen Gengenbach, das wirklich sehr schön ist und mir endlich zu Jörgs begeisterten Erzählungen Bilder beschert hat, sollte es am nächsten Tag eine Tour in die Natur geben. Wir hatten uns aus einem am Campingplatz ausliegenden Buch über die Highlights des Ortenau-Kreises die Edelfrauengrab – Wasserfälle rausgesucht. Die Geschichte dazu war etwas abenteuerlich und weckte unser Interesse, so dass wir eine Radstrecke raussuchten. Die eigentliche Entfernung waren nur rund 12 km und es kamen zwei Strecken in Frage. Eine mit ca. 370 Metern Höhenunterschied und die andere mit ca. 610 zu bewältigenden Höhenmetern. Aufgrund der uns als Flachlandtiroler fehlenden Erfahrung mit dem Radeln in den Bergen, hatten wir vor beiden Zahlen ziemlichen Respekt und waren froh, dass auf jeden Fall ohne unser zusätzliches Gepäck machen zu können.

Nachdem wir am Abend zuvor entschieden hatten erstmal mit den geringeren Höhenmetern zu starten, kamen wir morgens mit dem stets hilfsbereiten und redseligen Platzinhaber über unser Vorhaben ins Gespräch. Das wäre ein schönes Ziel und die Strecke über Sasbachwalden und dann an der alten Mühle („…die können Sie mit dem Reetdach gar nicht verfehlen..“) rechts die Straße mit den Serpentinen hoch, da hätten wir einen supertollen Blick. Muss ich noch erwähnen, dass das natürlich die Strecke mit den vielen Höhenmetern war?!? „Und wenn Sie dann an den Wasserfällen sind, laufen Sie durch das Tal bis zum Schnapshäusle (was auch immer er damit meinte) und dann noch eben zum Karlsruher Grat rauf. Da haben Sie einen tollen Blick und es ist fast schon wie in den Alpen!“

Also entschieden wir uns spontan um (wobei ich solche Entscheidungen, insbesondere was die körperliche Herausforderung anbelangt, immer Jörg überlasse) und entschieden uns für eine Rundtour: anfangs sollten es die Strapazen zum schönen Ausblick sein und danach eigentlich im Wesentlichen nur noch abwärts gehen. Nachdem das Fahrradnavi mit den Daten gefüttert war, ging es dann auch schon los.

Es waren 7 km Anstieg am Stück, wobei nach dem Navi ein Maximum von 16% Steigung zu bewältigen war. Wir waren froh, wenn sich mal die Möglichkeit ergab in eine halbwegs ebene Einfahrt/Ausbuchtung einfahren zu können, um etwas zu verschnaufen und zu trinken. Wir fuhren beide das jeweils eigene Tempo, aber ohne den anderen dabei aus den Augen zu verlieren. Was für eine Anstrengung – trotz Motor – und die Wärme tat ihr Übriges dazu, so dass der Schweiß nur so lief. Ich glaube ohne die Unterstützung und auch mit meinem anderen, leichteren Stevens-Rad, wäre das ohne Training nicht wirklich möglich gewesen, aber so kamen wir doch oben an dieser Bank mit der tollen Aussicht an! Auch wenn wir die insgesamt zu bewältigenden Höhenmeter dort noch nicht geschafft hatten, lag ein Großteil dessen bereits hinter uns.

Wir genossen unsere etwas längere Rast mit dem Blick für die Schönheit der Natur, zum Beispiel die majestätisch dahingleitenden Greifvögel, aber auch die Paraglider am Himmel zogen uns in ihren Bann.

Jetzt stand es an die nächsten Höhenmeter noch zu bezwingen. Noch einmal Zähne zusammenbeißen und dann war es auch bald geschafft und es ging wieder abwärts – nicht weniger steil und lang, so dass die guten Bremsen definitiv von Vorteil waren! Ganz ehrlich, ich weiß manchmal nicht so genau, was mir wirklich lieber ist, denn ich bin ja eher ein kleiner Schisser, wenn es so lange und recht steil abwärts geht. Jörg hingegen lässt mehr als ich rollen und scheint es zu genießen. Nach der Abfahrt und kurz vor unserer Ankunft bei den Wasserfällen, machten wir nochmal für eine Leberkäs‘-Semmel Halt.

