Nürnberg – es zieht sich hin

Seit Montagnachmittag sind wir nun inzwischen in Nürnberg und am Dienstag wollten wir weiter in Richtung Norden fahren. Am Montag war es noch halbwegs trocken, so dass wir nach dem Check-in im Hotel noch einen Stadtbummel machten. Für Dienstag war allerdings nochmals Regen angesagt und so entschieden wir spät abends im Bett einfach noch um eine Nacht im Hotel zu verlängern. Wir hatten ein modernes gemütliches Zimmer mit Boxspringbett und einem großen Duschbad, was keine 50€ die Nacht kostete. Die Alternative bei Dauerregen wäre gewesen mit der Regionalbahn nochmals ein Stück Weg zurückzulegen. Aber wozu eigentlich hetzten? Wir kennen Nürnberg beide nicht wirklich und insbesondere schien die Altstadt doch einiges Sehenswertes zu bieten. Wir haben nicht lange gezögert und uns für die Verlängerung in Nürnberg entschieden.

Dienstag war es anfangs trocken, aber im Laufe des Tages gab es immer wieder heftigen und anhaltenden Regen. Wir erkundeten so gut es ging einen Teil der Stadt u.a. mit einem Blick über die Stadt von der oberhalb liegenden Kaiserburg aus. Allerdings macht Sightseeing bei diesem Wetter nicht so richtig Spaß, zumal ja gerade erst die Regentage in München hinter uns lagen. Letzten Endes wurde es mehr eine Shoppingtour – allerdings auch hier ohne Erfolg bei den ins Auge gefassten Stühlen. Aber auch das hatten wir lange nicht und empfanden es durchaus nicht als Zeitverschwendung. Natürlich kauften wir auch ein paar ‚echte Nürnberger Elisen-Lebkuchen‘ – und schnabulierten diese. Es war ja schließlich gerade der 1. September! Und was soll ich euch sagen: sie schmecken genauso lecker wie zu Hause zu Weihnachten 😏! Für Mittwoch gab die Wettervorhersage dann trockenes Wetter an, so dass wir uns in Richtung Bamberg auf den Weg machen wollten…

Aber es kam mal wieder anders. Das Wetter war morgens zwar noch ziemlich grau aber trocken und an der Prognose hatte sich auch nichts geändert – eigentlich völlig in Ordnung um wieder aufs Rad zu steigen. Jedoch lagen wir im Bett und konnten uns irgendwie nicht so recht aufraffen alles zusammenzupacken. Mal wieder einen faulen Tag, einfach so auf dem Sofa bzw. alternativ auf dem Hotelbett? Den Tag einfach mal etwas langsamer angehen lassen und die Eindrücke verdauen? Und in Nürnberg war gleichzeitig noch so viel unentdeckt. ‚Wir können ja zumindest nochmal schauen, ob wir das Zimmer für den Preis nochmal verlängern können..?!?‘ Gesagt getan, keine zehn Minuten später war alles geklärt und wir drehten uns noch einmal für eine Stunde in unserem gemütlichen Bett um!

Natürlich verbrachten wir danach nicht den ganzen Tag im Bett bzw. auf dem Sofa, sondern begaben uns weiter auf Entdeckungstour. Die eigenen Entdeckungen ergänzten wir durch eine 2-stündige sehr interessante Altstadtführung (neben uns hat nur noch ein weiteres Ehepaar daran teilgenommen) sowie eine interessante Führung durch die Kasematten, die alten Wehranlagen in den Burgmauern – auch an dieser Führung nahm neben uns nur eine dreiköpfige Familie teil. Beide Führungen haben sich gut ergänzt und die Geschichte Nürnbergs lebendiger gemacht. Aber ein wichtiges und doch auch sehr präsentes Thema der Stadt hatten wir dann bis zum Abendessen nicht geschafft: das Reichsparteitaggelände der Nazi-Zeit, welches etwas außerhalb liegt und auch recht groß ist. Unser Stadtführer hatte es uns schon in Worten und Bildern (er macht nämlich auch dort Führungen) so sehr ans Herz gelegt auf jeden Fall noch mit den Rädern hinzufahren. Wir könnten das morgen vor der Weiterfahrt ansehen und dann die Tagesetappe einfach nach hinten raus schon früher beenden oder…

Ihr ahnt es schon: wir entschieden uns unseren Aufenthalt wieder um einen weiteren Tag zu verlängern! Ich denke nicht, dass es uns so gehen wird wie in ‚Täglich grüßt das Murmeltier‘, zumal wir ja zum Glück bisher doch immer deutlich andere Tage hier in Nürnberg erlebt haben. Aber wie lange es uns hier nun schlussendlich halten wird? Wir geben lieber keine Prognose ab! 🙂

Veröffentlicht von radreiseanjajoerg

Wir sind ein nicht ganz ‚normales‘ Paar, welches aber doch viele Gemeinsamkeiten hat und eine Beziehung nicht als Selbstläufer bzw. Selbstverständlichkeit sieht.

2 Kommentare zu „Nürnberg – es zieht sich hin

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