(AR) Unser nächstes Ziel war, dass wir uns Mainz ansehen wollten, und so querten wir am nächsten Tag nach rund 20 km mal wieder den Rhein – ich weiß nicht zum inzwischen wievielten Male auf unserer Reise.
Nach dem Weg am Rhein entlang zur Innenstadt, schlossen wir unsere Räder direkt zwischen Dom und dem Gutenberg-Museum an und machten unsere Entdeckungstour wie üblich zu Fuß. Der äußerlich imposante Dom war „aufgrund der aktuellen Situation“ nur von Donnerstag bis Sonntag geöffnet – also waren wir mal wieder einen Tag zu früh. Wir schlenderten weiter durch die Fußgängerzone, ersetzten in diesem Zuge jeder seine Outdoorschuhe durch ein Paar neue und schauten uns die teilweise sehr schönen alten Häuser an. Zwischendurch noch einen Imbiss und die Zeit verging wie im Flug. Später am Nachmittag schwangen wir uns wieder auf die Räder, querten zum vorerst letzten Mal den Rhein wieder nach Hessen und bahnten uns unseren Weg zum Main, denn wir hatten noch eine Verabredung! Es ging am Main entlang bis zum Schwarzbach und dann den Schwarzbach hinauf ins Lorsbachtal bis zum Ort Lorsbach. Dort wohnt u.a. ein Cousin meines Vaters und auch dessen Sohn Stefan, von dem ich damals mein erstes Auto, meinen heiß geliebten knallroten Käfer Cicero, gekauft habe (Anfangs scheinbar zum Leidwesen meiner Eltern bis ich meinen Vater mal Freunden gegenüber sagen hörte, dass ich ja jetzt einen Käfer fahren würde. Sein erstes Auto wäre ja auch ein Käfer gewesen und der sei unverwüstlich 😉 ). So hatte ich also am Tag zuvor Kontakt mit Stefan per WhatsApp aufgenommen, er freute sich uns zu sehen und lud uns spontan ein, eine Nacht bei ihm und seiner Lebensgefährtin Deborah zu verbringen. Gesagt, getan – denn so hatten wir mehr Zeit zum Quasseln, da wir uns lange nicht gesehen hatten. Wie lange war ich nicht mehr hier gewesen?!? Zuletzt hatte ich Stefan und seine damalige Frau Uli ca. im Herbst 2016 gesehen als ich dienstlich zu einer Normungssitzung in Frankfurt gewesen war. Früher als Kind / Jugendliche kann ich mich erinnern, dass ich mit meinen Eltern öfter mal bei Hilde und Wolfgang und ihrem Sohn Stefan gewesen bin. Wir hatten dann oft auch den einen oder die beiden weiteren Cousins meines Vaters und deren Familien getroffen. Zu Wolfgang, Hilde und Stefan sowie zu Oma Ließchen war der Kontakt aber irgendwie immer am engsten gewesen. Es war immer sehr herzlich, es wurde viel getrunken und gegessen. Stefan und Deborah haben sich das scheinbar auch zu eigen gemacht, so dass wir uns sehr schnell willkommen fühlten, obwohl wir uns schon so lange nicht gesehen hatten bzw. Stefan Jörg und wir Deborah noch nicht kannten. Es war eine tolle Zeit, die auch viele schöne Erinnerungen hervorbrachte.
Wir haben ja inzwischen schon viele Übernachtungen machen dürfen und Jörg hat es sich zum Hobby gemacht für Hotels und Campingplätze dazu in der Regel Rezensionen bei Google zu schreiben. Im Falle von Stefan und Deborah wäre ganz sicher das „Betthupferl“ in Form der „längsten Praline der Welt“ als Specialeffect erwähnt worden. Aber auch das umfangreiche Frühstück und die zusätzliche Wegverpflegung, die mich wie gesagt sehr an die früheren Besuche bei Hilde und Wolfgang erinnert haben. Herzlichen Dank an der Stelle auch nochmal an euch, Stefan und Deborah, für die Spontanität, den herzlichen Empfang und die tolle Zeit! Wir revanchieren uns gerne in Berlin oder Duisburg.
Dann ging es über die Altstadt von Frankfurt-Höchst (sollte man nicht glauben, aber die kann man sich wirklich anschauen) wieder zurück zum Main und diesen weiter aufwärts. Man merkte bereits morgens, dass es wie angekündigt sehr warm werden würde, was sich später auch mit über 30°C so einstellte. Wir genossen den Luftzug beim Radeln und entschieden uns gegen einen Besuch von Mainhatten – wie Frankfurts Innenstadt auch genannt wird – und ließen die Skyline nur vom Main aus auf uns wirken.
Unsere Tagesetappe endete in Kehl am Main, wo wir das erste Mal für die bevorstehende Nacht die bayrische Landesgrenze überradelten. Wir hatten einen Platz auf einem Campingplatz am See ergattert und freuten uns darauf – aber was uns da erwartete, brauchte etwas Zeit um es zu verdauen. Ein schöner See ohne Frage, aber auch Menschen über Menschen, da viele Tagesgäste auf den Zeltplatz gelassen werden…
Die Zeltwiese bzw. der Zeltstrand war recht abschüssig zum See gelegen und so dauerte es etwas, bis wir ein passendes Plätzchen fanden. Das was wir fanden, lag dann allerdings im wohltuenden Schatten. Wir bauten das Zelt auf, aßen noch eine Kleinigkeit und nach und nach verließen die Tagesgäste den See, so dass es erfreulich und fast unerwartet ruhig auf dem Platz wurde. Wir kühlten uns noch im See ab, bevor wir für die Nacht ins Zelt krabbelten und sehr gut schliefen – bis morgens um 6 Uhr. Die auch dort wohnenden Wildgänse hatten sich scheinbar zum Weckeinsatz verabredet und machten ca. 10 – 15 Minuten lautes Gegacker und Geschrei – dann war alles wieder ruhig. Echt etwas spooky! Wir schlummerten nochmal etwas ein und genossen die morgendliche Kühle, da auch dieser Tag wieder heiß werden sollte.

















































































































