Die ersten Nächte im Zelt

(AR) Jörg und ich waren bis letzten Montag noch nie gemeinsam Zelten. Also auch in dieser Hinsicht ein Abenteuer. Was für uns allerdings klar ist, wenn es passt, dann zelten wir, aber nicht um jeden Preis bzw. nicht bei jedem Wetter. Für uns ist es eine Alternative, da 6 bzw. 3 Monate in Hotels oder Pensionen zu schlafen doch etwas auf den Geldbeutel geht.

Nach dem wir unser Zelt am Nachmittag aufgebaut und häuslich eingerichtet hatten, waren wir zufrieden und sahen der Nacht gespannt entgegen.

Wir unterhielten uns abends noch länger mit unseren „Bulli“-Nachbarn bis alles um uns rum bereits in den Kojen verschwunden war. Dann kletterten auch wir in unser Zelt zum Schlafen. Tagsüber hatten wir festgestellt, dass der Campingplatz recht ruhig und gemütlich war, obwohl hinter dem Mittellandkanal auch die Bahnstrecke Duisburg – Berlin verlief. Nun schien die Bahntrasse dichter dran zu sein oder der Güterverkehr war einfach lauter als der Personenverkehr?!? Aber auch so gab es ‚auf einmal‘ eine Unmenge von Geräuschen…Ohrstöpsel hatten wir natürlich mit, aber in welcher der jeweils vier bzw. fünf Gepäcktaschen konnten die wohl stecken? Diese schon für die Nacht parat zu legen, daran hatte keiner von uns gedacht.

Jörg war inzwischen eingeschlafen (zumindest wohl kurzfristig), so dass ich dann nicht so viel Unruhe verbreiten wollte. Dann nahm ich das Handy und die Kopfhörer und ließ mich mit einem Hörbuch als Alternative zu den Umweltgeräuschen in den Schlaf geleiten. Die kleinen InEar-Kopfhörer halten allerdings nicht die ganze Nacht, so dass ich zwischendurch immer mal das eine oder andere mitbekam bis dann um kurz nach 4 Uhr morgens die Vögel den Tag begrüßten… was für eine Nacht. Und das, wo ich schon nachmittags zu Jörg sagte, dass ich das Gefühl hätte, die ganze Anspannung der letzten Tage und Wochen würde scheinbar gerade abfallen, da ich mich hundemüde fühlen würde.

Für die nächste Nacht suchten wir uns rechtzeitig die Ohrstöpsel aus den Taschen. Ich muss sagen, ich hatte bisher noch nie wirklich damit geschlafen, da es mich immer gestört hatte, mich selbst atmen zu hören. Was soll ich sagen, hier im Zelt, mitten in der Natur, war es eine prima Sache. Es war auf einmal so angenehm sich selbst beim Atmen zuhören zu können und recht schnell darüber einzuschlafen. Ich habe wunderbar und ohne viele Unterbrechungen geschlafen. Mit der richtigen Ausstattung ist also auch ein rechter entspannter Schlaf möglich! Mal sehen, ob das so bleibt 😉

Morgens gab es dann frische Brötchen, die wir tags zuvor bei der Rezeption geordert hatten und heißen Tee für mich, Espresso mit viel Milch für Jörg. Den Umgang mit dem Kocher haben wir mittlerweile drauf.

Veröffentlicht von radreiseanjajoerg

Wir sind ein nicht ganz ‚normales‘ Paar, welches aber doch viele Gemeinsamkeiten hat und eine Beziehung nicht als Selbstläufer bzw. Selbstverständlichkeit sieht.

Hinterlasse einen Kommentar