Mit dem leckeren und umfangreichen Frühstück in der Mühle überbrücken wir bis ca 13 Uhr den Regen, der mal schwächer und mal kräftiger als anhaltender Landregen daherkommt. Jörgs Wetter-App behält recht und gegen 12:30 Uhr wird es heller und dann hört der Regen ganz auf. Wir bezahlen und fahren 2 km entgegen der eigentlichen Route um in einem Hofladen ganz in der Nähe eine Rindersalami mit Fenchel sowie einen körnigen Frischkäse mit Datteln und Curry zu kaufen, die uns beim Frühstück so gut geschmeckt hatten. Danach geht es weiter Richtung Norden. Burhave ist das nächste Ziel. Für den Tag und die kommende Nacht sind weiter Regenschauer angesagt und so entscheiden wir uns nur für ein paar Kilometer und eine weitere Nacht in einer festen Unterkunft.


Wir fahren wie gehabt an Wiesen und Feldern vorbei, sehen Getreide, Mais, abgeblühten Raps, Kühe und Schafe sowie natürlich Windräder. Manche Schilder in diesem Zusammenhang sollte man nicht außer acht lassen 😉 Landschaftlich ist es nicht wirklich abwechslungsreich und so radeln wir ohne „Aha-Momente“ bis nach Burhave.


Burhave ist ein kleiner Ort direkt an der Nordsee. Das Wetter hält soweit und es gibt zum ersten Mal wirklich etwas Strand und Watt! Also schnell Schuhe aus und rein. Der Untergrund ist hier recht unterschiedlich weich oder fest und teilweise auch mit tieferen Gräben durchzogen. Wer nicht aufpasst, steckt schnell mal bis zum Knie im Schlick und das ist schon ein sehr komisches Gefühl wenn man so feststeckt und kämpfen muss, um sich wieder frei bewegen zu können. Da steckt sicherlich der eine oder andere Schuh im Boden 😏. So sind wir eine Weile unterwegs und überbrücken die Zeit bis wir im Hotel einchecken können. Um uns herum ziehen immer wieder dunkle Regenwolken und über dem nahegelegenen Bremerhaven scheint ein ordentliches Gewitter runterzugegen. Es hat sich deutlich abgekühlt, ist aber angenehm frisch, nicht zu kalt. Abends gehen wir sehr lecker Fisch essen. Es ist gar nicht mal so preiswert, aber es gibt auch einmal andere Kreationen anstatt von Salzkartoffeln/Pommes und Salat zum Fisch. Anjas Rotbarsch wird mit Kartoffelstampf und Spitzkohl serviert und zusätzlich gibt es einen kleinen Gurkensalat. Gnocchi, Spinat und grünen Spargel mit einer sehr leckeren Sauce zieren den Fisch bei Jörg. Zurück im Hotel angekommen setzt auch pünktlich der Regen wieder ein – mal wieder alles richtig gemacht!



Morgens führt uns der Weg dann an der Küste entlang nach Bremerhaven. Seit der Regen begonnen hat, ist es wieder deutlich kühler geworden. Kaum 20°C – es wird also eher wieder mit langer Hose und langärmlig gefahren. Wir machen von der anderen Seite der Weser Bilder der Skyline von Bremerhaven, wo wir u.a. auch das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff“ liegen sehen. Nach einer weiteren kurzen Radstrecke setzen wir mit der Fähre über die Weser und sind auch schon mitten in der Stadt. Es ist recht voll und wir schauen uns vor allem die langen inselartig vorgelagerten Hafenanlagen an. Der Tipp mit dem Auswandererhaus von Birgit kam leider zu spät. Wie wir auch unterwegs von anderen Radlern hörten, ist das wohl ein wirklich tolles Museum. Sollte es uns nochmal irgendwann nach Bremerhaven verschlagen, werden wir das sicher nachholen.






