Wir haben die letzten Tage in Hermagor mit längeren und kürzeren Radtouren sowie mit dem Entspannen am und im – wenn auch recht kühlen – Presseggersee verbracht.
Seit Montag haben wir unser gemütliches Heim bei Familie Jost verlassen und sind mit den Rädern mit Sack und Pack auf der Rundreise unterwegs. Das Auto darf weiterhin bei Familie Jost stehen und wird vom Jagd- und Hofhund bewacht. Somit werden wir nochmal nach Hermagor zurückkehren.
Nun sind wir also unterwegs an der Drau. Wir wollten möglichst weit an der Quelle beginnen und haben daher die Möglichkeit genutzt, die Räder und uns vom Gailtal ins Drautal mit dem Bus über den Berg transportieren zu lassen. Wir sind aufgrund unserer Touristenkarte umsonst gefahren und die Räder durften nach vorheriger Anmeldung für 10,-€ insgesamt mitfahren.
So kamen wir also in Oberdrauburg an und beschlossen dort zwei Nächte auf dem Campingplatz zu bleiben. Zum einen um uns wieder etwas vertrauter mit dem Campingequiment zu machen und zum anderen um noch einmal zum schönen Städtchen Lienz zu fahren, welches drauaufwärts liegt und somit nicht auf unserem jetzt eigentlich geplanten Weg drauabwärts ggf. bis nach Slowenien.
Lienz hatte uns ja schon beim ersten Besuch gut gefallen, aber der nun folgende zweite Besuch hatte auch leider einen notwendigen Grund: eine (und wie wir im Nachhinein erschreckt feststellen müssen DREI) der nagelneuen Vaude-Radtaschen sind an der werkseitig geklebten Naht aufgegangen! Und das nach nicht mal einer Woche in Benutzung! 🥴 Da sich ein Kleben der kaputten Stelle mit Panzerklebeband bereits im vergangenen Jahr nicht als dauerhaft erwiesen hat, beschlossen wir uns mal wieder nach neuen Taschen umzusehen. Wie ärgerlich, zumal eine Reklamation bei Vaude zwar grundsätzlich neue Taschen bescheren wird, aber das nutzt wenig, wenn der Kassenzettel in Duisburg oder Berlin liegt… Also klapperten wir in Lienz zwei Sportgeschäfte ab und entschieden uns dieses Mal für Taschen des anderen großen Radtaschenherstellers Ortlieb. Die kaputten bzw. ‚alten’ Taschen werden wir auch weiter auf den Rädern mitnehmen, um sie dann wiederum bei Vaude zu beanstanden.
Abends auf dem Campingplatz unterhielten wir uns mit einem anderen Radler, der auch den Eindruck hat, dass – seitdem Vaude auf ein vermeintlich ökologischeres Material umgestellt hat – die Taschen nicht mehr so langlebig sind. Unsere allerersten Taschen haben uns acht Jahre begleitet und alle Nähte halten prima, nur an der ein oder anderen Stelle an der Standfläche ist das Material mittlerweile dünn und zwei drei kleine Löcher haben wir mit entsprechenden Reparaturaufklebern repariert – dauerhaft. Wodurch sich die Frage stellt, was ist wirklich ökologischer und vor allem nachhaltiger – wir plädieren für die alte, stabile und ‚unkaputtbare‘ Machart!
Wie auch immer: nun sind wir also mit zwei froschgrünen, zu unserem Gugelhupf passenden Radtaschen unterwegs und hoffen, dass diese sich als langfristig dankbarere Begleiter auf unseren Touren beweisen! Drückt uns die Daumen.
Am Mittwoch ging es dann von Oberdrauburg bis nach Spittal an der Drau – mit relativ vielen Etappen bergauf und bergab, was wir bei einem Flussradweg eher nicht erwartet hatten. Aber die Wege waren in erster Linie asphaltiert oder geschottert, so dass man gut fahren konnte und wir hatten ja bei Bedarf die Unterstützung des Motors. In Höhe von Greifenburg blieben wir eine Weile stehen und bestaunten die vielen Gleitschirmflieger, die von den umliegenden Bergen schwebten. Toll anzusehen und es wirkte zeitweise wie ein Vogelschwarm! An anderer Stelle machten wir eine kleine Kneippkur mit den Füßen in der kühlen, schnellfließenden Drau.
Als wir Appetit verspürten war natürlich kilometerlang keine der vormals reichlich zu sehenden Radlerkneipen oder auch Buschenschenken wie man hier oft sagt, anzutreffen…. was tun?! Vielleicht erinnert ihr euch noch wie das mit dem ‚hungrigen Mann‘ im letzten Jahr war?! Zum Glück gab es dann aber kurze Zeit später am Wegesrand einen kleinen „Selbstbedienungshofladen“ auf einem Bauernhof und direkt daneben eine passende Sitzgelegenheit im Schatten! Was fehlte war ein gekühltes Radler oder irgendetwas trinkbares in für uns sinnvoller Größe (was sich bei einem kurzen Gespräch mit der Bäuerin wohl durch steuerliche und gewerberechtliche Gründe erklären lässt), denn Reste von einem zu kaufenden fünf Liter-Tetra Pak Apfelsaft wollten wir uns nicht aufs Rad binden. Aber das am Morgen übrig geblieben Croissant fand mit neu erworbenen Hauswürsteln, einem ‚normalen’ Naturjoghurt, einem Mangojoghurt aus Schafsmilch und zum Abschluss noch einem sehr leckeren Marilleneis in uns dankbare Abnehmer. Was für eine leckere Mahlzeit und danach ließen sich die übrigen Kilometer bis nach Spittal noch gut überbrücken.
