Gestärkt ging es zu den Edelfrauengrab – Wasserfällen, die, wenn man schon durch die eine oder andere Klamm gewandert ist, doch eher recht unspektakulär daherkamen. Der Weg war aber angenehm schattig und die alternative Bewegung zum Treten in die Pedale tat zumindest meinen Beinen gut.

Aber auch hier war der Anstieg nicht ohne und wir merkten, dass wir bereits eine gewisse Anstrengung hinter uns hatten. Aber jetzt umdrehen, ohne den in Aussicht gestellte schönen Blick vom Karlsruher Grat mitzunehmen?! Wir gingen weiter und nach einer Stunde hatten wir es dann auch dort hoch geschafft. Eine wirklich tolle Aussicht bei dem herrlichen Wetter! Wir setzten uns auf die Steine, genossen es und gönnten uns und unseren Körpern eine weitere Pause.

Erst beim Abstieg bemerkten wir das vom Campinglatzinhaber beschriebene ‚Schnapshäusle‘, das wir vorher gar nicht wahrgenommen hatten. Am Berg war in der Tat ein gemauerter Kasten mit Holzladen, an denen eine Preisliste sowie ein Flaschenöffner befestigt war. Wir öffneten die Laden und mussten herzhaft lachen bei dem, was wir dann sahen: neben Kästen mit Cola, Wasser, Radler & Co, die über einen Wasserlauf stets gekühlt wurden, war eine Reihe mit den verschiedensten Schnäpsen aufgebaut mit kleinen Kunststoff Einmal-Schnapsgläsern (ökologisch natürlich nicht korrekt, aber für diesen Zweck perfekt) und ein Abfallkorb war auch nicht vergessen worden. Natürlich probierten wir jeder ein Gläschen – das ließen wir uns nicht nehmen! So etwas muss man einfach mitnehmen und das passende Kleingeld hatten wir natürlich dabei. Das war wirklich ein Spaß und der restliche Abstieg ging damit beschwingter von statten – unterstützt durch die ohnehin bereits vielfältig ausgeschütteten Glückshormonen.

Die restliche Fahrt nach Hause verlief auch im Wesentlichen abwärts nur kurz vor ‚Zuhause‘ ging es noch einmal über einen Weinberg, der zwar schön anzuschauen war als wir so zwischen den Reben durchgeführt wurden, aber die müden Muskeln wurden doch noch einmal beansprucht.

Abends gab es dann unsere erste typische (zumindest was wir uns darunter vorstellen) Campingplatz-Mahlzeit: Ravioli aus der Dose auf dem Campingkocher warm gemacht und dazu eine gute Flasche Rotwein vom Winzer um die Ecke. Wir stießen glücklich und zufrieden auf unsere erste Bergetappe an. Prost!

Gengenbach

(Ju) Als wir in Karlsruhe unser weiteres Vorgehen beredet und eins gegen das andere abgewogen haben, kam der Gedanke auf, Anja den Ort zu zeigen, wo ich schon viel und gerne Zeit verbracht habe. Kennengelernt habe ich ihn über meine geschiedene Frau, deren Familie dort schon seit Ewigkeiten jedes Jahr mindestens einmal Urlaub gemacht hatte. Schnell hatte ich diesen und den Nachbarort liebgewonnen, was sicherlich auch, ein wenig beeinflusst vom ‚Familienanschluss‘, an der Gastfamilie lag. Viele Stunden haben wir dort in der Küche und am Freisitz zusammengesessen, Wein (mein Lieblingswein war der Endinger-Weißherbst), Wasser sowie diverse ‚Hausbrände’ getrunken, während Frau Sandhas die ein oder andere Köstlichkeit aus dem Backofen gezaubert hatte. Erst waren es Frau und Kinder, später fanden auch ‚meine Jungs‘ von der Doppelkopfrunde Gefallen daran dort Zeit zu verbringen. Jetzt ist es ja in einer ‚Secondhand-Beziehung‘ oft ein Problem mit Altlasten aus der Zeit davor, aber bei Anja überwog wohl die Tatsache, dass Erzählungen meinerseits jetzt mit den Live-Bildern ihrerseits abgeglichen werden konnten.