Später fahren wir weiter zu unserem nächsten Campingplatz am Kransberger See, wo wir die kommenden zwei Nächte verbringen. Es ist ein Familiencampingplatz, der allerlei für die Kinder, aber denn noch auch eine ruhigere Ecke für den kleinen grünen Gugelhupf bietet. Aufgrund des Wetters, was zwar trocken ist und fürs radeln völlig ausreicht, ist es nicht so, dass es Anja ins Wasser zieht – und das will schon was heißen 😉. Samstagabend ist „Flowerpower-Oldie-Party“, deren Musik wir am Zelt genießen. Nachdem wir leckere Knoblauchbrote mit Krautsalat – wie auch bereits am Abend vorher – gegessen haben, liegen diese Anja heute arg im Magen, so dass die Party ohne uns stattfindet.

Am „Pausentag“ geht’s dann für uns nur bis nach Nordholz ins dortige AERONAUTIKUM dem Luftschiff- und Marinefliegermuseum. Es ist gut gemacht und wir erfahren durchaus auch Neues darüber, in welchem Maße Luftschiffe gebaut und vor allem auch im ersten Weltkrieg eingesetzt worden sind, aber auch über den Luxus, der auf den Personenflügen geboten worden ist. Wirklich interessant!
Nach den beiden Nächten am Kransberger See geht es für uns weiter nach Cuxhaven. Auf dem Weg liegt ein kleiner sehr umfangreicher Hofladen, der mit der Kasse des Vertrauens 24/7 geöffnet hat. Von Obst und Gemüse über Eier, Milchprodukte und Wurst, werden auch Kuchen, Brot und Gewürze angeboten. Was will man sich für eine kleine Pause mehr wünschen?!? Wir kommen aufgrund der bepackten Räder auch mal wieder ins Gespräch, wo es denn hingehen soll und wo wir denn herkommen…. Dabei gibt es natürlich auch immer den Austausch was der- bzw. diejenigen selbst auch noch machen oder gemacht haben. Das sind doch auch immer wieder für uns spannende und interessante Gespräche, die manchmal auch neue Ideen für die nächsten Strecken oder auch ggf. für sinnvolles Equipment bringen 😉.






Am südwestlichen Ende von Cuxhaven, im Ortsteil Sahlenburg kommen wir an einen längeren Sandstrandabschnitt mit einer scheinbar unendlichen Weite ins Watt. Was da alles los ist und wie viele Menschen dort im Watt laufen – unglaublich! Auch eine große Anzahl Reiter ist dort, die weiter draußen ihre Pferde durchs Watt galoppieren lassen, aber es fahren auch an die 8 Pferdewagen auf einem grob mit Reißigbündeln markierten Weg durchs Watt um die Touristen von der und zur Insel Neuwerk samt deren Gepäck zu befördern! Ein ungewöhnlicher Anblick. Im Grunde könnten die Touristen natürlich auch in einer längeren Wanderung selbst zur Insel laufen. Wir genießen die Zeit am Stand mit einem ausgiebigen Spaziergang und entscheiden uns dann für einen neuen Campingplatz ein paar Kilometer weiter.




Moin, da seid aber viel in mir bekannten Orten unterwegs diesmal: Burhave, da fahren Gaby & Familie fast jeden Herbst hin und in Sahlenburg hatte eine alte Tante von uns auf dem Dauercampingplatz direkt hinter dem Strand einen festen Wohnwagen.. Die Welt ist ein Dorf..
Ganz liebe Grüße aus der Heimat und weiterhin viel Erfolg !! Dany
LikeLike
Moin! Wenn ihr nochmal in Bremerhaven vorbeikommen sollten, zieht ruhig mal einen Besich im Klimahaus in Erwägung. Ist nicht nur was für Kinder… mir hat es beide Male (einmal mit melnem Papa und einmal mit Familie) jedemfalls gefallen.
Liebe Grüße aus Brest ä,
Micha
LikeLike