Nach unseren Tagen in Husum geht es weiter in Richtung Norden und es steht die Entscheidung an, ob wir weiterhin dem Küstenradweg folgen oder über die Nordfriesischen Inseln weiter in Richtung nördliche Deutsche Grenze fahren. Schlussendlich entscheiden wir uns noch 50 km weiter auf dem Festland bis nach Dagebühl zu radeln und von dort mit der Fähre nach Amrum überzusetzen. Föhr scheidet aus, da wir dort keinen Zeltplatz ausfindig machen konnten. Es gibt nur einen Wohnmobilplatz und ein Zeltlager für Jugendliche. Eine feste Unterkunft für eine Nacht zu finden ist jetzt in der Hochsaison auch nicht möglich. Also fällt die Wahl auf Amrum, wo wir beide noch nicht waren.
Die Fahrt nach Dagebühl zieht sich mal wieder – und ja, wir haben ewig Gegenwind. Mal wieder richtig. Und wir haben Zeitdruck, wollen wir doch die Fähre um 14:30 Uhr bekommen. Es gibt auch noch eine spätere, aber dann wird es auf dem Zeltplatz so spät. Also strampeln gegen den Wind… Jörg fällt es heute aus nicht erklärlichen Gründen besonders schwer, irgendwie ist die Luft raus. Da hilft auch ein E-Bike wenig, wenn man nicht abschätzen kann, wieviel man bis zur Fähre an Akkuladung verbraucht und daher vorsichtshalber nur die minimal möglichste Unterstützung nutzt. Denn je höher die Unterstützung desto schneller ist natürlich auch der Akku leer. Also hart gegen den Wind! Inzwischen sind wir aber auch soweit, dass wir nicht auf Leben und Tod die angedachte Fähre nehmen wollen. Gegebenenfalls rufen wir beim Campingplatz an und geben Bescheid, dass es bei uns später wird. Rund 6 km vor dem Fähranleger treffen wir eine Familie mit zwei kleinen Mädchen (ca. 5 und 8 Jahre alt). Alle ohne E-Bikes, die wohl auch schon 10 km unterwegs sind und auch besagte Fähre bekommen wollen. Wir sollen doch bitte die Fähre ‚einfach etwas aufhalten‘. Gesagt, getan. Wie durch ein Wunder sind wir 10 Minuten vor Abfahrt an der Fähre – eigentlich reichlich Zeit denkt man. Beim Fahrscheinkauf – keiner stand vor uns – bekommen wir dann aber die Ansage, ob wir nicht wüssten, dass Radfahrer mindestens 15 Minuten vor Abfahrt da sein sollen! Schon, aber der Gegenwind… Egal, wir dürfen mit den Rädern an Bord rollen! Geschafft!! Und die Familie mit den Kindern?!? Die Fähre muss auf Passagiere aus einem Zug der Deutschen Bahn warten und wie bekannt, ist fast immer Verlass auf deren Verspätung 😀 – so auch in diesem Fall und so fährt auch diese Familie noch gemeinsam mit uns nach Amrum!





Der Campingplatz auf Amrum liegt schon voll in den Dünen und wir haben vorab entsprechend längere Zeltheringe, sogenannte Sandheringe besorgt. Man bekommt keinen Platz zugewiesen, sondern darf sich einen passenden suchen. Schön, aber auch anstrengend durch den tiefen Sand und das bei einem so großen Gelände! Also, Räder im Eingangsbereich zum Platz an der Sammelstelle stehenlassen, erstmal nur zu Fuß los und mit dem mitgeschleppten Zelt den Standplatz sichern, nachdem der potentielle ‚Nachbar’ uns eine Anschlussmöglichkeit für Strom zugesichert hat. Dann im Nachgang alle Taschen mit einer Schubkarre holen, die leidlich ausreichend zur Verfügung stehen. Nun steht also der grüne Gugelhupf endlich mal richtig in den Dünen – wenn auch der eigentliche Strand nochmal einen deutlichen Fußmarsch bedurfte! Als alles aufgebaut und ‚eingerichtet‘ ist, fahren wir nochmal los um beim ortsansässigen Italiener im Hafen den Abend ausklingen zu lassen.



