Syke und Bremen

(Ju) Der neue Tag empfing uns mit Sonnenschein und einem extra für uns vorbereiteten Frühstückstisch. Außer uns war niemand mehr im Haus, denn die anderen mussten arbeiten bzw. zur Schule. Grundsätzlich wollten wir, auf einer in unserer Navigations-App bereits ausgearbeiteten Route, über die kleinen Dörfer, an einer Wassermühle vorbei und dann auf dem Deich entlang der Weserauen mit den Rädern nach Bremen fahren und der Stadt mal wieder einen Besuch abstatten. Allerdings war direkt nach meiner ersten Bremsung klar, da ist etwas nicht in Ordnung mit der Vorderradbremse an meinem Rad. Und tatsächlich, da hatte sich die eine Seite des Bremsbelages an der Scheibenbremse in Wohlgefallen aufgelöst. Anscheinend ist die Belastung durch das Gesamtgewicht doch größer als vermutet, denn vor dem Start in Duisburg war alles noch im grünen Bereich. Wir beschlossen kurzerhand ‚mal eben‘ einen der drei Radläden von Syke anzufahren um für Ersatz zu sorgen, gegebenenfalls die Beläge dort direkt wechseln zu lassen. „Das sind so hochwertige Bremsen, sowas hat hier in der Stadt niemand an seinem Fahrrad und das werden sie auch nirgendwo hier auf die Schnelle bekommen. Kann ich bestellen, aber reparieren könnte ich frühestens nächste Woche, auch wenn Sie nur auf der Durchreise sind.“ Diese Sätze waren weder sonderlich freundlich, noch irgendwie besonders mitfühlend für unsere missliche Lage ausgesprochen worden. Lieber Gott, bitte lasse nie was an die Räder kommen, was nicht selber vor Ort von mir repariert werden kann, fuhr es mir durch den Kopf. Nach dem zweiten Laden gaben wir auf (der dritte macht sowieso erst um 14 Uhr auf) und beschlossen trotzdem nach Bremen zu fahren und hofften dort auf ein Fahrradgeschäft mit größerer Auswahl. Fazit: Wir wurden fündig, haben direkt für beide Räder vorgesorgt und gleich auch noch einen eventuellen Riss der Kette bedacht. Sicher ist sicher… Abends habe ich dann noch alles repariert, so dass es ich guter Dinge bin, nun wieder sicher mit sämtlichen Gepäck reisen zu können.

(AR) Nach unserem Großeinkauf beim Fahrradladen, um für die nächsten eventuellen Pannen vorbereitet zu sein (Frau hat dazu ja immer deutlich weniger Schreckensbilder im Kopf und ist somit deutlich entspannter), fuhren wir in die Altstadt von Bremen. Wir parkten unsere Räder zentral am Markt beim Dom und schlenderten bei schönem Sommerwetter durch die Altstadt und insbesondere durch das Schnoorviertel mit den kleinen verwinkelten Gassen und Häuschen. Zwischendurch ließen wir uns zu einem kleinen Imbiss nieder und probierten die Bremer Spezialität „Knipp“ – wobei es sich um eine gebratene Grützwurst handelte. Es war schmackhaft gewürzt, aber wie sagte Jörg so schön, dass schmeckt nach allem und nichts und im Grunde kann man nichts wirklich rausschmecken. Und ja, so war es auch. Unser Weg führte uns auch noch an der Weserpromenade vorbei und wir genossen das unaufgeregte nordische, nicht überfüllte Treiben.

Am Dienstag wollten wir dann die ländliche Gegend rund um Syke mit dem Fahrad erkunden und eventuell auch dem örtlichen Kreismuseum noch einen Besuch abstatten. Man glaubt es kaum, aber es fing dann am späten Vormittag mal wieder an zu regnen… nicht wirklich doll, aber angesichts der sehr gemütlichen Unterkunft und da wir ja nicht zwingend raus mussten, haben wir dann doch lieber etwas „gewohnt“. Ich habe mich nochmal etwas hingelegt, um vielleicht auch meine Kopfschmerzen loszuwerden, und Jörg hat sich um das Wohl der Räder gekümmert, den Dreck der letzten Tage entfernt, die Ketten gesäubert und neu gefettet und Ähnliches. Somit können wir nun also wieder mit frischen Rädern starten. Später haben wir uns dann doch noch kurz in die Innenstadt von Syke und ins Kreismuseum begeben, da das Wetter auch am Nachmittag nicht zu einer längeren Radtour eingeladen hat. Das Museum hatten wir fast für uns alleine und haben uns über die landwirtschaftliche und handwerkliche Geschichte der letzten Jahrhunderte informiert.

An beiden Abenden haben wir nett mit Kerstin und Jörg sowie zeitweise auch Tim zusammengesessen und geschnackt, wie die Norddeutschen sagen. Wir haben viel gelacht und auch wirklich mal Zeit gehabt, etwas mehr vom Leben des jeweils anderen zu erfahren. Gerade das Tim so aktiv interessiert war an vielen Dingen und sich darüber mit uns ausgetauscht hat, fanden wir positiv.

Wir hoffen, den Alltag ‚auf dem Dorf‘ nicht zu sehr durcheinander gebracht zu haben und wenn doch, dann hoffentlich nur im positiven Sinne. 😉

Wir hatten wirklich eine sehr schöne Zeit in Syke. „Ich freue mich sehr, dass wir ein Teil eurer Reise sein durften!“ sagte Kerstin zum Abschied, worüber wir uns sehr gefreut haben und was wir nur zurückgeben können, denn dem ist nichts hinzuzufügen.

Veröffentlicht von radreiseanjajoerg

Wir sind ein nicht ganz ‚normales‘ Paar, welches aber doch viele Gemeinsamkeiten hat und eine Beziehung nicht als Selbstläufer bzw. Selbstverständlichkeit sieht.

3 Kommentare zu „Syke und Bremen

  1. Ja, das schöne Bremen 🙂 Immerhin saß ich heute vor 1 Woche im Bus vom HB Hbhf. nach Syke.. Da ich aber immer in Brinkum schon aussteigen muß, habe ich es noch nie bis dahin geschafft… Aber scheint sich doch zu lohnen.
    Dann drücke ich jetzt mal mit den frisch „getunten“ Rädern ganz fest die Daumen, daß der Wettergott mal Radel-Sonne schickt und Ihr eine schöne Zeit im Süden habt !! Gute Fahrt mit Bahn & Rad und Rad in Bahn !!!
    Dany

    Like

  2. Hallo ihr 2! Schön, dass ihr schöne Tage bei den Weises in Syke hattet. Bremen ist immer eine Reise wert mit den schönen Häusern.
    Ich hoffe, dass das Wetter auf eurer Fahrt im Süden jetzt besser ist. Ganz liebe Grüße von 😘🐈

    Like

Hinterlasse einen Kommentar