Der gestrige Abend war kurz – sehr kurz… Schon vor 22 Uhr hatte uns der Schlaf übermannt – falls man das heute überhaupt so schreiben darf und man/Frau das Wort nicht auch irgendwie gendern muss 😳. Dafür waren wir morgens schon recht früh unterwegs – aus unserer Sicht. Wir haben uns das Frühstück im Hotel gespart und den örtlichen Bäcker in Lochem aufgesucht. Unsere belegten Brötchen haben wir anhand der Bilder ausgesucht, vermischt mit dem, was wir aus der Beschreibung zu verstehen glaubten. Anstelle von Rührei was wir unabhängig beide erwarteten (wir bestellten zwei völlig verschiedene Brötchen), bekam ich Eiersalat und Anja warme Hähnchenstreifen als Belag. Niederländisch ist leider nicht jedermanns Sache. 🤭
Wir sind ja mittlerweile Meister darin unsere Pläne den ‚Gegebenheiten‘ anzupassen. Die im Navi gespeicherte Wegstrecke dient der groben Ausrichtung der Stecke, aber dieses Teil hat keine Augen und wird nicht von so vielen schönen Ausblicken und Ansichten abgelenkt, auf die wir als Menschen zum Glück reagieren können. Keinen Plan zu haben ist so toll und eröffnet Möglichkeiten, die man sonst nie erfahren bzw. erlebt hätte.
Wir fuhren in Richtung Goor, irgendwie sollte auf dem Weg der Twentekanaal sein, wir suchten jedoch vergebens. Als sich dann inmitten der Wiese, kurz vor den sich dahinter abhebenden Bäumen die Decksaufbauten eines kleinen Frachters ihren Weg durch das Grün bahnten wussten wir – da muss er sein 👍🏻. Schon irgendwie ein absurder Anblick, wenn ein Schiff einsam durch die Wiese tuckert.
Ab Goor sind wir dann durch Zufall auf einen tollen Radweg gestoßen. Etwas Abseits der eigentlichen Rute, die heute laut dem Navi recht viel entlang der doch gut befahrenen Nationalstraße führen sollte. Ein perfekt asphaltierter Weg mitten auf einer Art Deich, die den Kanal in seinem Bett hielt, herrlich umrahmt von Bäumen und Schilf. Ist schon toll das Gefühl schönere Wege zu finden als ein schlaues Navi. Zeitweise hätte man uns das breite Grinsen sicher wohl aus dem Gesicht meißeln müssen, wenn es jemanden gestört hätte. Wir sind beseelt jeder unseren Gedanken nachgegangen – wortlos, einfach mal nur für sich sein, aber das gemeinsam. (Der Satz braucht ggf. etwas bis… 😏)


Fertigsalat aus dem Supermarkt war heute unser Mittagessen, allerdings gab es den ganz gemütlich auf einer Bank direkt im Park hinter ‚De Oude Kerk‘ von Borne. Herrlich ruhig, angenehm halbschattig durch die Bäume. Die Zeit wurde auch genutzt für ein Telefonat mit Anjas Mutter, die am Vormittag an der Hand operiert worden ist – gute Besserung auf diesem Weg nochmal.


Um euch nicht gar so zu langweilen mit Storys über frischen Matjes mit Zwiebeln, Eis, Cappuccino, Tee und Croissant für das leibliche Wohl und tollen (Vorstadt)häusern oder Kasteels und Gärten, einem neugierigen Reh und und und… könnte ich euch die Frage stellen ‚Warum hatte heute fast jeder Hinz und Kunz eine Oranje-Fahne an seinem Haus hängen?!‘ Zudem hingen an einigen der Fahnenmasten auch noch Rucksäcke oder Tücher am dazugehörigen Zaun. Welche Bedeutung das wohl hat?! 🤔 Ich habe eine Vermutung, aber gegoogelt habe ich bisher nicht danach. Tja, die sind schon ein lustiges Völkchen, die Niederländer.






Die Nacht haben wir im Hotel verbracht — mit Blick auf eine Pferdekoppel und direkt neben einem Campingplatz, den wir aber beide irgendwie gar nicht auf der Karte gesehen hatten. Ootmarsum lag so gar nicht auf dem Weg, dafür war das Zimmer (im Gegensatz zu dem am eigentlich geplanten Zielpunkt Nordhorn) noch bezahlbar und – Anja bot sich spontan die Möglichkeit, ihr Geschick im Umgang mit Kommot, unserem digitalen Stecken(um)planer unter Beweis zu stellen. Grobes Ziel der nächsten Etappe ist die Ems – fragt sich nur, an welcher Stelle wir auf den gleichnamigen Radweg treffen, dem wir dann erstmal Richtung Emden folgen wollen.
Für die, die sich noch daran erinnern können, wie lange ich Anja mit dem Thema ‚Die richtige Sattestütze’ gegen Schmerzen an diversen Körperteilen genervt habe, die dürfen sich demnächst auf eine im wahrsten Sinne des Wortes am eigenen Leib ‚erfahrene‘ Geschichte zum Thema ‚Alles was für‘n Arsch‘ freuen. Alle anderen, die dem Thema nicht so zugeneigt sind, können das dann geflissentlich ignorieren. 😏
Jetzt wünschen euch allen erstmal ein schönes Wochenende!
















































































































