Ab 1. April sollte es endlich losgehen! Es lagen sechs Monate vor uns, so dass wir keine Eile hatten direkt am 1. April zu starten, aber eine Woche später wollten wir dann auf jeden Fall auf dem Sattel sitzen und die Tour beginnen. Auch wenn wir ja nicht viel vorplanen wollten, musste doch zumindest der Startpunkt festgelegt werden und der sollte in Hannover sein – auf halber Strecke zwischen Duisburg und Berlin.
Und dann hörte und las man Anfang des Jahres von einem neuen, recht aggressiven Virus, das sich in China auszubreiten begann. Aber wie bei vielem, was einen nicht persönlich betrifft, bzw. was „irgendwo weit weg“ auf der Welt passiert, wurde das Virus zur Kenntnis, aber nicht als Bedrohung wahrgenommen. Die Berichte darüber nahmen immer mehr Platz in den Nachrichten ein und das Virus verbreitete sich über Chinas Grenzen hinaus. Erst als es in Italien ankam und dort viele tausend Menschen starben und alsbald die Krankenhäuser völlig überlastet waren, nahm man langsam für sich selbst eine Bedrohung war. Könnte das Virus, gegen das man bisher keine Medikamente geschweige denn einen Impfstoff hatte, und das teilweise sehr schwere Krankheitsverläufe erzeugte und zum Tod führte, auch in Deutschland diese Folgen haben?
Ende Februar waren wir noch, wie so viele, unterwegs im Kölner Karneval. Ja, ein paar zaghafte Gedanken hat man sich zu dieser Zeit zu möglichen Corona-Infektionen und somit einer eventuell kleinen Ansteckungsgefahr in Deutschland gemacht… aber Empfehlungen, diesen zu meiden gab es zu dieser Zeit nicht. Für andere war es die Zeit in den Skiurlaub zu starten… vielleicht auch nach Ischgl, das sich kurze Zeit später als DER Corona-Hotspot herausgestellt hat.
Dann ging auf einmal irgendwie alles sehr schnell und auch wenn man an eine schnelllebige Zeit leider gewöhnt ist, überschlugen sich dann doch in ungewohnter Weise die Ereignisse… viele Länder begannen ihre Grenzen zu schließen. Nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt. Es war und ist immer noch von einer weltweiten Pandemie die Rede und die Bundesregierung versuchte, deutsche Staatsbürger aus der gesamten Welt nach Deutschland zurückzuholen, sofern gewollt und auch noch möglich. Denn auch fast der gesamte Flug- und Reiseverkehr wurde eingestellt, da kaum mehr grenzüberschreitende Ein- bzw. Ausreisen möglich waren, aber auch innerhalb der Länder wurde der Flugverkehr deutlich reduziert, da von einem Tag auf den anderen im Grunde auch alle Dienst- und Privatreisen eingestellt wurden… Wer hätte sich so eine weltweite Einstellung des Flugverkehrs und des Handels vorstellen können?? Ganz sicher niemand. Die Welt stand gefühlt still.
Und nun?
Was konnten wir nun mit unseren mühsam angesparten freien Wochen und Monaten tun bzw. wie konnten wir diese nutzen? Beim Sabbatical handelt es sich um eine mit dem Arbeitgeber vertraglich festgelegte Zeit, die nicht einfach verschoben werden kann…
Natürlich gab es Überlegungen, was vielleicht alles im Vorfeld passieren könnte, was auch eventuell dazu führen kann, dass man die freie Zeit nicht oder zumindest nicht komplett so wie geplant nutzen können würde… Mal abgesehen davon, dass einem die eigene Gesundheit immer einen Strich durch die Rechnung machen kann, sind da auch noch die Eltern von Anja, die inzwischen ein stolzes Alter von über 80 Jahren erreicht haben, aber auch Anjas Schwester, der es gesundheitlich leider seit vielen Jahren nicht so gut geht… Aber dass einem ein neuartiger Virus so dermaßen in die Parade fährt, dass die ganze Welt still steht? Damit kann – oder sagen wir vielleicht besser: konnte – bis dahin keiner rechnen.
Aber was tun? War es vielleicht in diesen außergewöhnlichen Zeiten doch möglich es zu verschieben? Ein Versuch war es zumindest wert.
Also fragten wir jeweils bei unseren Arbeitgebern nach – und erhielten nach kurzem Hin und Her dann die Möglichkeit, die Freistellungszeit zu verschieben! Das war für uns nicht selbstverständlich, umso dankbarer waren und sind wir, dass sie es uns ermöglicht haben – herzlichen Dank auch an dieser Stelle dafür nochmals!
Nichts wäre blöder gewesen, als in der Zeit des kompletten Lockdowns untätig zu Hause sitzen zu müssen.
So vereinbarten wir, von Anfang April bis Ende Juni auf jeden Fall normal arbeiten zu gehen. Ende Mai wollten wir dann neu entscheiden, ob wir ab Juli zumindest 3 Monate – sozusagen als Teil 1 – die Freistellung in diesem Jahr wahrnehmen können.
Da sich inzwischen die Beschränkungen gelockert haben, starten wir -endlich- offiziell zum 1. Juli 2020 in drei Monate Abenteuerurlaub in Deutschland!
Die anderen drei Monate werden dann, hoffentlich uneingeschränkt, im Jahr 2021 wahrgenommen werden können.
Liebe Anja, lieber Jörg.
Zum Anfang eurer Strampeltour am 29.06.2020 wünschen wir euch alles Gute. Immer gutes Wetter. Keinen Stress. Keine Blasen am Hintern. Viel neue Eindrücke. Viel Spaß. …. und …. und ….und.
Eure Sigrid und Dieter
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