Es war das übliche geschäftige Treiben in der Stadt, aber die Einschnitte durch Corona waren nicht zu verkennen. Einige Restaurants hatten nicht geöffnet und ich fragte mich, ob die jemals in absehbarer Zeit wieder öffnen würden. War früher in der Engelgasse ein Meer von Geranien sowie anderen Blumen und Pflanzen zu sehen, die die uralten Fachwerkhäuser umrahmten und Weinreben, die an den Balken entlang und über die Straße wuchsen, so ist heute noch alles schön, aber eben etwas unscheinbarer. Wir gingen durch die verschiedenen Gassen, durch die Stadttore und zur Klostermühle, deren Mühlrad, vor Jahren noch vom Wasser angetrieben, heute als stilles Zeichen nur noch den Touristen als Fotoobjekt dient. Und trotz aller Vergleiche von früher zu heute – die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Da ich mich endgültig entschlossen hatte vorsichtshalber eine neue Kette ins Ersatzteillager zu packen, und mir der nette Mitarbeiter aus dem Werkstattbereich bestätigte, dass meine Kette sozusagen ‚durch‘ ist, war die Entscheidung schon ganz richtig, auch wenn Anja dadurch wieder mal Futter für die Seite Radläden und andere Radgeschichten bekam, was ich eigentlich vermeiden wollte.

Worauf ich aber hinauswollte, der Laden lag in Berghaupten und dort lag auch der Bauernhof, wo wir immer Quartier bezogen haben. Nicht zu verkennen stand immer noch der riesige Nadelbaum mit der kleinen Bank dort wo man abbiegen musste, wenn man zu Familie Sandhas wollte, nur der große Ameisenhaufen neben dem Baum war nicht mehr da. Wir sind den Weg hinaufgefahren und nach kurzer Überlegung auch auf den Hof. Zufällig war die Bäuerin im Hof und ich begrüßte sie und erklärte ihr kurz wer ich bin. Ein paar Minuten später saßen Anja und ich in der Küche und sie erzählte ein paar Geschichten, die ihr zu Früher und zu den ihr besonders ans Herz gewachsenen Gästen aus Oberhausen eingefallen sind. Sie hat sich sichtlich über den kurzen Besuch gefreut und allen von Herzen Grüße bestellt.

Es war ein schöner Tag – für mich voller Erinnerungen, wie man sicherlich deutlich erkennen kann. Ich fand es schön, dies alles auch Anja zeigen zu können und wir haben die Zeit genossen, bis uns am frühen Abend die Bahn wieder nach Achern gebracht hat, von wo aus es ja nur noch wenige Kilometer – die aber stets bergauf – zu unserem tollen Campingplatz waren.

Übrigens am Rande: Wir haben uns entschieden ein paar Tage länger vor Ort zu bleiben, da uns der Campingplatz so gut gefällt und es hier den Vorteil der ‚Konus-Karte‘ gibt, mit der man im gesamten Schwarzwald kostenfrei mit Bus und Bahn fahren kann; auf vielen Strecken sogar inklusive Fahrrad. Und das alles für den lächerlichen Betrag von 1,50€ Kurtaxe pro Person und Tag. Wenn ich dann bedenke, wie schwer sich unsere örtlichen Verkehrsunternehmen in Verbindung mit Städten und Gemeinden tun was solche Vergünstigungen anbelangt… wie schön zu sehen, dass das auch anders geht.