Es geht los! Wir treffen uns in Wolfsburg

(Ju) Um 7:45 Uhr sollte der Zug von Duisburg aus in Richtung Wolfsburg starten. Um 5 Uhr hielt mich nichts mehr im Bett. In aller Ruhe starten und den Rest in der Wohnung erledigen, dann das Rad aus dem Keller holen, Gepäck drauf und ganz locker die fünf Kilometer zum Bahnhof radeln. Irgendwie wurde es dann hinten raus doch ziemlich knapp mit der Zeit – zu entspannt und ruhig ist nicht immer der richtige Weg.

Kaum stehe ich mit all meinem Kram vor der Haustür, fallen die ersten Tropfen. Wird schon nicht so schlimm werden – einfach mal los. Nach einem Kilometer wurde aus den Tropfen doch ein Wolkenguss. Anhalten, Regensachen an, noch mehr Zeit vertrödeln, oder alternativ ‚Augen zu und durch‘?!?

Die Regenjacke war noch griffbereit, für die Regenhose fehlte der Einblick in die Excel-Tabelle. Wo war doch noch gleich was?

Im pünktlich startenden Zug habe ich dann meine Hose(n) zum trocknen aufgehängt.

Bei Anja ist alles wieder gewohnt strukturiert, wenn auch ungleich anstrengender. Viel Gepäck, viele Treppenstufen und auch der Weg zum Hauptbahnhof ist länger – aber die Sonne lacht vom Himmel. Die Strecke führt am Büro, wo sie noch freundlich ein paar Kollegen zuwinkt, die gerade draußen stehend ein ‚Rauchopfer‘ bringen, und an den Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei. Drei Monate nicht ins Büro – irgendwie gefühlt ganz komisch, irgendwie spannend, aber definitiv auch ein gutes Gefühl!

Mit den bei der Bahn üblichen Problemen und einer Verspätung von einer halben Stunde bin ich quasi fast pünktlich in Wolfsburg angekommen. Nächstes Problem – Anja steht leider nicht am Mittellandkanal (so wie ich), und ich finde von meinem Ende des Bahnsteiges keinen direkten Weg in die Stadt. Aufzüge gibt es zwar im Bahnhof, aber an Radfahrer und dann noch an solche mit diversen Radtaschen, hat in Wolfsburg niemand denken können. Gepäck runter vom Rad, Fahrrad rein in den Aufzug, Gepäck nachholen und schon kann die Fahrt starten. Keine zehn Sekunden später alles nochmal – nur in umgekehrter Reihenfolge. Unten angekommen geht es NUR zum Mittellandkanal, leider die für mich falsche Richtung. Von da muss es doch auch einen Weg zum Haupteingang geben?!? Nach circa zweihundert Metern finde ich einen anderen Aufzug direkt neben einer Brücke, die im Verlauf auch über die Bahnlinien führt.

Perfekt – wir haben uns gefunden! Nach der Begrüßung starten wir mit dem, was Männer glücklich und zufrieden macht – wir gehen was essen. Gut gestärkt geht es dann in Richtung Zeltplatz, dessen Rezeption erst später öffnet. Die Zeit überbrücken wir mit einer kleinen Runde um den Allersee und, wie gewohnt, zieht es Anja ins Wasser – erstmal ’ne Runde schwimmen, bevor wir uns dann doch irgendwann dem Zeltaufbau widmen.

Das ging dann erstaunlich gut vonstatten und kurze Zeit später gab es heißen Tee und Kaffee vom Gaskocher, verbunden mit… ihr wisst schon – Männer glücklich…

Bis es Zeit war ins Bett zu gehen, haben uns ‚neue Nachbarn‘ damit belustigt, wie oft man ein Zelt auf und abbauen kann bis es endlich so steht, wie es der Designer vorgesehen hat. Anja hat natürlich, als Bauingenieurin absolut dafür qualifiziert, ihre Hilfe angeboten, aber just in dem Moment hatten sie das Problem selbst in den Griff bekommen.

Ein paar Handgriffe am Rad riefen dann unseren Nachbarn auf der anderen Seite auf den Plan. Selbst unterwegs mit einem alten VW-Bulli, konnte er mit ein paar kleinen Unterlegscheiben aus seiner ‚Reparaturbedarf‘-Abteilung aushelfen. Wie schön es doch ist, wenn sich aus solchen Begegnungen recht lange und spannende Gespräche ergeben.

Schon der erste Tag macht Lust auf mehr.

Veröffentlicht von radreiseanjajoerg

Wir sind ein nicht ganz ‚normales‘ Paar, welches aber doch viele Gemeinsamkeiten hat und eine Beziehung nicht als Selbstläufer bzw. Selbstverständlichkeit sieht.

Hinterlasse einen Kommentar