Nach der Ankunft in der Pension mussten wir erstmal Bericht erstatten über unsere Tour und die Erlebnisse und die Rückkehr mit einem von der ‚Hausherrin‘ spendierten Schnaps begießen. Der Schlaf kam danach schnell und die Nacht war relativ gut bis gegen acht Uhr. Das Frühstück wartete und wir freuten uns auf den gedeckten Tisch mit den vielen regionalen Leckereien, die wir uns schmecken ließen.
Danach war erstmal einiges zu organisieren. Mit dem stark lädierten Mantel wollte ich nicht die nächsten Kilometer weiterfahren. Also ab zum Händler des Vertrauens und gleich mal zwei neue Mäntel mitgenommen. Ich hatte mich am Abend zuvor noch schlau gemacht welchen Typ Mantel man von welcher Firma sinnvoll am Rad verbauen sollte, um eine gute Balance zwischen robust und langlebig, ausreichend Grip für asphaltierte und auch steinige Schotterpisten sowie einem möglichst geringen Rollwiderstand zu finden. Den Verkäufer auf meine entsprechende Auswahl angesprochen bekam ich die Antwort „Jå, den hätt i a gern zum verkaafen!“ Um das hin und her abzukürzen – ich entschied mich spontan für das einzig vorrätige Modell, welches in der von mir benötigten Größe überhaupt erhältlich war. Das ging schnell im Vergleich zur Recherche in der Nacht. 🙄 Männer sind halt spontan und entscheidungsfreudig. 👍🏻
Das mit diesem Einkauf der zeitliche Ablauf des gesamten Nachmittages bereits vorgegeben war, konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Angespornt vom Kauf der Ersatzteile gingen wir dann auch gleich den Kauf eines neuen Fahrradhelmes für mich an, nachdem der alte Helm bei genauerer Betrachtung einen durchgehenden Riss in der Struktur aufwies und somit nicht mehr verkehrssicher war. Auch da konnte der Händler helfen und wir einigten uns auf einen Kaufpreis, mit dem beide Parteien gut leben konnten. Ein wenig handeln und feilschen wird ja wohl erlaubt sein.
Nach schnellem Wechsel der neu erworbenen Ersatzteile an meinem Vorderrad, das Fiasko beim Einbau des Hinterradreifens nur in Strichpunkten:
Problem 1: Reifenprofil zu hoch, dadurch Platz zum Schutzblech zu klein. Problem 2: die Nabenschaltung hat sich (durch meine eigene Blödheit) in mehreren Teilen von der Radnabe gelöst, fraglich wie das Puzzle jemals wieder zusammenpasst. Lösungsansätze zu Problem 1: Innen laufendes Kabel für Rücklicht von innen nach außen auf das Schutzblech verlegen, Abstandshalter vom Schutzblech entfernen, dafür Rahmenschloss aus- und wieder einbauen, da sonst die Schraube nicht erreichbar gewesen wäre. Ergebnis – zufriedenstellend, Reifen schleift nicht mehr.
Lösungsansatz zu Problem 2: Hinsetzen, tief Luft holen, erstmal ’ne Beruhigungs- und Konzentrationszigarette rauchen. Ach nee, ich rauche ja schon über sechs Jahre nicht mehr… 🤗 Also muß eine Konzentrationsphase und der technische Sachverstand gepaart mit männlicher Logik ausreichen. 🥴Irgendwann hat der Zusammenbau geklappt und die Gänge ließen sich sogar alle schalten, allerdings läuft das Rad bis jetzt nicht zu 100% frei, da muss ich nochmal ran.
Zeitlich hat es dann so gepasst, dass wir noch soeben pünktlich den bestellten Tisch beim Gasthaus Waldemar auf dem Guggenberg in Beschlag nehmen konnten. Nach dem Regen des letzen Tages bot sich für uns eine extreme Weitsicht. Wir konnten über 100 Kilometer weit bis zu den Karawanken sehen, denen wir, noch 2 Tage zuvor, in St. Margareten schon recht nah waren. Hermagor und der Presseggersee lagen uns quasi zu Füßen. Das von uns bestellte Essen war sehr lecker und der Nougatknödel für Anja und der kleine Kaiserschmarrn für mich, setzten als Nachtisch noch ein I-Tüpfelchen auf unseren letzen Abend in Österreich. Frisch gestärkt können wir dann morgen in unser nächstes Abenteuer starten – Südtirol wir kommen.



Neugierige Hauskatze 
Blick über Hermagor ins Gailtal 


‚Deko’ auf der Motorhaube…
Gute Reise!
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