(AR) Nun sind wir seit Samstagabend hier auf dem Campingplatz an der Tauber und heute ist schon Mittwoch – und auch heute werden wir unseren schönen Platz hier noch nicht verlassen. Es sind immer noch über 30°C und spätestens ab mittags gleicht der Luftzug auf dem Rad einem auf Hitze-Stufe 2 gestellten Fön. Stattdessen genießen wie die Ruhe, haben netten Platznachbarn um uns rum, die auch ein paar Tage länger hier bleiben, und die Tauber, sehr geeignet für eine willkommene Abkühlung, ist nur 20 m entfernt von unserem Zelt. Viel besser geht es nicht! Man kann zu jeder Tageszeit rings ums Zelt je nach Wunsch einen Sonnen- bzw. bei den aktuellen Temperaturen doch eher einen Schattenplatz wählen. Wenn es zu warm wird, gehen wir zur Einstiegstelle an der Tauber und kühlen uns ab. Abkühlen im wahrsten Sinne des Wortes! Die Tauber ist echt frisch – wenn man drin ist, ist es auch gut, aber selbst ich, die doch eher mal ins kühle Nass geht, brauche immer einen Moment bis ich komplett eingetaucht bin – aber wir haben doch auch das Gefühl, man gewöhnt sich etwas daran. In dem Zusammenhang staune ich ja wirklich über Jörg, der von sich selbst sagt, er sei ein Warmduscher. Er geht in die Tauber – auch wenn es noch einen Moment länger dauert als bei mir und er meist auch schneller wieder raus ist. Es kommt sogar vor, dass er selbst eine Abkühlung vorschlägt – und das heißt schon was 😉 ! Wenn man hinterher wieder raus ist, ist man wirklich herrlich erfrischt und hält es wieder gut eine Weile bei den Temperaturen aus! Allerdings kommt immer wieder die Frage hoch, warum die Tauber eigentlich so kalt ist, da sie weder eine hohe Fließgeschwindigkeit hat noch besonders breit ist. Sie ist hier jedoch mit 4 – 6 m Tiefe quasi genauso tief wie breit und auf einer großen Länge oft durch die Bäume beschattet, was vermutlich eher die Gründe sein werden, weshalb sie sich nicht so aufwärmt, wie beispielsweise der viel breitere Main.
Wir genießen es auch, nicht jeden Tag das Zelt ein- und an anderer Stelle wieder auszupacken, die Seele baumeln und das bereits Erlebte etwas Revue passieren zu lassen sowie eher nur kurze Ausflüge zur Essensorganisation zu unternehmen. Als wir am Samstag hier ankamen, wussten wir, dass der Campingplatz „Forelle“ heißt und eine Gaststätte hat. Wir gingen davon aus, dass der Name Programm war und freuten uns somit auf eine gebratene Forelle zum Abendessen. Fisch gibt es allerdings in der Gaststätte nicht (mehr), dafür jedoch sehr leckere Burger. Den spaßigen Platzwart darauf angesprochen sagte der: „Ich verstehe gar nicht, weshalb hier alle immer Forellen essen möchten. Im Restaurant ‚Zum Riesen‘ im Nachbarort gibt es auch keine Riesen und beim Restaurant ‚Zum Schwan‘ gibt es auch keine Schwäne zu essen!“. Dieser Logik kann man einfach nichts erwidern, sondern nur schmunzeln und sich vorerst auf einen der wirklich leckeren Burger einlassen. Eine andere Alternative hatten wir an dem Abend nicht mehr, da unsere Vorräte erschöpft waren und wir auch keinen weiteren Weg an diesem Tag mehr mit dem Rad machen wollten.
Das Thema ‚Vorräte‘ stellt uns ohne Kühlmöglichkeiten bei diesen Temperaturen sowieso auf eine Probe. Es muss immer nur in sehr kleinen Mengen eingekauft werden und so, dass sie uns nicht wegfließen oder schlecht werden. Butter oder Margarine gibt es seit Anfang unserer Tour konsequent nicht. Eher etwas Frischkäse, der sich auch ungekühlt so ca 3 Tage hält. Es geht natürlich auch besser Dauerwurst und Käse ohne viel Fett und auch hier nur Mengen, die spätestens am 3. Tag verbraucht sind. Von der Kaffeesahne ist Jörg inzwischen auf Milchpulver umgestiegen. Marmelade wird nur in kleinen Gläsern gekauft und auch immer nur mit einem gesonderten Löffel verwendet. Was sich wieder erwarten als gut haltbar bei der Wärme herausgestellt hat, ist übrigens Erdnussbutter. Ich hatte eigentlich vermutet, dass sie sich bei Hitze in ihre Bestandteile trennt – aber nein, die behält komplett ihre Konsistenz wie neu im Laden gekauft. Keine Ahnung, was da alles drin ist… Joghurt wird auch nur ein Becher gekauft, wenn es am nächsten Morgen frisches Obst mit Joghurt und ggf. mit Müsli geben soll. Letzteres hält sich natürlich genauso problemlos wie Knäckebrot im Gegensatz zu frischem Brot, was aber auch mal in kleinen Mengen sein muss. Auch für abends kaufen wir das benötigte Gemüse in homöopathischen Mengen. Somit ernähren wir uns im Grunde immer frisch oder gehen eben auch mal etwas essen.
Gestern haben wir die längste Strecke von hieraus mit 30 km über Kloster Bronnbach weiter nach Burg Gamburg (die allerdings geschlossen war, was wir allerdings erst oben auf dem Berg angekommen feststellten… und es war steil kann ich euch sagen!) bis nach Tauberbischofsheim gemacht – und festgestellt, dass es uns eigentlich noch zu warm für längere Strecken ist, so dass wir doch frühestens am Donnerstag wirklich wieder eine vollbepackte Tagesetappe machen werden. Die Wetteraussichten behalten wir somit weiter fest im Blick.
Und genau diese Entscheidungsmöglichkeit ist es ja auch, was wir uns für diese Zeit gewünscht haben: grundsätzlich ein grobe Richtung zu haben, wo es hingehen soll, sich aber die Zeit dafür nehmen, die wir aus welchen Gründen auch immer dafür gerade benötigen. Keinem Zwang zu unterliegen mindestens xx km am Tag fahren oder einen bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit erreichen zu müssen. Denn der Weg ist immer noch das Ziel. Was dabei natürlich von enormem Vorteil ist, ist dass Jörg und ich in dieser Hinsicht ziemlich gleich ticken. Das haben wir zwar in den letzten Jahren während der gemeinsamen Urlaube bereits festgestellt, aber ob das über einen deutlich längeren Zeitraum auch so sein würde, war ja nicht klar. Umso besser, dass wir neulich erst wieder festgestellt haben, wie harmonisch und entspannt alles zwischen uns läuft und wie gerne wir diese Zeit gerade zusammen erleben und als wirklichen Luxus empfinden. Bis jetzt könnte es nicht besser gelaufen sein und wir sind gespannt, wie es weitergehen wird.

Kloster Bronnbach 


Tauberbischofsheim 





Campingplatz „Forelle“ 


Tauber-Einstiegsstelle 
Moin Moin, musste viel an Euch denken bei der Hitze.. Also Ihr macht das total richtig – Pause und Schatten und Wasser – besser geht’s nicht 🙂 Weiter so und viel Spass !!! Dany
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Hey, das ist wirklich das Beste, was man bei der Hitze machen kann: ins Wasser gehen oder entspannt irgendwo sitzen. Macht weiter so. LG 😘 🐈
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