Unsere Zeit in Speyer und unser weiterer Weg in den Süden

(AR) Dass wir uns von Anfang an auf unserer kleinen Zeltwiese im Norden von Speyer zwischen See und Pferdchen wohlfühlten, hatte ich bereits geschrieben. Am Vormittag in der City von Speyer angekommen, stellten wir wie üblich die Räder ab und machten unseren Stadtbummel zu Fuß.

Bei herrlichem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen führte unser erster Weg zum Dom, immerhin Welkulturerbe. Er wirkt spätromanisch-frühgotisch gebaut und damit ungemein groß, hoch und doch so enorm mächtig. Aber er ist eigentlich keiner Epoche richtig zuzuordnen, da in den verschiedenen Jahrhunderten immer wieder an- und umgebaut wurde. Er ist wirklich sehr beeindruckend!

Die Fußgängerzone, der sich an den Dom anschließenden Maximilianstraße (der „Maxi“), läd zum Bummeln und Verweilen ein. Man merkt, dass man inzwischen in den eher wärmeren Gefilden Deutschlands ist, da hier viele große Oleander in Kübeln die Straße säumen (dies sollten wir auch später noch in Karlsruhe bewundern können). Aufgrund der vielen hübschen kleinen, recht ähnlichen Häuschen und der verschiedenen Sehenswürdigkeiten neben dem Dom, meinten wir eigentlich auch in der Altstadt von Steyer zu sein, bis uns ein Wegweiser darauf aufmerksam machte, dass es einen noch älteren Teil der Stadt geben musste. Neugierig gemacht, folgten wir dem Schild und kamen zum Fischmarkt, den heute eine entsprechende Skulptur eines Fisches ziert. Zusätzlich gab es in der Tat noch ein paar älter anmutende Häuschen und eine alte Ruine zu sehen. Insgesamt gesehen können wir einen Besuch der Stadt auf jeden Fall empfehlen.

(Tipp) Wer gerne besonderen Kaffee trinkt, der sollte auf jeden Fall Springers Kaffeemanufaktur (im Kornmarkt) besuchen! Und bitte – nicht einfach nur einen Kaffee bestellen, sondern sich beraten lassen, welche der vielen Kaffeesorten am ehesten dem eigenen Geschmack entspricht.

Als Abschluss machten wir noch eine etwas größere Runde mit dem Rad durch die Stadt am Rhein und entschieden uns den Nachmittag aufgrund des schönen Wetters am See zu verbringen. Da bei uns am Campingplatz ein kleines privates Fest gefeiert wurde und ‚unser’ Seezugang für die Kinder der Gäste irgendwie mit eingebunden war, fuhren wir zu einem ca. 2 km entfernten See, um dort den Nachmittag am und im Wasser zu verbringen… langsam nimmt unsere Reise wirklich Urlaubscharakter an!

Am nächsten Vormittag ging es dann weiter in Richtung Süden. Dieses mal hatten wir uns für ein Stück des Rheinradwegs in Richtung Karlsruhe entschieden. Ging es anfangs noch durch ein paar kleine Dörfer, kamen wir alsbald auch wieder zu den Rheinauen und genossen die Fahrt direkt am Rhein entlang, der hier ganz anders aussah als die uns gewohnten und liebgewonnenden Anblicke des Niederrheins.

Auf der Strecke querten wir nun auch bereits zum inzwischen vierten Mal seit Mannheim den Rhein und pendeln somit in schöner Regelmäßigkeit zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hin und her. Mal geht es über Brücken oder, wie heute, mal wieder mit der Fähre, was mich auch immer an die Fähre in Orsoy am Niederrhein erinnert – auch wenn es natürlich überall anders viele Fähren gibt; selbst in Berlin.

Im nördlichen Stadtwald von Karlsruhe angekommen, an einem kleinen Wasserlauf entspannt dahinradelnd, fragte Jörg, ob es nicht toll wäre, ein kleines Picknick abzuhalten. Ich bejahte und wie von Zauberhand stand um die nächste Wegbiegung eine Bank im Schatten, die uns einlud uns auf ihr niederzulassen. Es war einfach herrlich! Wir schnabulierten das eine oder andere aus unseren Satteltaschen und beratschlagten, ob wir – angesichts der erst weiter entfernten Campingmöglichkeiten – nur einen kurzen Stopp in Karlsruhe einlegen wollten oder uns für einen etwas längeren Aufenthalt und damit verbunden auch für ein Hotelzimmer entscheiden sollten. Nur soviel vorweg: wir haben uns für das Zimmer entschieden. 😉

Veröffentlicht von radreiseanjajoerg

Wir sind ein nicht ganz ‚normales‘ Paar, welches aber doch viele Gemeinsamkeiten hat und eine Beziehung nicht als Selbstläufer bzw. Selbstverständlichkeit sieht.

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