Wir machen uns auf in Richtung der Voralpenseen

Inzwischen haben wir seit Dienstag einen schönen kleinen Campingplatz direkt am Wörthsee bezogen. Der uns zugewiese Stellplatz für den Gugelhupf ist zwar nicht sehr groß, hat aber einen Stromanschluss und ist in erster Reihe zum See gelegen… herrlich! Der See ist eher steinig, aber dafür sehr schön klar – hier gehen wir momentan morgens nach dem Aufstehen als erstes im See schwimmen. Aber der Reihe nach wie wir hierhin gekommen sind.

Von Augsburg aus radelten wir den Lech entlang Richtung Süden. Nach unserem Start in Augsburg stellte ich fest, dass das morgens schon mal kurzfristig aufgefallene Schleifen an meinem Rad zunahm; ich hatte fast den Eindruck als müsste ich gegen einen Widerstand antreten. Na, toll, nun schienen die Bremsbeläge wirklich abgefahren zu sein… Aber wir hatten ja in Günzburg bereits neue, nun passende gekauft. Also hielten wir nach rund 10 km wieder mitten in der Pampa an, um den Bremsbelag zu wechseln. Ich hatte zugesehen als Jörg das vor ein paar Tagen schon einmal alles auseinandergenommen hatte, um dann festzustellen, dass man uns die falschen Beläge verkauft hatte. Nun wagte ich mich selbst dran – natürlich immer unter Jörgs wachsamen Augen – also bloß alles richtig machen 😉 . Erst die beiden Inbuss-Schrauben lösen, dann die Bremsbacken vorsichtig wieder auseinanderdrücken um die Bremszylinder in die Stellung zu bringen, damit die neuen Beläge genügend Platz finden, den Splint von der Halteklammer der Bremsbeläge ziehen und die Klammer mit Bremsbelägen herausnehmen. Teil 1 der Operation war erledigt; nun noch alles wieder zusammenflicken… Es kam der spannende Moment, ob die neuen Bremsbeläge mit der neuen Klammer wirklich passen?!? Erst hakte es etwas, aber nein, es stand wirklich die gleiche Bezeichnung drauf und als ich es dann in einem leicht veränderten Winkel nochmals in die Bremse einschob, rutschte es wie gebuttert rein! Nun den neuen Splint durchschieben, umbiegen und die Bremse wieder am Rahmen mit den Inbuss-Schrauben befestigen. Geschafft! Und mein ‚Lehrmeister‘ war mehr als zufrieden 🙂 . Nun noch etwas den Weg hoch- und runterradeln dabei die Bremse permanent leicht schleifen lassen und zwischendurch auf 30 km/h beschleunigen und wieder abbremsen, um die Bremse einzufahren. Dann konnten die hinteren Taschen wieder aufgepackt werden und die Fahrt konnte ohne weiteres Schleifen fortgesetzt werden. Irgendwie ein gutes Gefühl, dass ich das selbst gemacht habe!

Der Lech mutet in vielen Bereichen wie ein Gebirgsfluss an. Die Uferböschung ist recht steinig und teilweise etwas felsig, oft eher flacher, aber es gibt auch Bereiche, die zu Seen aufgestaut sind, oder mal schmaler und mal breiter sind. Wir kamen an verschiedenen Staustufen vorbei und der Weg führte uns auch immer mal wieder von einer Fluss-Seite zur anderen. Es war eine recht entspannte Fahrt und am frühen Nachmittag erreichten wir Landsberg am Lech. Die perfekte Zeit für eine Pause und um etwas zu essen. Irgendwie nahm uns diese kleine, hübsche Stadt in ihren Bann und wir beschlossen, nicht direkt zum Ammersee weiterzufahren, sondern eine Nacht hier zu verbringen. Der nahegelegene Campingplatz hatte nicht wirklich gute Bewertungen, so dass wir ein kleines Hotel in der Stadt vorzogen. Somit hatten wir am Abend noch Zeit einen etwas größeren Stadtbummel zu machen und ein Eis an der von einer Freundin empfohlenen Eisdiele zu schlecken (Danke Iris!). Lecker!

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen ging es dann weiter durch die Wiesen, Felder und Wälder – und somit nicht mehr am Lech entlang – in Richtung Ammersee. Und wieder hatte sich die Landschaft verändert. Sanfte, teils bewaldete Hügel und immer wieder Futtermais. Stand dieser etliche Kilometer vorher noch eingerahmt von vielen Getreidefeldern, waren es jetzt große Flächen mit Heuwiesen, und zwischendrin immer wieder kleine Baumgruppen die Schatten spendeten. Zudem sah man vereinzelt wieder Weideflächen mit Rindern, die wir zwischendurch doch etwas vermisst hatten. Es ist immer wieder imposant, wenn man die Voralpen erreicht und das Alpenpanorama im Hintergrund so eines Sees zu sehen ist.
Am Ammersee angekommen machten wir eine Pause, genossen den Ausblick und aßen ein paar Kleinigkeiten aus unsere Provianttasche. Um den nördlichen Bereich des Ammersees herum führte uns dann der Weg durch kleine Orte bis zum Wörthsee, an dem wir an der Westseite entlang bis zur Süd-Ost-Seite zum direkt am See liegenden, anvisierten Campingplatz fuhren. Und wir hatten mal wieder ein schönes Fleckchen Erde ausgesucht, das zum Verweilen einlud. Und wer von euch gerne campt und einen sauberen Platz direkt mit Seezugang sucht, der wäre hier bestens aufgehoben.

Veröffentlicht von radreiseanjajoerg

Wir sind ein nicht ganz ‚normales‘ Paar, welches aber doch viele Gemeinsamkeiten hat und eine Beziehung nicht als Selbstläufer bzw. Selbstverständlichkeit sieht.

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