(AR) Nach unserem Kultur- bzw. Besichtigungstag im wirklich schönen Celle und der anschließenden Nacht bei Michael, schwangen wir uns mit den getrockneten Zeltutensilien wieder auf die Räder – heute in Richtung Uelzen.
Das Wetter war mit ca. 20°C und einem Sonne-Wolken-Mix prima zum Radeln geeignet. Einen ausgewiesenen Fern- oder Wanderradweg gibt es von Celle nach Uelzen nicht, daher mussten wir uns etwas von Ort zu Ort über die regional ausgewiesenen Radwege unseren Weg suchen. Diesen hatten wir uns vorher über die App Komoot geplant und uns dann entsprechend navigieren lassen.
Es ging über Wälder und Felder durch kleinere und größere Dörfer, die mehr oder auch etwas weniger belebt waren. Es war ein Radeltag, wie man sich das so wünscht. Für die Pausen unterwegs haben wir uns eine Bäckerei in Hermannburg ausgesucht, wo es wirklich leckeren Kuchen, Tee und Cappuccino gab. Sie hatte ein vielfältiges und ansprechendes Angebot, so dass die Entscheidung schwerfiel. Frisch gestärkt ging es dann weiter, aber nicht ohne schnell noch eines der leckeren Brote zu kaufen und in den Packtaschen zu verstauen.
Am späteren Nachmittag dann noch ein Stopp vor Uelzen in einem „Natur pur“ Café direkt an einer kleinen Gärtnerei. Wir waren schon fast vorbei und Jörg fragte, ob wir nicht mal schauen wollten… wir hatten inzwischen so 70 km in den Beinen und mir war eigentlich mehr danach in Uelzen ankommen zu wollen… na ja, aber es hatte wirklich einladend ausgesehen. Mit diesen Gedanken im Kopf sagte ich dann „Ja, wir können ja mal kurz schauen“. Was soll ich sagen, „mein Mann“ hatte mal wieder den richtigen Riecher. Es war ein sehr individueller Gartenbereich, liebevoll und passend geschmückt und angelegt. Während wir im Café saßen, bin ich dann meiner liebgewonnenen Nebentätigkeit als Reiseverkehrskauffrau, wie Jörg das ja nennt, nachgekommen und habe einen Campingplatz etwas nördlich von Uelzen für die nächste Nacht für uns gebucht. Mit der Cafébetreiberin kamen wir über die im Garten verteilten Skulpturen ins Gespräch als sie uns eine sehr leckere selbstgemachte Gemüsesuppe, mit extra vielen frischen Kräutern wie sie betonte, brachte. Die Suppe war äußerst lecker und schmackhaft, so dass es gut gestärkt auf die nächsten Kilometer ging.
In Uelzen angekommen sind wir einmal durch die Innenstadt geradelt, über die wir allerdings nichts interessantes zu berichten finden, und natürlich am Hundertwasser-Bahnhof vorbei zum nächsten Supermarkt, um noch etwas für den Salat am Abend sowie Obst und Joghurt für das Müsli am nächsten Morgen zu kaufen.
Dann ging es noch die letzten 8 km zum Campingplatz Uehlenköper-Kamp – ein kleiner, feiner Platz, sehr ökologisch mit Naturschwimmbad, Bioladen, Gehegen mit Kaninchen und Minischweinen und, und, und… Also, wenn ihr kleine Kinder habt und mal Urlaub in dieser Gegend machen wollt, ist das wirklich sehr zu empfehlen! Es steht sogar an der Zeltwiese ein Herd zur kostenlosen Benutzung bereit.
Am nächsten Morgen weckte mich Jörg um halb acht, damit wir vor dem ersten Regenschauer, das Zelt trocken verpacken konnten. Gesagt, getan. In Windeseile packten wir alles zusammen und stellten erfreut fest, dass wir inzwischen sehr vertraut mit unserem Equipment sind und die Handgriffe ganz gut sitzen – aber was ist das Hartes in der Zeltplane beim Zusammenrollen?!? Mist, meine Brille! Also alles noch mal auseinander, Brille raus und neu zusammenrollen. Die Brille hat alles zum Glück gut überstanden.
Dann ging es nach dem Duschen und dem anschließenden Frühstück – der Regenschauer hatte uns übrigens netterweise doch ausgelassen – weiter in Richtung Lüneburg. Die Strecke zum Ilmenauradweg schnell überbrückt, konnten wir dann recht entspannt dem ausgeschilderten Weg folgen. Der Weg führte uns durch Bad Bevensen, wo meine Eltern in den letzten Jahren auch mal Urlaub gemacht hatten, über Kloster Meining, was leider wegen Corona geschlossen war, über Bienenbüttel nach Lüneburg.
In Bad Bevensen haben wir auf dem Markt einen frisch geräucherten Saibling gekauft, den Jörg eigentlich gemeinsam mit mir direkt auf der nächsten Bank entgräten und essen wollte. Zum Leidwesen von Jörg kam es nicht dazu, da ich der Meinung war, das Frühstück war noch nicht lange genug her und ich dementsprechend noch keinen Appetit hatte… und wo ich doch eigentlich hätte wissen müssen, was Männer glücklich macht – und im umgekehrten Fall eben auch nicht.
In Lüneburg angekommen haben wir einen ausgedehnten Stadtbummel durch dieses wirklich sehr schön anzusehende Städtchen gemacht. Die Fachwerkhäuser, gekoppelt mit dem nordischen Einschlag der Hansestädte verbunden… wirklich sehr schön! Wir sind gefühlt durch jede kleine Gasse gegangen bis es dann doch Zeit war, sich in Richtung Campingplatz auf den Weg zu machen, der noch rund 11 km außerhalb der Stadt am Reihersee lag.
Es war ein langer und abwechslungsreicher Tag mit trockenem Wetter. Erst als wir unser Zelt aufbauten, fing es an zu regnen. Also sind wir kurzentschlossen erstmal rüber in den Gaststättenbereich des Platzes und haben dort direkt Anschuss an Dauercamper aus Hamburg bekommen. Nach zwei Flaschen Astra für Jörg und einem Radler für mich, ging der Aufbau des Zeltes recht zügig vonstatten. Erst jetzt war endlich der Zeitpunkt gekommen, wo der Tag mit dem Verspeisen des geräucherten Fisches im Zelt beendet wurde.














Sehr schönes Tagebuch bis hierhin. Viel Spaß weiterhin!!!
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Es freut uns, wenn du bzw. Ihr Freude daran findet von unseren Erlebnissen zu lesen und den Fortgang der Tour zu verfolgen. LG (auch an Marga und Tim-Finni) aus dem gemütlichen Hotelbett in Lübeck.
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