(Ju) Nach einer kurzen Verabschiedung am Morgen (alle außer uns mussten ja arbeiten oder zur Schule) packten wir unser Gepäck auf die Räder und mit der Bahn ging es von Syke über Bremen und dann mit dem IC nach Heidelberg. Mittags, kurz nach 12 Uhr fuhren wir in Duisburg ein, wo ich normalerweise ausgestiegen wäre, aber jetzt war das Ziel ja ein anderes. Trotzdem komisch, wenn man so nah an seinem sonstigen Lebensmittelpunkt vorbeifährt. Mit der für uns Bahnfahrer schon als pünktlich bezeichneten Verspätung von 15 bis 20 Minuten erreichten wir Mannheim. Man merkte sofort den Temperaturunterschied zum Norden.
Wir stellten irgendwo die Räder ab und durchquerten die Stadt, waren aber nirgendwo so richtig begeistert – mit Ausnahme des Wasserturms und der drumherum angeordneten Parkanlage mit den Springbrunnen. Allerdings soll es spannende und geschichtsträchtige Dinge zu sehen geben, wie wir später lernen sollten, als wir in Heidelberg waren. Aber was soll‘s, man kann eh nicht alles sehen und behalten, was in der kurzen Abfolge unseres Weges auf uns einprasselt.
Gegen Abend strampelten wir noch einige Kilometer und schlugen unser Zeltlager auf einem Campingplatz in den Rheinauen südlich von Ludwigshafen auf. Und in der Nacht, wer sollte es glauben, holte uns irgendein Regenfeld wieder ein. Morgens gelang es uns mit viel Trockenwischerei die Zeltteile wenigstens halbwegs trocken einzupacken und wir radelten (bei leichtem Dauerregen, aber der war wenigstens warm) bis nach Heidelberg. Zeltplätze gibt es da wenige, aber wir schafften es doch tatsächlich für 39€ in einem tollen, modernen Hotel ganz nahe der Altstadt zu übernachten. Wir genossen noch ein wenig das Flair der Stadt, wirklich sehenswert – sicherlich noch mehr, wenn die Sonne dazu lachen würde. Abends im Hotel konnten wir in der großen Dusche die Zeltplane zum Trocknen aufhängen. An diversen anderen Stellen platzierten wir das, was der ad hoc gestartete Waschtag so mit sich brachte und schlummerten ruhig bis zum Morgen.
(AR) Aufgesattelt und in die Stadt ging es nach einem gemütlichen Frühstück im Bett. Gab es doch auf dem Zimmer einen Wasserkocher sowie Tee und Kaffee zur freien Bedienung – und alles andere hatten wir ja sowieso dabei.
Hatten wir am Tag zuvor die Altstadt mit ihren wesentlichen Eigenschaften bereits am Tag zuvor abgelaufen, führte unser erster Weg zum Philosophenweg auf der gegenüberliegenden Seite des Neckars und der Altstadt. Wir strampelten, mit zwei Zwischenstopps zum Luftholen (von wegen alles easy mit E-Bikes), mit den voll bepackten Rädern die Anhöhe bis zum Aussichtspunkt hinauf. Was für ein herrlicher Blick! Und was soll ich sagen – der Tag hatte uns mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen empfangen! Bei der dann folgenden genauso steilen Abfahrt, wurden die Bremsen sehr gefordert – und ich war froh, dass Jörg vorgeschlagen hatte auch für mein Rad Ersatzbremsbelege zu kaufen, die wir nun im Gepäck hatten.
Anschließend ging es wieder in die Altstadt zum Kornmarkt, wo wir unsere Räder parkten und uns mit der Bergbahn zum Schloss hoch bringen ließen. Nach der Anstrengung mit dem Rad zuvor, wollten wir es hier etwas ruhiger angehen lassen; denn wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass die Belastung mit dem Berg zuvor – und das ist eine trotz E-bike! – für Jörg wieder möglich ist. Für das Schloss oder besser die Schlossruine hatten wir eine Führung gebucht. Die Dame erzählte uns viel über die verschiedenen Kurfürsten, die hier gelebt und gewirkt hatten, welche Liebesbeziehungen eine Rolle gespielt hatten und was von wem neu gebaut bzw. wann was zerstört worden war. Zusätzlich erfuhren wir aber auch noch etwas über die verschiedenen Sehenwürdigkeiten von Heidelberg, aber auch wie das Schloß in Mannheim und Schwetzingen damit zusammenhängen. Die 330 Stufen wieder zurück in die Altstadt ließen wir uns natürlich nicht nehmen, schon alleine um leckere Maultaschen und Salat zu uns nehmen und das Treiben in der Fußgängerzone zu beobachten. Wir waren übrigens nur mit kurzen Hosen sowie T-Shirts ausgestattet… haben es sogar gewagt, selbst die Regenjacken am Fahrrad zu lassen ;-). Es ist mal wie ein wirklich schöner „Touristen-Sommertag“. Ich möchte mir allerdings nicht vorstellen wie es hier zugeht, wenn nicht gerade die aktuelle Pandemie-Situation ist; in den Straßen wimmelte es auch so schon vor Menschen, aber die Führung im Schloß fand in einer sehr kleinen Gruppe mit entsprechendem Abstand und Mund-Nase-Bedeckung statt.
Wir bummelten noch durch die wirklich hübschen kleinen Gassen und statteten der Heiliggeistkirche noch einen Besuch ab, die für eine lange Zeit im Innern baulich geteilt war, um sowohl protestantische als auch katholische Gottesdienste abhalten zu können. Anschließend schwangen wir uns wieder auf unsere Räder und machten uns auf in Richtung Speyer, wo wir abends auf einem sehr schönen kleinen Campingplatz ankamen. Idealer geht es kaum: sehr klein und familiär, direkt am See, sehr gute Infrastruktur und Pferde im Stall…was will Frau mehr 😉 und somit haben wir gleich mal um eine weitere Nacht verlängert!














Schön, dass ihr uns mitradeln lasst – über Berge und durch Täler 😉
Sonnige Grüße aus dem warmen Berlin
Tobias
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Hi Tobi, gerne – wir hatten ja gute Vorbilder 🙂
Liebe Grüße von uns zurzeit aus der sonnigen Gegend um Karlsruhe
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